Kann man einzelne Körperteile versichern wie die Promis?
Ja, man kann einzelne Körperteile versichern wie die Promis, aber nur als Einzelanfertigung a …
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Kurz gesagt
Ja, man kann seine Hände versichern, allerdings nicht mit einem eigenen Händetarif. Der Schutz entsteht aus zwei Verträgen: einer Unfallversicherung mit verbesserter Gliedertaxe, die für die Hand bis zu 100 statt üblich 55 Prozent ansetzt, und einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die auch bei Krankheit zahlt. Guter Unfallschutz kostet ab gut 100 Euro im Jahr.
Was Unfall- und Berufsunfähigkeitsschutz für die Hände kostet.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Unfallversicherung, Erwachsener, guter Schutz im Test | für gut 100 Euro im Jahr |
| Unfallversicherung, Erwachsener, sehr guter Tarif im Test | ab 188 Euro im Jahr |
| Mehrbeitrag für eine verbesserte Gliedertaxe der Hände | etwa 10 bis 25 Prozent |
| Berufsunfähigkeit, 30 Jahre, kaufmännischer Beruf, 1.000 Euro Rente | etwa 50 bis über 100 Euro im Monat |
| Berufsunfähigkeit, Dachdecker, Beginn mit 20 Jahren, 1.000 Euro Rente | etwa 100 bis über 200 Euro im Monat |
| Berufsunfähigkeit, Ärztin 30 Jahre, 2.500 Euro Rente | etwa 90 bis 160 Euro im Monat |
Stand Oktober 2026.
Unfallbeiträge aus dem Test vom Februar 2026, BU-Beispiele der Verbraucherzentrale.
Der Mehrbeitrag für die Gliedertaxe,
das Beispiel der Ärztin und das Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Ihr Beitrag hängt von Beruf, Alter und Gesundheit ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
So wirkt die verbesserte Gliedertaxe, wenn ein Unfall den Daumen der linken Hand vollständig unbrauchbar macht.
| Übliche Gliedertaxe, Daumen 20 Prozent | 30.000 Euro |
| Verbesserte Gliedertaxe, Daumen 50 Prozent | 75.000 Euro |
| Teilweise Funktionsstörung, ein Viertel des Daumenwerts | 7.500 oder 18.750 Euro |
| Mehrbeitrag für die verbesserte Gliedertaxe | etwa 20 bis 50 Euro im Jahr |
Die verbesserte Gliedertaxe bringt beim vollständigen Verlust 45.000 Euro mehr. Bei nur teilweiser Störung zahlt der Vertrag anteilig, ohne Rücksicht darauf, ob Sie noch spielen können.
Ein Tarif, der nur die Hände versichert, ist im Privatkundengeschäft unüblich. Den Schutz für Ihre Hände bauen Sie aus einer privaten Unfallversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung zusammen.
Die Unfallversicherung zahlt eine feste Summe, wenn ein Unfall die Hand dauerhaft schädigt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können, egal ob durch Unfall oder Krankheit.
| Ursache des Handschadens | Unfallversicherung | Berufsunfähigkeitsversicherung |
|---|---|---|
| Schnitt, Sturz, Quetschung | ja, nach Gliedertaxe | ja, wenn Sie den Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können |
| Arthrose, Rheuma, Sehnenleiden | nein, keine Unfallfolge | ja, unter derselben Voraussetzung |
| Nervenschaden nach Operation | in der Regel nein | ja, unter derselben Voraussetzung |
| Kleiner Dauerschaden am Finger | ja, anteilig nach Gliedertaxe | meist nein, der Beruf bleibt möglich |
Die Gliedertaxe legt fest, wie viel Prozent der Versicherungssumme der Verlust oder die volle Funktionsunfähigkeit eines Körperteils wert ist. Üblich sind für die Hand im Handgelenk 55 Prozent, für den Daumen 20 und für einen anderen Finger 5 Prozent.
Für Berufe, die von den Händen leben, gibt es verbesserte Gliedertaxen. Ein Rahmenvertrag für Musiker setzt etwa Arm und Hand mit 100 Prozent, den Daumen mit 50 und andere Finger mit 30 Prozent an. Für Heilberufe bieten einzelne Versicherer ähnliche Werte für Hand, Daumen und Zeigefinger.
Auch die verbesserte Gliedertaxe fragt nicht, ob Sie mit der verletzten Hand noch Geige spielen oder operieren können. Das Oberlandesgericht München hat 2022 (Az. 25 U 3648/21) bei einem Berufsmusiker entschieden, dass die Funktion des Fingers allgemein medizinisch bewertet wird.
Der Musiker bekam deshalb nur 25 Prozent statt der vollen 100 Prozent für den Finger. Wer genau den Berufsausfall absichern will, braucht dafür die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Chirurgen, Zahnärzte, Physiotherapeuten, Musiker, Feinmechaniker und Handwerker verlieren mit einer geschädigten Hand oft ihr Einkommen. Für sie lohnt sich die verbesserte Gliedertaxe und eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit ausreichender Rente.
Arbeiten Sie im Büro, schützt Sie die übliche Gliedertaxe meist ausreichend. Eine teure Sondertaxe für die Hände brauchen Sie dann nicht.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte zahlen, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Wichtig ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung, damit der Versicherer Sie nicht auf einen anderen Beruf verweist.
Für Berufe mit hohem Handrisiko ist die Berufsunfähigkeitsversicherung teurer. Je jünger Sie abschließen, desto günstiger bleibt der Beitrag.
Fragen und Antworten
Nicht einzeln.
Finger sind in der Gliedertaxe der Unfallversicherung mit eigenen Prozentsätzen enthalten,
die sich in besseren Tarifen erhöhen lassen.
Nein, Arthrose ist eine Krankheit und kein Unfall.
Hier hilft nur die Berufsunfähigkeitsversicherung,
wenn Sie deshalb Ihren Beruf nicht mehr ausüben können.
Bei üblicher Gliedertaxe 55 Prozent der Versicherungssumme, bei 150.000 Euro also 82.500 Euro.
Mit verbesserter Gliedertaxe kann es bis zu 100 Prozent sein, Progression nicht eingerechnet.
Meist nicht.
Der Mehrbeitrag lohnt sich vor allem, wenn Ihr Einkommen an der Feinmotorik der Hände hängt.
Ja, für Heilberufe bieten einzelne Versicherer Unfalltarife mit erhöhter Gliedertaxe für Hand,
Daumen und Zeigefinger und einer Infektionsklausel.
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