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Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung?

Kurz gesagt

Eine Berufshaftpflichtversicherung kostet für Berater, Designer und IT-Freelancer meist 120 bis 500 Euro im Jahr, für Architekten etwa 500 bis 1.500 Euro und für Anwälte 600 bis 2.000 Euro. Was Sie genau zahlen, bestimmen Beruf, Umsatz, Versicherungssumme und Selbstbeteiligung. Für eine Beraterin mit 60.000 Euro Umsatz beginnen Tarife bei rund 185 Euro.

Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragsbeispiele und Spannen für Jahresbeiträge, Stand 2026.

BeispielRichtwert
IT-Freelancer, Entwickleretwa 120 bis 300 Euro im Jahr
Grafikdesignerin, 100.000 Euro Umsatz, ohne Mitarbeiteretwa 225 Euro im Jahr
Unternehmensberater, 60.000 Euro Umsatz, 300.000 bis 1 Million Euro Summeab etwa 184 bis 518 Euro im Jahr
Unternehmensberater allgemeinetwa 200 bis 500 Euro im Jahr
Steuerberater, 80.000 Euro Umsatz, 3 Mitarbeiteretwa 475 Euro im Jahr
Architekten und Ingenieureetwa 500 bis 1.500 Euro im Jahr
Rechtsanwälteetwa 600 bis 2.000 Euro im Jahr
Niedergelassene Ärzteab etwa 1.000 Euro im Jahr, je nach Fachrichtung deutlich mehr

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Beitragsbeispielen;

die Mindestsummen stammen aus den Gesetzestexten.

Die Aussagen zu Tätigkeitsbeschreibung, Jahreshöchstleistung in Einstiegstarifen und zur Wirkung der Mitarbeiterzahl sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Beruf, Umsatz und Summe ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Unternehmensberaterin, 60.000 Euro Umsatz, ohne Mitarbeiter

So verändert die Versicherungssumme den Beitrag bei sonst gleichem Profil. Die Beträge sind Einstiegspreise ohne Rückwärtsdeckung.

Summe 300.000 Euroab etwa 184 Euro im Jahr
Summe 500.000 Euroab etwa 257 Euro im Jahr
Summe 1 Million Euroab etwa 518 Euro im Jahr
Umfangreichster Auftrag im JahrFörderberatung mit 120.000 Euro Zuschuss

Die 300.000 Euro reichen für ihren Auftrag, das kostet rund 15 Euro im Monat. Eine Million Euro wäre fast dreimal so teuer und ohne deutlich umfangreichere Aufträge kaum nötig.

Wovon der Beitrag abhängt

Versicherer schätzen zuerst ein, wie teuer ein typischer Fehler in Ihrem Beruf werden kann. Ein falscher Rat zur Förderung kostet den Kunden Geld, ein Planungsfehler am Bau kann Wände, Böden und Menschen treffen. Deshalb zahlen Architekten und Ärzte ein Vielfaches dessen, was Texter oder Designer zahlen.

Danach zählen Umsatz und Mitarbeiterzahl, weil mehr Aufträge mehr Gelegenheiten für Fehler bedeuten. Zuletzt stellen Sie selbst zwei Stellschrauben ein: die Versicherungssumme und die Selbstbeteiligung.

FaktorWirkung auf den Beitrag
Beruf und Tätigkeitsehr stark, Beratung günstig, Planung und Heilberufe teuer
Jahresumsatzstark, die Prämie steigt mit dem Umsatz
Mitarbeitermittel, jede weitere Person erhöht das Risiko
Versicherungssummestark, 1 Million Euro kostet oft fast dreimal so viel wie 300.000 Euro
Selbstbeteiligungsenkt den Beitrag, Sie tragen kleine Schäden selbst
Rückwärtsdeckungerhöht den Beitrag, deckt Fehler vor Vertragsbeginn

Was Sie für Ihr Geld bekommen

Die Police zahlt berechtigte Forderungen und wehrt unberechtigte ab. Der zweite Teil wird oft unterschätzt: Schon ein Gutachter und ein Anwalt kosten schnell mehrere Tausend Euro, auch wenn sich am Ende herausstellt, dass Sie gar nichts falsch gemacht haben.

Bei beratenden Berufen ist die Berufshaftpflicht meist eine Vermögensschadenhaftpflicht, sie deckt reine Geldschäden. Personen- und Sachschäden, etwa wenn ein Kunde in Ihrem Büro stürzt, deckt erst eine Betriebshaftpflicht. Viele Tarife bieten beides zusammen an, dann steigt der Beitrag.

Wo ein billiger Tarif teuer wird

Der niedrigste Preis entsteht oft durch eine knappe Tätigkeitsbeschreibung. Steht im Vertrag nur Webdesign, Sie richten aber auch Onlineshops samt Zahlungsabwicklung ein, ist genau dieser Teil womöglich nicht versichert.

Weitere Lücken in Einstiegstarifen: keine Rückwärtsdeckung für Fehler, die vor Vertragsbeginn passiert sind, kurze Nachhaftung nach dem Ende Ihrer Tätigkeit und eine Jahreshöchstleistung, die nur der Summe je Fall entspricht. Dann ist nach einem großen Schaden im selben Jahr nichts mehr übrig.

Wann Sie keine eigene brauchen

Als Angestellter haftet bei beruflichen Fehlern zuerst Ihr Arbeitgeber. Eine eigene Berufshaftpflicht ist dann meist Geld ohne echten Gegenwert, außer Sie arbeiten nebenbei selbstständig.

Wer nur Waren verkauft oder handwerklich arbeitet, ohne zu beraten oder zu planen, braucht eher eine Betriebshaftpflicht. Eine Vermögensschadenhaftpflicht bringt dort wenig.

Schritt für Schritt

  1. Klären, ob Ihr Berufsrecht eine Mindestsumme vorschreibt.
  2. Den teuersten denkbaren Fehler in Ihrem umfangreichsten Auftrag durchrechnen.
  3. Alle Tätigkeiten aufschreiben, auch Nebenleistungen wie Schulungen oder Einrichtung.
  4. Selbstbeteiligung so wählen, dass Sie sie ohne Mühe zahlen könnten.
  5. Angebote mit gleicher Summe, gleicher Tätigkeit und gleicher Rückwärtsdeckung vergleichen.

Checkliste

  • Tätigkeit im Vertrag genau so beschrieben, wie Sie arbeiten
  • Versicherungssumme deckt Ihren umfangreichsten Auftrag
  • Jahreshöchstleistung mindestens doppelt so hoch wie die Summe je Fall
  • Rückwärtsdeckung für frühere, noch unentdeckte Fehler
  • Nachhaftung nach Aufgabe der Tätigkeit
  • Personen- und Sachschäden über eine Betriebshaftpflicht geklärt

Häufige Fehler

  • Nur den Preis vergleichen, nicht die Tätigkeitsbeschreibung
  • Umsatzwachstum nicht melden und im Schadenfall unterversichert sein
  • Eine Million Euro Summe kaufen, obwohl kein Auftrag annähernd so groß ist
  • Als Angestellter ohne Nebentätigkeit eine eigene Police abschließen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet eine Berufshaftpflicht im Monat?

Für Berater, Designer und IT-Freelancer meist 10 bis 40 Euro im Monat. Planende und heilende Berufe zahlen deutlich mehr.

Warum ist die Berufshaftpflicht für Ärzte so teuer?

Ein Behandlungsfehler kann lebenslange Pflegekosten und Verdienstausfall auslösen. Solche Schäden gehen schnell in die Millionen, entsprechend hoch ist der Beitrag.

Wird der Beitrag teurer, wenn ich mehr Umsatz mache?

Ja, bei den meisten Tarifen ist der Umsatz eine Rechengröße. Melden Sie Zuwächse, sonst kann der Versicherer im Schadenfall kürzen.

Lohnt sich eine höhere Selbstbeteiligung?

Oft ja, wenn Sie einige Hundert Euro selbst tragen können. Kleine Forderungen regeln viele Selbstständige ohnehin direkt mit dem Kunden.

Gibt es eine Berufshaftpflicht für Existenzgründer günstiger?

Viele Tarife rechnen im ersten Jahr mit dem geschätzten Umsatz. Schätzen Sie ehrlich, sonst müssen Sie später nachzahlen.

Kann ich die Berufshaftpflicht von der Steuer absetzen?

Als Selbstständiger ja, als Betriebsausgabe. Klären Sie Einzelheiten mit Ihrer Steuerberatung.

Quellen

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