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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Kann man einzelne Körperteile versichern wie die Promis?

Kurz gesagt

Ja, man kann einzelne Körperteile versichern wie die Promis, aber nur als Einzelanfertigung auf dem Spezialmarkt in London, und nur wenn am Körperteil ein messbares Einkommen hängt. Für Privatleute übernimmt das die private Unfallversicherung: Ihre Gliedertaxe bewertet jede Hand, jedes Bein und jedes Auge mit einem festen Prozentsatz. Guter Schutz mit 100.000 Euro Summe kostet ab etwa 100 Euro im Jahr.

Kann man einzelne Körperteile versichern wie die Promis?

Was es kostet

Echte Promi-Policen werden einzeln verhandelt und nicht veröffentlicht. Für Privatleute zählen die Beiträge der Unfallversicherung.

BeispielRichtwert
Erwachsener, private Unfallversicherung mit 100.000 Euro Versicherungssumme, gut bewertetab etwa 100 Euro im Jahr
Aufpreis für 500 Prozent Progression, Büroangestellte, 42 Jahrebis etwa 10 Euro im Monat
Verlust einer Hand, 100.000 Euro Summe, GDV-Wert 55 Prozent, ohne Progression55.000 Euro Leistung
Verlust einer Hand, gleiche Summe, verbesserte Gliedertaxe mit 100 Prozent100.000 Euro Leistung

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Testergebnissen und Rechenbeispielen.

Ihr Beitrag hängt von Beruf, Alter und Summe ab.

Beispiele zur Leistung sind Richtwert aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Tischler, 38 Jahre, möchte seine Hände absichern

Er nimmt eine Unfallversicherung mit 150.000 Euro Summe und einer Gliedertaxe, die die Hand mit 70 Prozent bewertet.

Versicherungssumme150.000 Euro
Verlust der rechten Hand nach Sägeunfall70 Prozent
Leistung ohne Progression105.000 Euro
Verlust nur des Daumens, Satz 20 Prozent30.000 Euro

Die Hand bringt 105.000 Euro, mit Progression mehr. Einen Promi-Vertrag bräuchte er dafür nicht.

Was hinter den Promi-Policen steckt

Die bekannten Geschichten über versicherte Beine, Hände oder Stimmen von Stars stammen fast alle vom Versicherungsmarkt in London. Dort werden solche Körperteile einzeln versichert: Man legt eine Grenze fest, etwa den dauerhaften Verlust der Singstimme, und wird sie erreicht, zahlt der Vertrag.

Vieles davon ist Werbung. Der Markt veröffentlicht keine Kundenlisten, und manche Promi-Policen, die durch die Presse gehen, sind nie belegt worden. Echt ist das Prinzip: Wer mit einem Körperteil sein Geld verdient, kann diesen Ausfall gezielt einkaufen.

Warum es für Privatleute anders läuft

Wer einzelne Körperteile versichern will, ohne Bühnenkarriere, bekommt auf dem Spezialmarkt kaum ein Angebot, denn dort zählt das Einkommen, das am Körperteil hängt. Für Sie erledigt das die private Unfallversicherung, die jeden Körperteil ohnehin mit einem festen Wert führt.

Diese Liste heißt Gliedertaxe. Verlieren Sie durch einen Unfall eine Hand oder ihre Funktion ganz, zahlt der Vertrag den dort genannten Prozentsatz Ihrer Versicherungssumme. Bei teilweiser Einbuße gibt es einen Bruchteil davon.

KörperteilGDV-EmpfehlungLeistung bei 100.000 Euro ohne Progression
Ein Arm70 Prozent70.000 Euro
Eine Hand55 Prozent55.000 Euro
Daumen20 Prozent20.000 Euro
Zeigefinger10 Prozent10.000 Euro
Bein über Mitte Oberschenkel70 Prozent70.000 Euro
Ein Fuß40 Prozent40.000 Euro
Ein Auge50 Prozent50.000 Euro
Stimme0 Prozentnichts aus der Tabelle

Ihr wertvollster Körperteil: verbesserte Gliedertaxe

Die GDV-Werte sind nur Empfehlungen. Viele Tarife setzen für Hand, Finger oder Auge deutlich mehr an, manche bis 100 Prozent für die Hand. Für Menschen, die mit den Händen arbeiten, ist diese verbesserte Gliedertaxe der eigentliche Weg, ihre Körperteile wie die Promis abzusichern.

Die Stimme steht in der Musterliste mit null Prozent. Wer vom Sprechen oder Singen lebt, sollte deshalb nicht auf die Gliedertaxe setzen, sondern auf eine Absicherung der Arbeitskraft, die bei Krankheit und Unfall zahlt.

Wo die Unfallversicherung für Körperteile nicht hilft

Die Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall. Verliert eine Pianistin die Beweglichkeit der Finger durch Arthrose, bekommt sie aus der Gliedertaxe nichts. Dafür ist die Berufsunfähigkeitsversicherung da, die auch Krankheiten abdeckt.

Auch Schönheit lässt sich über die Gliedertaxe nicht versichern. Eine Narbe im Gesicht oder ein abgebrochener Zahn mindern das Aussehen, die Funktion der Körperteile bleibt aber meist erhalten. Dann zahlt die Tabelle wenig oder nichts.

Schritt für Schritt

  1. Klären, welcher Körperteil Ihr Einkommen trägt: Hände, Augen, Beine oder Stimme.
  2. Bei Händen, Fingern und Augen eine Unfallversicherung mit verbesserter Gliedertaxe wählen.
  3. Bei der Stimme oder Krankheitsrisiken eine Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen.
  4. Versicherungssumme so wählen, dass ein Umbau des Berufslebens bezahlbar ist.
  5. Nur bei echtem Bühnen- oder Sporteinkommen eine Einzelpolice auf dem Spezialmarkt anfragen.

Checkliste

  • Gliedertaxe für Hand und Finger über den GDV-Werten
  • Progression von mindestens 350 Prozent
  • Beruf im Antrag richtig angegeben
  • Krankheitsrisiko über Berufsunfähigkeit abgedeckt
  • Versicherungssumme mindestens 100.000 Euro

Häufige Fehler

  • Glauben, die Stimme sei über die Unfallversicherung geschützt
  • Nur auf den Beitrag schauen und die Gliedertaxe nicht lesen
  • Für Körperteile ohne Einkommen eine teure Einzelpolice suchen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Wie viel kostet es, die Beine zu versichern wie ein Star?

Dafür gibt es keine Preisliste.

Solche Einzelverträge werden je Person verhandelt und nur bei nachweisbarem Einkommen angeboten.

Privatleute decken Beine über die Unfallversicherung ab.

Kann ich meine Hände versichern?

Ja, über die private Unfallversicherung.

Achten Sie auf eine verbesserte Gliedertaxe,

die die Hand deutlich höher bewertet als die 55 Prozent der Musterliste.

Kann man die Stimme versichern?

Über die Gliedertaxe nicht, die Musterliste setzt null Prozent an.

Sänger und Sprecher sichern sich über die Berufsunfähigkeitsversicherung ab,

Profis teils über Einzelpolicen.

Zahlt die Unfallversicherung auch bei Krankheit?

Nein, nur wenn ein Unfall den Körperteil dauerhaft schädigt.

Für Krankheiten ist die Berufsunfähigkeitsversicherung zuständig.

Sind die Promi-Geschichten wahr?

Manche ja, manche nicht.

Der Markt in London nennt keine Kunden, und einige berühmte Policen sind nie belegt worden.

Das Prinzip gibt es aber wirklich.

Quellen

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