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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Warenkreditversicherung

Was kostet eine Warenkreditversicherung für kleine Unternehmen?

Kurz gesagt

Was eine Warenkreditversicherung für kleine Unternehmen kostet, bestimmt oft die Mindestprämie: Ratgeber nennen etwa 500 bis 6.000 Euro im Jahr. Der Prämiensatz liegt bei rund 1 bis 3 Promille vom versicherten Umsatz, dazu kommen Prüfgebühren von etwa 5 bis 100 Euro je Kunde. Bei 1 Million Euro Umsatz auf Rechnung landen Sie so grob bei 2.000 bis 4.000 Euro im Jahr.

Was kostet eine Warenkreditversicherung für kleine Unternehmen?

Was es kostet

Veröffentlichte Spannen aus Ratgebern. Tarifblätter mit festen Preisen gibt es für die Warenkreditversicherung kaum, weil jede Prämie nach Prüfung der Kundenliste entsteht.

BeispielRichtwert
Prämiensatz auf den versicherten Umsatzetwa 1 bis 3 Promille
Mindestprämie je Jahretwa 500 bis 6.000 Euro
Bonitätsprüfung je Kundeetwa 5 bis 100 Euro, Auslandskunden teurer
Höchstentschädigung im Jahroft das 20 bis 50fache der Jahresprämie

Stand der Recherche Oktober 2026, die Spannen stammen aus einem Ratgeber mit Stand Mai 2024.

Das Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis;

die echte Prämie steht erst nach Prüfung Ihrer Kundenliste fest.

Rechenbeispiel

Großhandel mit 1 Million Euro Umsatz auf Rechnung

Ein kleiner Großhändler liefert an 40 Firmenkunden, 15 davon liegen über der Prüfgrenze und brauchen ein eigenes Limit.

Versicherter Umsatz1.000.000 Euro
Prämie bei 1 bis 3 Promille1.000 bis 3.000 Euro
Angenommene Mindestprämie1.500 Euro, greift am unteren Ende
Prüfgebühren, 15 Kunden zu 30 bis 60 Euro450 bis 900 Euro

Zusammen etwa 1.950 bis 3.900 Euro im Jahr, also rund 0,2 bis 0,4 Prozent vom Umsatz.

Aus welchen Teilen sich der Preis zusammensetzt

Die Prämie einer Warenkreditversicherung ist kein Festpreis wie bei der Hausrat. Sie setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem Promillesatz auf den versicherten Umsatz, den Gebühren für die Bonitätsprüfung Ihrer Kunden und einer Mindestprämie, die in jedem Fall fällig wird.

Bezahlt wird am Ende der höhere Wert aus Promilleprämie und Mindestprämie, die Prüfgebühren kommen obendrauf. Wer nur den Promillesatz vergleicht, vergleicht deshalb oft das Falsche.

BestandteilÜbliche SpanneWorauf es ankommt
Promillesatzetwa 1 bis 3 Promille vom UmsatzBranche, Kunden, Exportländer
Mindestprämieetwa 500 bis 6.000 Euro im Jahrbei kleinen Umsätzen oft der eigentliche Preis
Prüfgebühr je Kundeetwa 5 bis 100 Euronur für Kunden über der Prüfgrenze
Selbstbehalt im Schaden10 bis 40 Prozentniedriger Selbstbehalt kostet mehr Prämie

Warum bei kleinen Umsätzen die Mindestprämie entscheidet

Ein kleiner Betrieb mit 300.000 Euro Umsatz auf Rechnung käme bei 2 Promille rechnerisch auf 600 Euro Prämie. Liegt die Mindestprämie der Warenkreditversicherung bei 1.500 Euro, zahlt er 1.500 Euro, also effektiv 5 Promille.

Für kleine Unternehmen gibt es deshalb Pauschaltarife mit fester Jahresprämie und vereinfachter Prüfung. Sie lohnen sich vor allem, wenn Sie viele Kunden mit kleinen Beträgen haben und nicht für jeden ein eigenes Kreditlimit beantragen wollen.

Was den Promillesatz treibt

Den Satz Ihrer Warenkreditversicherung bestimmen vor allem Ihre Kundenbranchen, Ihre Zahlungsziele und Ihre Ausfälle der letzten Jahre. Bau und Handel mit schwachen Margen gelten als teurer, Lieferungen an große, solide Abnehmer als günstiger.

Exporte in Länder mit politischen Risiken, Zahlungsziele über 60 Tage und ein niedriger Selbstbehalt erhöhen den Promillesatz. Ein ordentliches Mahnwesen und saubere Unterlagen zu Ihren Kunden senken ihn.

Kosten, die nicht auf der Rechnung stehen

Zur Warenkreditversicherung gehört Arbeit: Umsätze melden, Limits beantragen, überfällige Rechnungen fristgerecht anzeigen. Wer das schleifen lässt, zahlt Prämie und bekommt im Ernstfall trotzdem nichts.

Teuer wird auch der Selbstbehalt im Schaden und alles, was Sie über das bewilligte Limit hinaus liefern. Diesen Überhang trägt der Betrieb selbst, egal wie hoch die Prämie war.

Die Prämie im Verhältnis zum Ausfall

Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 in Deutschland 24.064 Unternehmensinsolvenzen beantragt, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Für Lieferanten auf Rechnung ist das Risiko eines Ausfalls damit eher gestiegen als gesunken.

Bei 5 Prozent Umsatzrendite muss ein Betrieb 1 Million Euro zusätzlich umsetzen, um einen Ausfall von 50.000 Euro auszugleichen. Gegen diese Rechnung wirkt eine Prämie von wenigen tausend Euro für die Warenkreditversicherung überschaubar.

Wann sich die Ausgabe nicht lohnt

Wer überwiegend an Privatkunden oder gegen Vorkasse verkauft, braucht keine Warenkreditversicherung: Privatkunden sind gar nicht versicherbar, und Vorkasse hat kein Ausfallrisiko.

Auch bei sehr vielen kleinen Kunden, bei denen kein einzelner Ausfall weh tut, ist die Mindestprämie oft höher als der erwartete Schaden. Dann reichen Bonitätsauskünfte, kurze Zahlungsziele und ein konsequentes Mahnwesen.

Schritt für Schritt

  1. Umsatz auf Rechnung mit Firmenkunden für das letzte Jahr zusammenstellen.
  2. Die zehn größten offenen Posten und deren Kunden auflisten.
  3. Ausfälle der letzten drei Jahre mit Betrag nennen.
  4. Angebote mit Promillesatz, Mindestprämie und Prüfgebühren getrennt anfordern.
  5. Gesamtkosten für Ihren Umsatz ausrechnen, nicht nur den Satz vergleichen.
  6. Selbstbehalt, Nichtzahlungsfrist und Meldefristen nebeneinanderlegen.

Checkliste

  • Mindestprämie im Angebot ausdrücklich genannt
  • Prüfgebühren je Kunde und Prüfgrenze bekannt
  • Selbstbehalt höchstens so hoch, wie Sie ihn tragen können
  • Nichtzahlung ohne Insolvenz nach wenigen Monaten versichert
  • Höchstentschädigung im Jahr reicht für mehrere Ausfälle
  • Meldefristen für überfällige Rechnungen im Betrieb geregelt

Häufige Fehler

  • Nur den Promillesatz vergleichen und die Mindestprämie übersehen
  • Alle Kleinkunden zur Prüfung anmelden und so hohe Prüfgebühren zahlen
  • Den niedrigsten Selbstbehalt wählen, obwohl ein höherer die Prämie spürbar senkt
  • Umsätze zu niedrig schätzen und später nachzahlen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet eine Warenkreditversicherung im Monat?

Bei kleinen Unternehmen meist zwischen 40 und 500 Euro,

weil die Mindestprämie von etwa 500 bis 6.000 Euro im Jahr den Preis bestimmt.

Gibt es eine Warenkreditversicherung ohne Mindestprämie?

Ja, einzelne Versicherer verzichten darauf, vor allem bei Pauschaltarifen.

Dafür sind Leistung oder Limits je Kunde oft enger.

Ist die Prämie als Betriebsausgabe absetzbar?

Ja, sie sichert betriebliche Forderungen ab und ist damit Betriebsausgabe.

Die Einzelheiten klärt Ihre Steuerberatung.

Wird die Prämie nach dem ersten Schaden teurer?

Das kann passieren.

Versicherer passen den Satz bei der Verlängerung an die Schadenquote an,

oft nach ein bis drei Jahren Laufzeit.

Lohnt sich die Versicherung unter 500.000 Euro Umsatz?

Nur, wenn ein einzelner Kunde einen großen Teil davon ausmacht.

Sonst ist die Mindestprämie meist höher als der zu erwartende Ausfall.

Was kostet die Vermittlung über einen Makler?

Für Sie nichts.

Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler,

die Courtage zahlt der Versicherer aus der Prämie.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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