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Außenborder-Diebstahl verhindern
Schadenpraxis · 5 Min. Lesezeit · NAMMERT Fachredaktion
Kurz gesagt
Einen Außenborder-Diebstahl verhindern Sie am ehesten mit Motorschloss, Sicherungsbolzen und einem abgenommenen Motor bei längerer Standzeit. In der Versicherung ist der Einzeldiebstahl des Außenborders ausschließlich Vollkasko-Leistung, die Teilkasko deckt nur den Diebstahl des ganzen Bootes.
Die Ausgangslage
Nach Erhebungen der Wasserschutzpolizei werden in Deutschland jährlich bis zu 1.300 Außenbordmotoren gestohlen. Sie sind schnell abzuschrauben, gut transportierbar und leicht weiterzuverkaufen, damit eines der beliebtesten Diebesgüter am Wasser.
Versicherungstechnisch ist der Unterschied groß: Die Teilkasko deckt nur den Diebstahl des gesamten Bootes. Der Einzeldiebstahl des Motors, und anderer Teile wie Elektronik, ist ausschließlich über die Vollkasko versichert.
Prävention
Motorschloss und Sicherungsbolzen verwenden, Schrauben mit Spezialmuttern sichern, den Motor bei längerer Standzeit abnehmen und im verschlossenen Raum lagern. Bei Schlauchbooten und Jetskis zusätzlich Trailer und Ponton sichern.
Dokumentieren Sie Motornummer, Typenschild und Anschaffungsbelege und bewahren Sie sie getrennt vom Boot auf. Fotos aus mehreren Winkeln erleichtern die Zuordnung bei Wiederauffinden und die Regulierung.
Nach dem Diebstahl
Zuerst polizeiliche Anzeige erstatten, dann den Schaden über „mein NAMMERT" melden, mit Anzeige, Motornummer, Belegen und Fotos. Informieren Sie zusätzlich Hafenmeister und Nachbarn; oft finden sich weitere Betroffene und Zeugen.
Für Jetskis gilt bei NAMMERT voller Diebstahlschutz mit und ohne Wegfahrsperre; im Premium-Tarif rund um die Uhr und unabhängig vom Lagerungsort, ohne die verbreitete Nachtklausel, die den Schutz zwischen 20 und 8 Uhr an einen verschlossenen Lagerort bindet.
Außenborder sichern: Schloss, Bolzen und Kette
Kleinere Außenborder hängen mit zwei Klemmschrauben am Spiegel. Ein Klemmschraubenschloss überdeckt beide Griffe, so dass sie sich nicht mehr drehen lassen. Achten Sie auf ein massives Modell aus gehärtetem Stahl, das zu Ihrem Motor passt und eng anliegt.
Zusätzlich hilft eine Durchschraubung: Ein Bolzen führt durch die Halterung und den Spiegel und wird innen mit einer Sicherheitsmutter gesichert, die sich nur mit Spezialschlüssel lösen lässt. Größere Motoren sind ohnehin fest verschraubt; hier schützen Spezialmuttern die Befestigung.
Eine Stahlkette oder ein Stahlseil vom Motor zu einem festen Beschlag im Boot hält Gelegenheitsdiebe zusätzlich auf. Kette, Schloss und Beschlag sollten gleich stabil sein, denn Diebe setzen am schwächsten Teil an.
Motornummer, Kennzeichnung und Fotos
Die Seriennummer steht auf dem Typenschild an der Halterung und ist meist zusätzlich am Motorblock eingeschlagen. Fotografieren Sie beide Stellen und bewahren Sie die Daten getrennt vom Boot auf, etwa im Kundenkonto oder auf dem Smartphone.
Eine eigene, unauffällige Markierung an einer versteckten Stelle unter der Haube hilft, einen Motor später sicher als Ihren zu erkennen. Eine gut sichtbare Gravur, etwa mit Ihrer Postleitzahl, macht den Motor für Hehler zusätzlich weniger attraktiv.
Ein kleiner GPS-Tracker unter der Motorhaube oder im Boot kann helfen, einen gestohlenen Motor zu orten. Achten Sie auf eine eigene Stromversorgung und eine Benachrichtigung aufs Handy, sobald sich das Gerät bewegt.
Liegeplatz, Trailer und Winterlager: wo Diebe zuschlagen
Diebe suchen ruhige Liegeplätze mit wenig Licht und gutem Zugang vom Wasser oder von einem Parkplatz. Besonders gefährdet sind Boote an abgelegenen Bojen, auf Trailern am Straßenrand und in der Nebensaison, wenn kaum jemand am Steg ist.
Auf dem Trailer schützen ein Deichselschloss und eine Radkralle das ganze Gespann. Stellen Sie den Trailer möglichst auf ein umzäuntes, beleuchtetes Gelände. Im Winterlager gehört ein abgenommener Motor in einen verschlossenen Raum, nicht in eine offene Halle.
Sprechen Sie im Hafen mit Nachbarn und Hafenmeister. Eine aufmerksame Stegnachbarschaft, Bewegungsmelder und Beleuchtung auf dem Gelände schrecken oft stärker ab als ein einzelnes Schloss.
Gestohlenen Außenborder wiederfinden
Melden Sie den Diebstahl schnell, damit die Seriennummer zügig in die Fahndung kommt. Nennen Sie der Polizei Hersteller, Leistung, Baujahr, Farbe und besondere Merkmale. Je genauer die Angaben, desto eher lässt sich ein sichergestellter Motor zuordnen.
Beobachten Sie in den folgenden Wochen Kleinanzeigen und Gebrauchtbörsen in Ihrer Region und informieren Sie Händler und Werkstätten in der Nähe. Entdecken Sie Ihren Motor, verabreden Sie nichts auf eigene Faust, sondern geben Sie den Hinweis an die Polizei weiter.
Checkliste zum Abhaken
- Klemmschraubenschloss aus gehärtetem Stahl anbringen
- Halterung mit Bolzen und Sicherheitsmutter durch den Spiegel sichern
- Motor mit Kette oder Stahlseil an festem Beschlag anschließen
- Seriennummer, Typenschild und Rechnung fotografieren, getrennt ablegen
- Versteckte eigene Markierung unter der Haube anbringen
- Bei längerer Standzeit Motor abnehmen und verschlossen lagern
- Trailer mit Deichselschloss und Radkralle sichern
- Nach einem Diebstahl sofort Anzeige erstatten, Seriennummer nennen
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Zahlt die Teilkasko bei Motordiebstahl?
Nein, nur bei Diebstahl des ganzen Bootes. Der Einzeldiebstahl ist Vollkasko-Leistung.
Brauche ich eine Wegfahrsperre?
Bei Jetskis nicht, bei NAMMERT besteht Diebstahlschutz mit und ohne Wegfahrsperre.
Was ist eine Nachtklausel?
Eine Bedingung, die den Kaskoschutz in der Nachtzeit an einen verschlossenen Lagerort bindet. In unseren Bedingungen steht sie unter der Jetski-Klausel und gilt nur für Jetskis, dort in Basis und Basis-Plus für die Zeit von 22 bis 8 Uhr. Für Boote und Yachten gibt es sie nicht.
Welches Schloss eignet sich für einen Außenborder?
Für kleinere Motoren mit Klemmschrauben ist ein Klemmschraubenschloss die erste Wahl, weil es beide Griffe blockiert. Ergänzen Sie es um einen Bolzen mit Sicherheitsmutter durch den Spiegel und eine Kette zu einem festen Beschlag. Mehrere Sicherungen kosten Diebe Zeit, und Zeit schreckt ab.
Wo finde ich die Seriennummer meines Außenborders?
Auf dem Typenschild, das meist an der Spiegelhalterung sitzt, und häufig eingeschlagen am Motorblock. Notieren und fotografieren Sie beide Stellen. Bewahren Sie die Angaben zusammen mit der Rechnung getrennt vom Boot auf.
Lohnt sich ein GPS-Tracker am Außenborder?
Ein Tracker kann helfen, einen gestohlenen Motor zu orten, ersetzt aber kein Schloss. Wählen Sie ein Gerät mit eigener Stromversorgung und Benachrichtigung bei Bewegung. Verstecken Sie es so, dass es beim ersten Blick unter die Haube nicht auffällt.
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, 03375 / 29 12 77
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