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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Maschinenversicherung

Was bedeutet der Versicherungswert 1971 in der Maschinenversicherung?

Kurz gesagt

Der Versicherungswert 1971 bedeutet in der Maschinenversicherung: der Neuwert Ihrer Maschine, zurückgerechnet auf den Preisstand von 1971. Sie teilen den heutigen Listenpreis mit Fracht und Montage durch den Summenfaktor, 2026 für Maschinen 3,3390. Aus 250.000 Euro werden so rund 74.873 Euro. Stimmt dieser Wert bei Abschluss, gibt es später keinen Abzug wegen Unterversicherung.

Was bedeutet der Versicherungswert 1971 in der Maschinenversicherung?

Was es kostet

Die Faktoren, mit denen aus Werten 1971 die heutigen Summen und Beiträge werden. Basis 1971 gleich 1,0.

BeispielRichtwert
Maschinen nach AMB und ABMG, Stand 1. Januar 2026Summenfaktor 3,3390, Beitragsfaktor 6,6246
Nur Baugeräte nach ABMG, Stand 1. Januar 2026Summenfaktor 3,7290, Beitragsfaktor 6,7416
Elektronik und Maschinen, Jahr 2000Summenfaktor 2,4009, Beitragsfaktor 3,7007
Elektronik und Maschinen, Jahr 2023Summenfaktor 3,0761, Beitragsfaktor 5,6570

Die Faktoren beruhen auf den vom Versicherungsverband veröffentlichten Zahlen und werden von den

Versicherern jährlich mitgeteilt; einzelne Häuser runden oder stufen leicht abweichend.

Maßgeblich ist der Faktor in Ihrem Vertrag.

Den Beitragssatz selbst legt jeder Versicherer fest; ihn zeigt erst das Angebot.

Rechenbeispiel

CNC-Bearbeitungszentrum, Listenpreis 250.000 Euro

Ein Metallbauer versichert 2026 eine neue Maschine und vergleicht den richtigen mit einem zu niedrigen Wert 1971. Schaden später: 30.000 Euro.

Listenpreis mit Fracht und Montage250.000 Euro
Geteilt durch Summenfaktor 3,3390Versicherungssumme 1971 rund 74.873 Euro
Richtig eingetragen, Schaden 30.000 Eurovoll ersetzt, abzüglich Selbstbeteiligung
Falsch eingetragen mit 50.000 Euro Wert 1971nur rund 67 Prozent, etwa 20.030 Euro
Angenommener Beitrag 1971 von 300 Euro mal 6,62461.987,38 Euro Beitrag 2026

Ein falscher Startwert kostet hier rund 10.000 Euro je Schaden, und zwar in jedem Jahr der Laufzeit.

Warum Maschinen heute noch in Preisen von 1971 versichert werden

Maschinenpreise steigen jedes Jahr. Damit Betriebe ihre Versicherungssumme nicht ständig von Hand nachziehen müssen, rechnen viele Verträge in einer festen Währung: dem Preisstand von 1971. Im Vertrag steht die Versicherungssumme 1971, und ein Index rechnet sie jedes Jahr auf heutige Preise hoch.

Die Grundlage ist eine Klausel aus den Musterbedingungen des Versicherungsverbands zur Angleichung der Beiträge und Versicherungssummen. Sie gibt es für stationäre Maschinen und für fahrbare Geräte, mit gleichem Aufbau.

So rechnen Sie den Versicherungswert 1971 aus

Ausgangspunkt ist der Neuwert, also der heutige Listenpreis der Maschine im Neuzustand zuzüglich Verpackung, Fracht, Zoll und Montage. Rabatte zählen nicht. Diesen Betrag teilen Sie durch den Summenfaktor des Jahres, in dem Sie die Summe festlegen.

Für 2026 liegt der Summenfaktor für Maschinen bei 3,3390, für Baugeräte bei 3,7290. Baugeräte haben einen eigenen Faktor, weil dort der Preisindex für Maschinen der Bauwirtschaft zählt.

Gibt es keinen Listenpreis mehr, nehmen Sie den Preis einer gleichwertigen neuen Maschine. Den Kaufpreis eines gebrauchten Geräts dürfen Sie nicht nehmen.

Neuwert heuteSummenfaktor 2026Versicherungssumme 1971
100.000 Euro Maschine3,3390rund 29.949 Euro
250.000 Euro Maschine3,3390rund 74.873 Euro
250.000 Euro Bagger3,7290rund 67.042 Euro
500.000 Euro Anlage3,3390rund 149.745 Euro

Summenfaktor und Beitragsfaktor: zwei verschiedene Zahlen

Die Versicherungssumme folgt nur der Preisentwicklung, gemessen am Erzeugerpreisindex für Investitionsgüter des Statistischen Bundesamts. Der Beitrag folgt zu 30 Prozent den Preisen und zu 70 Prozent den Löhnen in der Investitionsgüterindustrie, weil Reparaturen vor allem Arbeitszeit kosten.

Deshalb steigt der Beitrag in der Maschinenversicherung mit Wert 1971 schneller als die Summe. 2026 ist der Beitragsfaktor mit 6,6246 rund doppelt so hoch wie der Summenfaktor mit 3,3390.

Angeglichen wird einmal im Jahr mit den letzten vor Jahresende veröffentlichten Indizes. In der Fassung zu den AMB 2008 nur, wenn sich der Beitrag um mehr als 2 Prozent ändert.

Der Unterversicherungsverzicht und seine Bedingung

Normalerweise kürzt der Versicherer nach § 75 VVG jeden Schaden im Verhältnis, wenn die Versicherungssumme erheblich unter dem Versicherungswert liegt. Die 1971er Klausel ändert das: Unterversicherung besteht nur, soweit sie schon bei der Vereinbarung der Summe nach dem Stand März 1971 vorgelegen hätte.

Das heißt: Wer den Versicherungswert 1971 beim Abschluss richtig ermittelt, ist danach vor Kürzungen geschützt, egal wie stark die Preise steigen. Wer ihn zu niedrig ansetzt, trägt diesen Fehler über die ganze Laufzeit mit, denn der Index rechnet den Fehler einfach mit hoch.

Neue Teile, Umbauten und Erweiterungen erhöhen den Neuwert. Melden Sie sie, sonst entsteht an dieser Stelle doch eine Lücke.

Wann die 1971er Klausel nicht passt

Für sehr alte Maschinen, die der Versicherer nur noch zum Zeitwert entschädigt, zahlen Sie über den Beitragsfaktor einen steigenden Beitrag für eine Summe, die im Totalschaden nicht voll ausgezahlt wird. Prüfen Sie dann, ob ein Vertrag mit fester Summe günstiger ist.

Sie können die Klausel nach der Fassung zu den AMB 2008 kündigen, wenn der Beitrag dadurch in einem Jahr um mehr als 10 Prozent oder in drei Jahren um mehr als 20 Prozent steigt. Neuere Fassungen lassen diese Werte offen, sie stehen dann in Ihrem Vertrag.

Schritt für Schritt

  1. Heutigen Listenpreis der Maschine im Neuzustand beschaffen, beim Hersteller oder Händler.
  2. Fracht, Verpackung, Zoll und Montage hinzurechnen, Rabatte nicht abziehen.
  3. Betrag durch den Summenfaktor des Jahres teilen, den Ihr Versicherer nennt.
  4. Ergebnis als Versicherungssumme 1971 je Maschine in die Liste eintragen.
  5. Umbauten und Neuzugänge sofort mit eigenem Wert 1971 nachmelden.
  6. Bei jeder Beitragsrechnung prüfen, ob Summenfaktor und Beitragsfaktor stimmen.

Checkliste

  • Listenpreis neu als Grundlage, nicht Kaufpreis oder Restwert
  • Bezugskosten wie Fracht und Montage eingerechnet
  • Summenfaktor des Abschlussjahres verwendet
  • Baugeräte mit eigenem Baugerätefaktor gerechnet
  • Unterversicherungsverzicht in der Klausel nachgelesen
  • Kündigungsrecht bei starken Beitragssprüngen bekannt

Häufige Fehler

  • Den heutigen Neuwert direkt als Summe 1971 eintragen und damit dreifach zu viel zahlen
  • Den Kaufpreis nach Rabatt durch den Faktor teilen und so unterversichert starten
  • Den Faktor für Maschinen bei Baugeräten verwenden
  • Umbauten nicht melden und den Unterversicherungsverzicht dadurch verlieren

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Woher bekomme ich den Summenfaktor?

Ihr Versicherer teilt ihn jährlich mit, meist auf der Beitragsrechnung.

Er beruht auf dem Erzeugerpreisindex des Statistischen Bundesamts für Investitionsgüter,

bei Baugeräten für Maschinen der Bauwirtschaft.

Warum steigt mein Beitrag schneller als die Versicherungssumme?

Weil der Beitragsfaktor zu 70 Prozent den Löhnen folgt und Löhne seit 1971 stärker gestiegen sind

als Maschinenpreise.

2026 liegt er bei 6,6246, der Summenfaktor bei 3,3390.

Was passiert, wenn ich den Versicherungswert 1971 zu hoch ansetze?

Sie zahlen zu viel Beitrag.

Mehr als den tatsächlichen Schaden ersetzt der Versicherer trotzdem nicht.

Eine Überversicherung können Sie für die Zukunft herabsetzen lassen.

Gilt der Wert 1971 auch für gebrauchte Maschinen?

Ja.

Auch für eine gebrauchte Maschine zählt der Listenpreis einer neuen gleichwertigen Maschine,

nicht der Gebrauchtpreis.

Muss ich Maschinen mit Wert 1971 versichern?

Nein.

Es gibt auch Verträge mit heutigen Neuwerten und eigener Summenanpassung.

Wichtig ist dann, dass der Vertrag ebenfalls auf den Abzug wegen Unterversicherung verzichtet.

Was bedeutet Preisstand März 1971 bei den Beiträgen?

Auch der Beitrag steht im Vertrag in Werten von 1971.

Er wird mit dem Beitragsfaktor auf das laufende Jahr hochgerechnet.

Quellen

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