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Kranung und Slippen ohne Schaden

Saison & Pflege · 5 Min. Lesezeit · NAMMERT Fachredaktion

Kurz gesagt

Schäden am eigenen Boot bei der Kranung deckt die Kasko; Ansprüche gegen Kran- oder Werftbetrieb prüfen wir parallel. Die Versicherung sollte vor dem Termin bestehen.

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Die Skizze zeigt den Krantermin: Die Gurte werden gesetzt, der Rumpf wird vor dem Heben fotografiert, dann hebt der Kran das Boot gleichmäßig aus dem Wasser.

Wer haftet beim Kranen?

Kran- und Werftbetriebe haften für eigenes Verschulden, etwa falsch gesetzte Gurte oder ein überlastetes Gerät. In der Praxis ist die Beweislage oft unklar, und der Betrieb verweist auf seine AGB.

Deshalb ist die eigene Kasko der schnellere Weg als der Streit um die Haftung: Sie bearbeiten wir selbst und prüfen anschließend Ansprüche gegen Dritte. Für Sie bedeutet das kurze Wege statt monatelanger Zuständigkeitsfragen.

Vor dem Termin

Klären Sie Gurtpositionen und Anschlagpunkte, entfernen Sie Logs, Geber und empfindliche Anbauteile, und stellen Sie sicher, dass der Versicherungsschutz bereits besteht, gerade bei einem neu gekauften Boot lohnt der Abschluss vor der Übergabe.

Fotografieren Sie den Rumpf vor dem Heben. Diese Bilder sind später der wichtigste Beleg dafür, welcher Schaden neu ist.

Beim Slippen mit Trailer

Auf der Rampe entstehen typische Schäden: Anstoßen am Slipwagen, Wegrollen des Anhängers, Kollision mit der Kaimauer. Die Bootshaftpflicht deckt Schäden an Dritten und an gemieteten Slipanlagen (Mietsachschäden), die Vollkasko Ihr eigenes Boot.

Ihr Trailer läuft ab Basis-Plus beitragsfrei in der Haftpflicht mit, wenn er im Antrag mit seinem Wert benannt ist. In die Kasko nehmen Sie ihn gegen Beitrag dazu. Im abgekoppelten Zustand ist das besonders relevant, weil die Kfz-Haftpflicht des Zugfahrzeugs dann nicht greift.

Boot kranen: so läuft der Krantermin ab

Kommen Sie pünktlich und mit vorbereitetem Boot zum Termin. Vor- und Achterleine sowie Fender liegen bereit, lose Gegenstände an Deck sind verstaut. Zeigen Sie dem Kranführer die Gurtpositionen. Viele Rümpfe haben dafür Markierungen, sonst helfen Angaben aus dem Handbuch der Werft.

Bei Segelbooten kann das Achterstag oder eine Antenne dem Kranhaken im Weg sein. Klären Sie vorher, ob Sie es lösen müssen. Während des Hebens ist niemand an Bord und niemand unter der schwebenden Last. Halten Sie das Boot mit Führungsleinen von Bug und Heck aus ruhig, damit es nicht pendelt oder gegen die Kaimauer schlägt.

Schauen Sie beim Anheben genau hin. Rutscht ein Gurt oder knarzt es am Rumpf, rufen Sie sofort Stopp. Ein kurzer Halt kostet weniger als ein Schaden am Gelcoat oder an der Welle.

Abstützen an Land: Lagerbock und Pallstützen

Ein Segelboot mit Kiel steht an Land auf dem Kiel. Er trägt das Gewicht, die Stützen halten das Boot nur aufrecht. Setzen Sie die Stützen paarweise gegenüber, an verstärkten Stellen des Rumpfs, etwa unter Schotten, und verbinden Sie gegenüberliegende Stützen, damit keine wegrutschen kann.

Motorboote stehen meist auf einem Lagerbock, der zur Rumpfform passen muss. Achten Sie darauf, dass die Auflagen breit genug sind und keine Druckstellen entstehen. Prüfen Sie nach dem Abstellen mit der Wasserwaage, ob das Boot gerade steht, damit Regenwasser über das Cockpit abläuft.

Bleibt das Boot länger an Land, kontrollieren Sie die Stützen nach einigen Tagen erneut. Der Untergrund kann sich setzen, vor allem auf Schotter oder nach starkem Regen. Ziehen Sie nachgebende Stützen gleichmäßig nach und immer nur paarweise, damit das Boot nicht einseitig belastet wird.

Boot slippen mit Trailer: Schritt für Schritt

Lassen Sie die Radlager nach der Anfahrt einige Minuten abkühlen. Heiße Lager, die ins kalte Wasser tauchen, ziehen Wasser an und rosten schneller. Nehmen Sie vor der Rampe die Beleuchtungsleiste ab, lösen Sie die Spanngurte bis auf die Bugwinde und setzen Sie den Lenzstopfen ein. Gerade der Stopfen wird am häufigsten vergessen.

Fahren Sie langsam rückwärts, am besten mit einem Einweiser. Erst wenn eine Bugleine an Land fest in der Hand ist, lösen Sie die Winde. Beim Aufslippen ziehen Sie das Boot mittig über die Kielrollen auf, sichern es mit der Winde und den Gurten und fahren erst dann aus dem Wasser.

Nach dem Slippen in Salzwasser spülen Sie Trailer, Bremsen und Lager mit Süßwasser ab. Das verlängert ihre Lebensdauer deutlich.

Schaden beim Kranen oder Slippen: richtig dokumentieren

Passiert etwas, unterbrechen Sie den Vorgang und sichern Sie zuerst das Boot. Fotografieren Sie den Schaden aus mehreren Blickwinkeln, dazu die Gurte, das Gerät und die Umgebung. Notieren Sie Uhrzeit, den Namen des Kranführers und Zeugen.

Lassen Sie sich den Schaden vom Betrieb schriftlich bestätigen und unterschreiben Sie keine Erklärung ohne eigenen Vermerk. Fotos und Notizen helfen bei einer Schadenmeldung, die Sie möglichst zeitnah abgeben.

Checkliste zum Abhaken

  1. Gurtpositionen mit dem Kranführer abgesprochen
  2. Logge, Geber und empfindliche Anbauteile gesichert
  3. Rumpf vor dem Heben fotografiert
  4. Achterstag und Antennen auf Kollision mit dem Haken geprüft
  5. Führungsleinen an Bug und Heck bereit
  6. Stützen paarweise gesetzt und miteinander verbunden
  7. Vor dem Slippen: Radlager abgekühlt, Lichtleiste ab
  8. Lenzstopfen eingesetzt
  9. Bugleine fest in der Hand, bevor die Winde gelöst wird
  10. Trailer nach Salzwasser mit Süßwasser gespült

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Sind Kranschäden versichert?

Schäden am eigenen Boot deckt die Kasko; Ansprüche gegen den Kranbetreiber prüfen wir im Schadenfall parallel.

Was gilt beim Slippen?

Schäden an Dritten und an gemieteten Slipanlagen deckt die Haftpflicht, Schäden am eigenen Boot die Vollkasko.

Muss der Schutz vorher bestehen?

Ja, schließen Sie am besten vor Übergabe bzw. vor dem Krantermin ab, dann besteht auch beim Transport Schutz.

Darf ich beim Kranen an Bord bleiben?

Nein. Während das Boot hängt, ist niemand an Bord und niemand unter der Last. Sie helfen am besten mit Führungsleinen vom Steg aus und folgen den Anweisungen des Kranführers.

Warum soll ich die Radlager vor dem Slippen abkühlen lassen?

Warme Radlager ziehen sich im kalten Wasser schlagartig zusammen und saugen dabei Wasser an. Das führt zu Rost und vorzeitigem Verschleiß. Ein paar Minuten Pause vor der Rampe reichen meist aus.

Was tue ich, wenn mein Boot beim Kranen beschädigt wird?

Stoppen Sie den Vorgang, fotografieren Sie Schaden, Gurte und Gerät und notieren Sie Zeit, Beteiligte und Zeugen. Lassen Sie sich den Schaden vom Betrieb schriftlich bestätigen und melden Sie ihn zeitnah.

NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, 03375 / 29 12 77

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