Wer zahlt, wenn ich als Fahrgast in einem Robotaxi verletzt werde?
Wer als Fahrgast in einem Robotaxi verletzt wird, hat einen Anspruch gegen den Halter des Fah …
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Kurz gesagt
Als Fluggast in einem Flugtaxi sind Sie zuerst über den Betreiber geschützt: Er haftet für Ihre Verletzung bei einem Unfall an Bord auch ohne Verschulden und muss nach EU-Recht mindestens 250.000 Sonderziehungsrechte, rund 300.000 Euro, je Fluggast versichern. Ihre private Unfallversicherung zahlt zusätzlich, denn die Musterbedingungen schließen nur Piloten und Besatzung aus. Sie kostet meist 60 bis 180 Euro im Jahr.
Eine eigene Versicherung für Flugtaxi-Fluggäste wird nicht verkauft. Maßgeblich ist der Beitrag für die private Unfallversicherung, die auch im Flugtaxi gilt.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Erwachsener im Büroberuf, 100.000 Euro Grundsumme, Progression 350 Prozent | etwa 60 bis 180 Euro im Jahr |
| Erwachsener im Handwerk, gleicher Schutz | etwa 120 bis 260 Euro im Jahr |
| Einfacher Tarif, Progression 225 Prozent, ohne Unfallrente | etwa 44 bis 215 Euro im Jahr |
Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen.
Die Euro-Werte der Sonderziehungsrechte sind mit rund 1,20 Euro gerechnet.
Die Invaliditätsleistung im Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Ihr Beitrag hängt von Beruf, Grundsumme und Zusätzen ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Ein Fluggast bricht sich bei einer harten Landung das Handgelenk, es bleibt eine leichte Bewegungseinschränkung. Er hat eine Unfallversicherung mit 100.000 Euro Grundsumme. So teilt sich der Schaden auf.
| Behandlung und Verdienstausfall | Schadensersatz vom Betreiber |
| Schmerzensgeld | Anspruch gegen den Betreiber |
| Invalidität angenommen 10 Prozent | Unfallversicherung zahlt 10.000 Euro |
| Eigenanteil des Fluggastes | keiner, wenn beide Seiten zahlen |
Der Betreiber ersetzt den Schaden, die Unfallversicherung zahlt die vereinbarte Summe obendrauf, ohne Rücksicht auf das Verschulden.
Ein Flugtaxi ist rechtlich ein Luftfahrzeug, auch wenn es senkrecht startet und elektrisch fliegt. Wer Sie aufgrund eines Vertrags befördert, ist Luftfrachtführer und haftet für Fluggäste nach dem Montrealer Übereinkommen und den EU-Regeln; das deutsche Luftverkehrsgesetz greift nach § 44 ergänzend, wo diese nichts regeln.
Nach § 45 Luftverkehrsgesetz haftet der Luftfrachtführer, wenn ein Fluggast durch einen Unfall an Bord oder beim Ein- und Aussteigen getötet oder verletzt wird. Ohne Verschulden auf seiner Seite ist die Haftung auf 128.821 Rechnungseinheiten (Sonderziehungsrechte) je Fluggast begrenzt, bei Verschulden gilt diese Grenze nicht.
Die Verordnung (EG) 785/2004 schreibt Luftfahrtunternehmen und Betreibern vor, ihre Haftung für Fluggäste zu versichern: mindestens 250.000 Sonderziehungsrechte je Fluggast. Bei einem Kurs von rund 1,20 Euro sind das etwa 300.000 Euro; der Wert schwankt mit dem Kurs.
Für Sie heißt das: Ihr Anspruch auf Schadensersatz trifft beim Flugtaxi auf einen versicherten Betreiber. Behandlungskosten, Verdienstausfall und Schmerzensgeld fordern Sie vom Betreiber, nicht von Ihrer eigenen Versicherung.
Die Musterbedingungen der Unfallversicherung (AUB 2020) schließen in Ziffer 5.1.4 Unfälle als Führer eines Luftfahrzeugs mit Erlaubnispflicht, als Besatzungsmitglied und bei Berufen aus, die nur mit einem Luftfahrzeug ausgeübt werden. Fluggäste stehen nicht in dieser Liste, auch nicht Fluggäste in einem Flugtaxi ohne Pilot.
Die Unfallversicherung zahlt feste Beträge nach dem Grad der Invalidität, unabhängig davon, wer schuld ist. Sie ergänzt also den Schadensersatz vom Betreiber. Tarife dürfen von den Musterbedingungen abweichen, ein Blick in die Ausschlüsse Ihres Vertrags lohnt sich.
| Was nach einem Flugtaxi-Unfall passiert | Wer zahlt |
|---|---|
| Behandlung, Verdienstausfall, Schmerzensgeld | Betreiber über seine Pflichtversicherung |
| Dauerhafte Invalidität | zusätzlich Ihre private Unfallversicherung |
| Beschädigtes Gepäck | Betreiber nach den Regeln für Reisegepäck |
| Behandlung in Deutschland | zunächst Ihre Krankenversicherung |
| Verspätung oder Ausfall | Ansprüche gegen den Betreiber, keine Versicherungsfrage |
Eine eigene Flugtaxi-Versicherung für Fluggäste müssen Sie nicht abschließen. Der Schadensersatz läuft über die Pflichtdeckung des Betreibers, und eine bestehende Unfallversicherung gilt auch im Flugtaxi.
Sinnvoll ist eine private Unfallversicherung vor allem für Menschen ohne gesetzlichen Unfallschutz in der Freizeit. Sie schützt bei jedem Unfall im Alltag, das Flugtaxi ist dabei nur ein seltener Sonderfall.
Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat 2019 die Sonderbedingung SC-VTOL für senkrecht startende Luftfahrzeuge mit bis zu neun Sitzen veröffentlicht. Für die gewerbliche Beförderung von Fluggästen gilt dort die Kategorie Enhanced mit den höchsten Sicherheitsanforderungen.
Die Strategie des Bundesverkehrsministeriums vom Dezember 2024 sieht für Flugtaxis und Drohnen erste Teststrecken bis 2026 vor, begrenzte Gebiete bis 2028, regionalen Verkehr bis 2030 und einen bundesweiten Betrieb bis 2032.
Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler private Unfallversicherungen. Ein Makler kann prüfen, ob Ihr Vertrag Luftfahrt anders regelt als die Musterbedingungen, und Angebote mit passender Grundsumme und Progression vergleichen. Die Courtage zahlt der Versicherer, für Sie ist das kostenlos.
Fragen und Antworten
Genauso: Der Betreiber haftet und muss seine Haftung für Fluggäste versichern.
Die Musterbedingungen der Unfallversicherung schließen Fluggäste auch ohne Pilot an Bord nicht aus.
Ja.
Nach der Verordnung (EG) 785/2004 braucht er eine Haftpflichtversicherung für Fluggäste über
mindestens 250.000 Sonderziehungsrechte je Fluggast.
Nach den Musterbedingungen AUB 2020 ja, denn ausgeschlossen sind nur Piloten mit Erlaubnispflicht,
Besatzung und bestimmte Berufe.
Prüfen Sie, ob Ihr Tarif davon abweicht.
Nur wenn Sie selbst einen Schaden verursachen, etwa am Sitz oder an anderen Fluggästen.
Für Ihre eigene Verletzung ist sie nicht zuständig.
Die Strategie des Bundesverkehrsministeriums sieht erste Teststrecken bis 2026 und einen
bundesweiten Betrieb bis 2032 vor.
Für den Versicherungsschutz gelten schon heute die allgemeinen Regeln für Fluggäste.
NAMMERT Versicherungsmakler
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Ihr Makler: Norman Nammert, unter der Marke NAMMERT.
Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO.
Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37.
Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen.
Sie vermittelt Ihren Vertrag nicht.
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