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Törnvorbereitung: Unterlagen und Deckung
Törn & Reise · 6 Min. Lesezeit · NAMMERT Fachredaktion
Kurz gesagt
Zur Törnvorbereitung gehört der Blick in den Vertrag: Prüfen Sie Fahrtgebiet und Deckungssumme, drucken Sie die IVK aus, und nutzen Sie für einen einzelnen Törn die Urlaubsdeckung (Premium, bis 6 Wochen).
Fahrtgebiet prüfen, der häufigste Fehler
Der Klassiker vor dem Urlaub: Die Police gilt für „deutsche Binnengewässer", der Törn führt aber in die Ostsee oder ans Mittelmeer. Prüfen Sie das vereinbarte Fahrtgebiet im Versicherungsschein, bevor Sie losfahren.
Für einen einzelnen Törn braucht es keine dauerhafte Erweiterung: Im Premium-Tarif ist eine Urlaubsdeckung von bis zu sechs Wochen enthalten. Dauerhafte Erweiterungen erledigen wir telefonisch in Minuten, auch unterwegs.
Diese Unterlagen gehören an Bord
Internationale Versicherungsbestätigung (IVK), Versicherungsschein, Bootspapiere bzw. Internationales Bootszertifikat, Eigentumsnachweis oder Kaufvertrag, Führerschein und Funkzeugnis, bei Charter der Chartervertrag und die Bordkasse-Vereinbarung.
Die IVK erhalten Sie bei NAMMERT automatisch in zehn Sprachen; vier Wochen vor Fälligkeit stellen wir die aktualisierte Fassung im Kundenkonto bereit. Legen Sie Nachweise und Papiere zusätzlich als digitale Kopie auf dem Smartphone ab.
Deckungssumme und Pflichten im Zielland
Italien verlangt Mindestdeckungen von 6.450.000 Euro (Personen) und 1.300.000 Euro (Sachschäden), Kroatien einen Nachweis schon beim Zuwasserlassen, auch für Jetskis. Dänemark und Spanien schreiben die Haftpflicht ebenfalls vor.
Wählen Sie im Zweifel die höhere Stufe: Eine Erhöhung auf 50 Millionen Euro kostet wenig und deckt auch Umwelt- und Gewässerschäden in gleicher Höhe.
Crew, Rechtsschutz und Notfall
Der Wassersport-Unfallschutz gilt weltweit beim Gebrauch des Boots, je nach Tarif für den Eigner, seine Familie oder im Premium für alle berechtigten Insassen; Such- und Bergungskosten für Personen trägt der Premium bis 50.000 €. Der Wassersport-Rechtsschutz greift bei Streitigkeiten und stellt in Übersee bis 200.000 Euro Deckung sowie Strafkautionsdarlehen bereit.
Notieren Sie die Schadenhotline und Ihre Vertragsnummer wetterfest im Logbuch. Im Premium-Tarif kommen Pannenhilfe, Ersatzteilbeschaffung, Dolmetschersuche und Bargeldservice bei Raub im Ausland hinzu.
Boot klar machen: Motor, Rigg und Sicherheitsausrüstung
Planen Sie die technische Vorbereitung einige Wochen vor dem Törn, damit für Ersatzteile Zeit bleibt. Prüfen Sie Ölstand, Impeller, Keilriemen, Kraftstofffilter und Batterien. Beim Segelboot gehören Wanten, Stagen, Splinte und Fallen auf die Liste, beim Motorboot Steuerung und Seeventile.
Kontrollieren Sie die Sicherheitsausrüstung: Rettungswesten mit Wartungsdatum, Lifebelts, Rettungsinsel mit Wartungsnachweis, Signalmittel, Feuerlöscher, Lenzpumpe und Erste-Hilfe-Set. Achten Sie darauf, dass die Westen jedem Crewmitglied passen, auch Kindern.
Packen Sie eine Bordkiste mit Ersatzteilen und Werkzeug: Impeller, Filter, Keilriemen, Sicherungen, Schläuche mit Schellen, Dichtband und Kabelbinder. Unterwegs ist das passende Teil oft schwer zu bekommen.
Törnplanung: Route, Häfen und Ausweichziele
Planen Sie Tagesetappen, die auch bei schwachem Wind oder Gegenstrom gut zu schaffen sind. Rechnen Sie die Fahrzeit mit einer vorsichtigen Geschwindigkeit und lassen Sie Puffer für Hafentage bei schlechtem Wetter.
Legen Sie für jede Etappe mindestens einen Ausweichhafen fest, den Sie auch bei auffrischendem Wind sicher anlaufen können. Notieren Sie Einfahrtstiefen, Hafenfunk und Öffnungszeiten von Brücken und Schleusen. Sperrgebiete, Ankerverbote und Schutzgebiete markieren Sie direkt in Karte und Plotter.
Verfolgen Sie den Wetterbericht schon einige Tage vor dem Start, um ein Gefühl für die Wetterlage zu bekommen. Entscheiden Sie am Morgen jeder Etappe neu und legen Sie vorher fest, bei welchem Wind Sie im Hafen bleiben.
Crew einweisen: Sicherheitsbriefing vor dem Ablegen
Zeigen Sie jeder Person an Bord, wo Westen, Lifebelts, Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Set und Signalmittel liegen. Erklären Sie Seeventile, Gasabsperrung, Lenzpumpe und das Funkgerät mit dem Notruf.
Üben Sie das Mensch-über-Bord-Manöver einmal gemeinsam bei ruhigem Wetter. Legen Sie fest, wer das Kommando übernimmt, falls der Skipper ausfällt, und sorgen Sie dafür, dass mindestens eine weitere Person das Boot fahren und anlegen kann.
Hinterlegen Sie bei Angehörigen an Land einen Törnplan mit Route, Häfen, Crewliste und geplanter Rückkehr. Vereinbaren Sie, wann Sie sich melden und ab wann man Hilfe verständigen sollte.
Im Zielland: Gastlandflagge, Gebühren und Revierregeln
Setzen Sie in fremden Gewässern die Gastlandflagge unter der Steuerbordsaling. Informieren Sie sich vorher über Gebühren, Vignetten und Meldepflichten im Zielland, denn sie unterscheiden sich von Land zu Land und ändern sich immer wieder.
Prüfen Sie auch Geschwindigkeitsbegrenzungen in Küstennähe, Regeln für Ankerplätze und Bojenfelder sowie Vorgaben zu Fäkalientanks. Aktuelle Hafenhandbücher und die Behörden des Ziellands sind dafür die verlässlichste Quelle.
Tragen Sie die Kontakte von Hafenbehörde, Küstenwache und einer Werft im Zielgebiet ins Logbuch ein. Ein kurzer Anruf bei der Marina vor der Ankunft klärt, ob ein Liegeplatz frei ist und wie tief die Einfahrt tatsächlich ist.
Checkliste zum Abhaken
- Fahrtgebiet im Versicherungsschein geprüft
- Deckungssumme für das Zielland ausreichend
- IVK ausgedruckt und digital gesichert
- Bootspapiere, Kaufvertrag, Führerschein an Bord
- Unfall- und Rechtsschutz geprüft
- Schadenhotline und Vertragsnummer notiert
- Motor, Rigg und Sicherheitsausrüstung geprüft, Ersatzteile an Bord
- Ausweichhäfen für jede Etappe festgelegt
- Törnplan mit Crewliste bei Angehörigen hinterlegt
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Was ist die Urlaubsdeckung?
Eine Fahrgebietserweiterung von bis zu sechs Wochen im Premium-Tarif, ideal für einen einzelnen Törn ohne dauerhafte Umstellung.
Wo bekomme ich die IVK?
In Ihrem Kundenkonto „mein NAMMERT", in zehn Sprachen und jährlich aktualisiert.
Kann ich das Fahrtgebiet unterwegs erweitern?
Ja, rufen Sie uns an unter 03375 / 29 12 77, die Anpassung dauert Minuten.
Wie früh sollte ich mit der Törnvorbereitung beginnen?
Mit der Technik einige Wochen vorher, damit Ersatzteile und Werkstatttermine noch möglich sind. Unterlagen und Vertragsdaten prüfen Sie am besten im selben Zug. Die Wetterlage verfolgen Sie in den letzten Tagen vor dem Start.
Was gehört in einen Törnplan für Angehörige?
Route, Etappenziele, Ausweichhäfen, Name und Rufzeichen des Bootes, Crewliste mit Notfallkontakten und die geplante Rückkehr. Vereinbaren Sie feste Zeiten für eine Rückmeldung. So wissen Angehörige, wann sie Hilfe verständigen sollten.
Wo setze ich die Gastlandflagge?
Unter der Steuerbordsaling, also auf der rechten Seite des Mastes in Fahrtrichtung. Auf Motorbooten ohne Saling an einem vergleichbaren Platz auf der Steuerbordseite. Sie ist eine Höflichkeit gegenüber dem Gastland und wird vielerorts erwartet.
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, 03375 / 29 12 77
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