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Winterlager-Checkliste für Boote

Saison & Pflege · 6 Min. Lesezeit · NAMMERT Fachredaktion

Kurz gesagt

Wasser vollständig ablassen, Motor konservieren, Batterie laden und ausbauen, Abdeckung sturmsicher spannen, und prüfen, ob die Police Winterlagerschäden deckt. Die Winterlager-Checkliste weiter unten fasst alle Punkte zum Abhaken zusammen, damit Sie typische Winterschäden vermeiden.

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Die Skizze zeigt das Boot an Land auf Stützen: Wasser wird abgelassen, die Batterie kommt von Bord und zum Schluss legt sich die Plane straff über das Gerüst.

Warum das Winterlager versicherungstechnisch zählt

Ein erheblicher Teil aller Kaskoschäden entsteht nicht auf dem Wasser, sondern an Land: Sturm reißt Planen und Gerüste um, Frost sprengt Leitungen, Hallenbrände zerstören ganze Bootsreihen, und im Lager werden Außenborder und Elektronik gestohlen.

Wichtig zu wissen: Brennt eine Halle voller Boote, ist die Halle über den Eigentümer versichert, Ihr Boot jedoch nur über Ihre eigene Kasko. Bei NAMMERT sind Winterlagerschäden in Teil- und Vollkasko enthalten; bei einer Saisonpolice (01.04. bis 31.10.) besteht dort kein Schutz.

Motor und Antrieb

Kühlkreislauf vollständig entleeren oder mit Frostschutz füllen, Impeller prüfen, Öl und Filter wechseln, Getriebeöl kontrollieren. Außenborder senkrecht lagern, Kraftstoffsystem entleeren oder mit Stabilisator behandeln.

Dokumentieren Sie Wartungsarbeiten mit Rechnungen: Im Schadenfall erleichtert das die Abgrenzung zwischen versichertem Ereignis und nicht versichertem Verschleiß.

Wasser, Tanks und Leitungen

Frischwasser-, Abwasser- und Fäkalientank leeren und spülen, Leitungen und Pumpen entleeren, Boiler ablassen, Seeventile schließen und markieren. Frostschäden an Leitungen sind einer der teuersten und häufigsten Winterschäden.

Bilge trockenlegen und Lenzpumpe testen; bei Wasserliegern Heizung oder Frostwächter einplanen.

Batterie, Elektrik und Elektronik

Batterien laden, abklemmen und frostfrei lagern; bei Lithium-Systemen die Herstellervorgaben zum Ladezustand beachten. Abnehmbare Elektronik, Plotter, Echolot, Funkgerät, nehmen Sie besser mit nach Hause.

Abnehmbare Geräte geben Sie in der Police als technische Ausrüstung an; fest verbaute Technik zählt zum Bootswert.

Abdeckung, Lagerung und Diebstahlschutz

Gerüst standfest und sturmsicher aufbauen, Plane straff spannen und regelmäßig kontrollieren, durchhängende Planen sammeln Wasser und scheuern den Lack. Sorgen Sie für Belüftung, damit sich keine Feuchtigkeit sammelt.

Außenborder abschließen oder abnehmen, Trailer mit Kupplungsschloss sichern. Der Diebstahl einzelner Teile, inklusive Außenborder, ist ausschließlich über die Vollkasko gedeckt.

Boot winterfest machen: Zeitpunkt und Reihenfolge

Beginnen Sie mit dem Winterfestmachen, bevor die ersten Nachtfröste kommen. Schon eine einzige kalte Nacht reicht, damit Restwasser in Motor, Pumpen oder Leitungen gefriert. Buchen Sie den Krantermin deshalb früh, denn im Herbst sind Kran und Lagerplätze schnell vergeben.

Bewährt hat sich eine feste Reihenfolge: Fahren Sie den Motor vor dem Kranen warm und wechseln Sie das Öl, solange es warm und dünnflüssig ist. Nach dem Kranen folgt die Reinigung des Unterwasserschiffs, danach die Arbeit im Inneren. Wer so vorgeht, muss nichts zweimal anfassen.

Schreiben Sie sich vorab eine Liste mit Material, das Sie brauchen: Frostschutz, Öl, Filter, Impeller, Feuchtigkeitsabsorber und Spanngurte. So bleibt das Boot nicht halb fertig stehen, weil ein Teil fehlt.

Unterwasserschiff reinigen und Rumpf kontrollieren

Reinigen Sie das Unterwasserschiff direkt nach dem Kranen. Solange Algen und Muscheln noch feucht sind, lösen sie sich mit dem Hochdruckreiniger leicht. Getrockneter Bewuchs sitzt dagegen fest und kostet im Frühjahr Stunden. Nutzen Sie dafür den Waschplatz und beachten Sie die Regeln Ihres Hafens zu Antifoulingresten.

Ist der Rumpf sauber, sehen Sie genau hin: Risse am Übergang von Kiel und Rumpf, Blasen im Gelcoat, Spiel im Ruder, abgenutzte Opferanoden und Schäden am Propeller. Was Sie jetzt entdecken, können Sie über den Winter in Ruhe planen. Datierte Fotos vom Zustand helfen später, Veränderungen zu erkennen, und sind auch bei einer Schadenmeldung nützlich.

Innenraum lüften und Schimmel im Boot vermeiden

Feuchtigkeit ist im Winterlager der stille Gegner. Nehmen Sie Polster und Matratzen mit nach Hause oder stellen Sie sie hochkant, lassen Sie Schränke, Schapps und den Kühlschrank offen und heben Sie Bodenbretter etwas an. Feuchtigkeitsabsorber im Salon und in der Vorschiffskoje nehmen zusätzlich Nässe auf.

Räumen Sie Lebensmittel, Getränke und Reinigungsmittel komplett von Bord. Volle Flaschen können bei Frost platzen, Essensreste locken Nager an. Segel spülen Sie mit Süßwasser, lassen sie vollständig trocknen und lagern sie locker gefaltet an einem trockenen Ort. Leinen und Fender nehmen Sie ebenfalls mit, dann trocknen sie und werden geschont.

Kontrollgänge im Winter und Auswintern im Frühjahr

Ein Winterlager ist kein Abstellen und Vergessen. Schauen Sie nach jedem Sturm und nach starkem Schneefall nach dem Boot. Räumen Sie Schnee von der Plane, ziehen Sie lose Gurte nach und prüfen Sie, ob die Stützen noch fest stehen. Bei Frost und Tauwetter kann der Boden nachgeben.

Nutzen Sie die Kontrollgänge für eine Notizliste: Was muss im Frühjahr ersetzt werden, welche Teile bestellen Sie besser jetzt? Wer im Winter plant, ist im Frühjahr schneller wieder im Wasser. Halten Sie beim Auswintern die umgekehrte Reihenfolge ein: erst Seeventile, Leitungen und Motor prüfen, dann Batterie einbauen, und erst dann kranen.

Checkliste zum Abhaken

  1. Kühlwasser abgelassen oder Frostschutz eingefüllt
  2. Öl- und Filterwechsel dokumentiert
  3. Tanks und Leitungen entleert, Seeventile geschlossen
  4. Batterien geladen, abgeklemmt, frostfrei gelagert
  5. Abnehmbare Elektronik ausgebaut
  6. Gerüst standfest, Plane straff, Belüftung gesichert
  7. Außenborder gesichert, Trailer abgeschlossen
  8. Police prüfen: Ganzjahres- statt Saisonschutz?
  9. Unterwasserschiff gereinigt, Rumpf und Anoden kontrolliert
  10. Polster, Lebensmittel und Getränke von Bord
  11. Nach Sturm und Schnee: Plane, Gurte und Stützen nachgesehen

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Sind Winterlagerschäden versichert?

Ja, in Teil- und Vollkasko, nicht jedoch in einer Saisonpolice, die vom 1. November bis 31. März keinen Schutz bietet.

Wer haftet bei einem Hallenbrand?

Die Halle ist über den Hallenbetreiber versichert, Ihr Boot nur über Ihre eigene Kaskoversicherung.

Sind Frostschäden gedeckt?

Plötzliche Frostschäden können Kaskoleistung sein; unterlassene Winterfestmachung gilt jedoch als Verschleiß bzw. Obliegenheitsverstoß. Dokumentieren Sie Ihre Arbeiten.

Wann sollte ich mein Boot ins Winterlager bringen?

Bevor die ersten Nachtfröste kommen, in Mitteleuropa meist im Oktober. Entscheidend ist, dass Motor, Leitungen und Tanks vor dem ersten Frost entleert oder mit Frostschutz versorgt sind. Buchen Sie den Krantermin früh, weil die Termine im Herbst knapp werden.

Halle oder Freilager: was ist besser für mein Boot?

In der Halle ist das Boot vor Wetter, Schnee und Sonne geschützt, dafür ist der Platz teurer und oft früh ausgebucht. Im Freilager brauchen Sie ein stabiles Gerüst, eine gut gespannte Plane und regelmäßige Kontrollgänge. In beiden Fällen gehören Belüftung und ein trockener Innenraum dazu.

Wie verhindere ich Schimmel im Boot über den Winter?

Sorgen Sie für Luftzug: Polster raus oder hochkant, Schränke offen, Bodenbretter angehoben und die Plane mit Lüftungsöffnungen. Feuchtigkeitsabsorber helfen zusätzlich. Wichtig ist, dass keine nassen Segel, Leinen oder Textilien an Bord bleiben.

NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, 03375 / 29 12 77

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