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Sterbegeldversicherung oder Sparkonto: Was ist besser?

Kurz gesagt

Wenn Sie gesund sind und regelmäßig sparen, ist das Sparkonto meist günstiger: Sie zahlen keine Versicherungskosten und das Geld bleibt verfügbar. Die Versicherung lohnt sich, wenn Sie früh sterben könnten, bevor genug angespart ist, oder wenn Vorerkrankungen andere Wege versperren. Für Zweckbindung gibt es zusätzlich das Treuhandkonto beim Bestatter.

Sterbegeldversicherung oder Sparkonto: Was ist besser?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Tarifbeispielen und Gebührenangaben, Summe jeweils rund 7.000 Euro.

BeispielRichtwert
Sterbegeldversicherung, Eintritt mit 60, Zahlung bis 85etwa 35 bis 39 Euro im Monat, rund 10.500 Euro insgesamt
Sterbegeldversicherung, Eintritt mit 70, Zahlung bis 85etwa 56 bis 63 Euro im Monat, rund 10.000 Euro insgesamt
Sparkonto mit 35 Euro im Monat ohne Zinsennach 17 Jahren etwa 7.140 Euro
Treuhandkonto für Bestattungsvorsorgeeinmalige Einrichtungsgebühr ab etwa 50 Euro
Überzahlung bei langem Lebenbei Eintritt mit 60 und Tod mit 90 teils nur rund 60 Prozent der Beiträge ausgezahlt

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen und Gebührenangaben.

Zinsen auf dem Konto sind nicht eingerechnet; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Frau, 60 Jahre, legt 35 Euro im Monat zurück

Sie vergleicht ein Sparkonto ohne Zinsen mit einer Sterbegeldversicherung über 7.000 Euro, Zahlung bis 85, Wartezeit 36 Monate.

Tod mit 65, Kontorund 2.100 Euro
Tod mit 65, Versicherung7.000 Euro
Tod mit 77, Kontorund 7.140 Euro
Tod mit 77, Versicherung7.000 Euro
Tod mit 85 oder später, Kontorund 10.500 Euro
Tod mit 85 oder später, Versicherung7.000 Euro plus mögliche Überschüsse

Bis etwa 77 liegt die Versicherung vorn, danach das Konto, mit Zinsen sogar früher. Wer schon ein Polster hat, braucht die Versicherung nur für die ersten Jahre oder gar nicht.

Der Kern des Vergleichs

Beide Wege sollen dasselbe leisten: Geld für die Beerdigung, wenn es so weit ist. Der Unterschied liegt im Risiko. Beim Konto tragen Sie es selbst, bei der Versicherung trägt es der Versicherer und lässt sich das bezahlen.

Stirbt jemand früh, ist die Versicherung klar vorn. Lebt jemand lange, gewinnt das Konto, weil dort keine Abschluss- und Verwaltungskosten anfallen und Zinsen hinzukommen. Weil die meisten Menschen die Beitragszahlung bis 85 erleben, zahlen viele Versicherte mehr ein, als ausgezahlt wird.

Die vier Wege im Überblick

Neben Konto und Sterbegeldversicherung gibt es zwei weitere Möglichkeiten. Die Tabelle zeigt, was jeder Weg kann und wo er schwach ist.

WegStärkeSchwäche
Sparkonto oder Tagesgeldkeine Kosten, frei verfügbar, Zinsenam Anfang zu wenig Geld, fällt in den Nachlass
Sterbegeldversicherungvolle Summe auch bei frühem Tod, Begünstigter direktWartezeit, Langlebige zahlen drauf, Kündigung kostet
Treuhandkonto beim BestatterGeld fest zweckgebunden, Ablauf vorab geregeltnur so viel da, wie eingezahlt wurde, an einen Bestatter gebunden
Risikolebensversicherungviel Summe für wenig Geld bei Jüngerenendet meist vor dem 80. Geburtstag, nur mit Gesundheitsprüfung

Wann das Sparkonto die bessere Wahl ist

Wenn schon ein Teil des Geldes da ist. Wer bereits 3.000 oder 4.000 Euro zurückgelegt hat, braucht keine Versicherung mehr für die volle Summe.

Wenn Sie gesund sind und jeden Monat zuverlässig sparen. Dann wächst das Konto oft schneller, als die Versicherung Sie überholt.

Achten Sie aber darauf, dass Angehörige an das Geld kommen. Ein Konto fällt in den Nachlass und ist ohne Vollmacht über den Tod hinaus oder Erbschein manchmal wochenlang gesperrt. Eine Kontovollmacht für eine Vertrauensperson löst das.

Wann die Versicherung trotzdem passt

Wenn noch nichts angespart ist und die Familie bei einem frühen Tod sonst nicht zahlen könnte. Genau dieses Risiko nimmt der Vertrag ab.

Wenn Vorerkrankungen eine Risikolebensversicherung verhindern. Sterbegeldtarife ohne Gesundheitsfragen sind dann oft der einzige Schutz.

Wenn Sie wissen, dass Sie Erspartes sonst für anderes ausgeben würden. Die feste Abbuchung ist dann der eigentliche Nutzen.

Treuhand und Sozialhilfe

Wer später Pflege braucht und Sozialhilfe beziehen muss, muss frei verfügbares Vermögen oberhalb des Schonbetrags erst aufbrauchen. Eine angemessene Bestattungsvorsorge, die fest für die Beerdigung gebunden ist, bleibt nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts in der Regel geschützt.

Ein Treuhandvertrag mit einem Bestatter oder eine Sterbegeldversicherung, deren Leistung an den Bestatter abgetreten ist, erfüllt diese Bindung eher als ein normales Sparkonto. Ob der Schutz greift, hängt aber von der Höhe und der genauen Gestaltung ab.

Schritt für Schritt

  1. Kosten der gewünschten Bestattung am Wohnort ermitteln.
  2. Vorhandenes Erspartes und bestehende Verträge zusammenrechnen.
  3. Ehrlich einschätzen, ob Sie monatlich zuverlässig sparen.
  4. Bei Vorerkrankung oder ohne Rücklagen die Versicherung für die Lücke prüfen.
  5. Bei drohender Pflege eine zweckgebundene Vorsorge über Treuhand oder Abtretung erwägen.
  6. Für jedes Konto eine Vollmacht über den Tod hinaus erteilen.

Checkliste

  • Bestattungskosten sind grob bekannt
  • Vorhandenes Geld ist von der Lücke abgezogen
  • Gesamtbeiträge der Versicherung sind mit dem Sparweg verglichen
  • Angehörige kommen im Todesfall schnell an das Geld
  • Zweckbindung ist geklärt, falls Sozialhilfe droht
  • Wünsche zur Bestattung sind schriftlich festgehalten

Häufige Fehler

  • Eine Versicherung über die volle Summe abschließen, obwohl schon Geld da ist
  • Auf dem Konto sparen, aber niemandem eine Vollmacht geben
  • Annehmen, jedes Sparkonto sei vor dem Sozialamt geschützt
  • Eine Risikolebensversicherung für die Beerdigung nutzen, die mit 75 endet
  • Nur den Monatsbeitrag vergleichen statt der Gesamtkosten

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist ein Sparkonto für die Beerdigung sicher genug?

Für das Geld ja. Unsicher ist nur, ob in jungen Jahren schon genug angespart ist und ob die Angehörigen schnell herankommen. Eine Vollmacht über den Tod hinaus hilft.

Was ist ein Treuhandkonto für die Bestattung?

Sie schließen mit einem Bestatter einen Vorsorgevertrag und zahlen das Geld bei einer Treuhandstelle ein. Es ist fest für die Bestattung bestimmt und wird erst dann ausgezahlt.

Schützt eine Sterbegeldversicherung vor dem Sozialamt?

Wenn sie angemessen ist und für die Bestattung gebunden, etwa durch Abtretung an den Bestatter, bleibt sie in der Regel geschützt. Entscheidend ist die Gestaltung im Einzelfall.

Kann ich beides kombinieren?

Ja. Eine kleine Versicherung für die ersten Jahre und daneben ein Konto ist oft günstiger als eine große Versicherung allein.

Ist eine Risikolebensversicherung eine Alternative?

Für Jüngere, die ohnehin Familie absichern, ja. Für die Bestattung im Alter nicht, weil sie meist endet, bevor man stirbt.

Lohnt sich ein Wechsel von der Versicherung aufs Konto?

Selten. Bei Kündigung bekommen Sie oft weniger zurück, als eingezahlt wurde. Prüfen Sie eher eine Beitragsfreistellung.

Quellen

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