Alles zur Versicherung: Betriebliche Krankenversicherung
Ist die betriebliche Krankenversicherung steuerfrei?
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Kurz gesagt
Ja, die betriebliche Krankenversicherung ist steuer- und sozialabgabenfrei, solange alle Sachbezüge eines Monats zusammen 50 Euro je Mitarbeiter nicht übersteigen. Voraussetzung: Der Arbeitgeber schließt den Vertrag ab, zahlt den Beitrag selbst an den Versicherer, und der Mitarbeiter kann statt des Schutzes kein Geld verlangen. Ab 50,01 Euro ist der ganze Betrag Arbeitslohn.
Was typische bKV-Tarife im Monat kosten und ob sie unter die 50-Euro-Grenze passen, nach veröffentlichten Tarifpreisen.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Budget 300 Euro im Jahr | etwa 10 Euro im Monat, deutlich unter der Grenze |
| Budget 600 Euro im Jahr | etwa 19 bis 26 Euro im Monat, unter der Grenze |
| Budget 1.200 Euro im Jahr | etwa 36 Euro im Monat, unter der Grenze, wenn sonst kein Sachbezug läuft |
| Budget 1.500 Euro im Jahr | bis etwa 56 Euro im Monat, über der Grenze und damit steuerpflichtig |
Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifpreisen.
Der Beitrag steht erst im Angebot fest.
Die steuerlichen Aussagen stützen sich auf § 8 EStG, § 1 SvEV,
den Bundesfinanzhof und das genannte Finanzgerichtsurteil.
Rechenbeispiel
Der Betrieb gibt jedem Mitarbeiter schon einen Tankgutschein über 25 Euro im Monat und will eine bKV mit 600 Euro Budget dazunehmen.
| Tankgutschein | 25,00 Euro im Monat |
| bKV, Budget 600 Euro, monatliche Zahlung | etwa 19 bis 25 Euro im Monat, je nach Tarif |
| Summe der Sachbezüge | etwa 44 bis 50 Euro |
| Freigrenze | 50,00 Euro |
Beides bleibt steuer- und sozialabgabenfrei, wenn der Tarif höchstens 25 Euro kostet. Ein Tarif über 25 Euro im Monat würde die Grenze sprengen; dann besser den Gutschein senken.
Steuerlich kommt es darauf an, was der Mitarbeiter bekommt: Geld oder Versicherungsschutz. Kann er nach dem Arbeitsvertrag nur den Schutz verlangen, ist die betriebliche Krankenversicherung Sachlohn. So hat es der Bundesfinanzhof 2018 entschieden, und das Bundesfinanzministerium hat die Abgrenzung im Schreiben vom 15. März 2022 festgehalten.
Zahlt der Betrieb dagegen einen Zuschuss auf eine Zusatzversicherung, die der Mitarbeiter selbst abgeschlossen hat, ist das Barlohn. Dann gibt es keine 50-Euro-Grenze, der Zuschuss wird voll versteuert und verbeitragt.
Auch ein Budgettarif ist Versicherungsschutz: Der Krankenversicherer erstattet Rechnungen für Brille, Zahnreinigung oder Heilpraktiker bis zum Jahresbudget, Bargeld gibt es nicht. Entscheidend ist, dass die Versorgungszusage nur den Versicherungsschutz verspricht und dem Mitarbeiter kein Wahlrecht auf Geld lässt.
Die Grenze ist kein eigener Topf für die bKV. Tankgutscheine, Guthabenkarten oder Jobticket-Anteile, die als Sachbezug laufen, zählen im selben Monat mit. Wer schon 30 Euro Gutschein gibt, hat für die betriebliche Krankenversicherung nur noch 20 Euro Luft.
Weil es eine Freigrenze ist, kippt bei Überschreitung alles: Bei 50,01 Euro wird der gesamte Monatswert steuer- und beitragspflichtig, nicht nur der Cent darüber.
| Monatswert aller Sachbezüge | Folge für die bKV |
|---|---|
| bKV 25 Euro, sonst nichts | steuer- und sozialabgabenfrei |
| bKV 25 Euro plus Gutschein 25 Euro | genau 50 Euro, noch frei |
| bKV 25 Euro plus Gutschein 30 Euro | 55 Euro, alles steuer- und beitragspflichtig |
| bKV 56 Euro allein | alles steuer- und beitragspflichtig |
| Zuschuss auf Vertrag des Mitarbeiters | immer Barlohn, keine Freigrenze |
Zahlt der Arbeitgeber den bKV-Beitrag für das ganze Jahr im Voraus, kann die Finanzverwaltung den Jahresbeitrag dem Zahlungsmonat zurechnen. Dann liegt der Wert weit über 50 Euro. Das Finanzgericht Baden-Württemberg hat 2022 (10 K 262/22) bei jährlicher Vorauszahlung einen monatlichen Zufluss angenommen. Das ist das Urteil eines einzelnen Finanzgerichts; die monatliche Zahlweise vermeidet den Streit.
Die meisten bKV-Tarife lassen sich monatlich abrechnen. Achten Sie im Angebot darauf, dass die Zahlweise zur Freigrenze passt.
Ein Budget von 1.200 Euro oder ein Paket mit Krankenhausbaustein kostet oft mehr als 50 Euro im Monat. Die betriebliche Krankenversicherung bleibt dann möglich, wird aber wie Gehalt behandelt: Lohnsteuer und Sozialversicherung fallen auf den ganzen Beitrag an.
Für den Betrieb bleibt der Beitrag in jedem Fall Betriebsausgabe. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie viel Wert die Mitarbeiter dem Schutz beimessen; häufig ist ein Tarif knapp unter der Grenze die bessere Wahl.
Die 600 Euro im Jahr für betriebliche Gesundheitsförderung nach § 3 Nr. 34 EStG gelten für zertifizierte Kurse wie Rückenschule, nicht für Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung. Beide Wege lassen sich nebeneinander nutzen, aber nicht gegeneinander tauschen.
Auch eine Gehaltsumwandlung funktioniert bei der bKV nicht steuerfrei: Die Leistung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn kommen (§ 8 Abs. 4 EStG).
Fragen und Antworten
Ja.
Seit 2022 liegt die Sachbezugsfreigrenze bei 50 Euro im Kalendermonat, vorher waren es 44 Euro.
Nein.
Bleibt sie innerhalb der Freigrenze, taucht sie nicht als Lohn auf.
Liegt sie darüber, ist sie schon in der Lohnabrechnung versteuert.
Dann ist der ganze Sachbezug des Monats steuer- und beitragspflichtig,
nicht nur der Teil über 50 Euro.
Die 50 Euro sind eine Freigrenze, kein Freibetrag.
Nein.
Erstattungen für Brille, Zahnersatz oder Heilpraktiker sind Versicherungsleistungen, kein Lohn.
Versichern Mitarbeiter Partner oder Kinder auf eigene Kosten zu Gruppenkonditionen,
ist das Privatsache und berührt die Freigrenze nicht.
Ja, als Personalaufwand, egal ob er unter oder über der Freigrenze liegt.
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Eine betriebliche Krankenversicherung gibt es bei den meisten Krankenversicherern ab 5 bis 10 …
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