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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Ist eine Kinderinvaliditätsversicherung sinnvoll?

Kurz gesagt

Ja, für viele Familien ist eine Kinderinvaliditätsversicherung sinnvoll, weil sie auch bei Krankheit zahlt: rund 90 Prozent der schweren Behinderungen gehen auf Krankheiten zurück, unter 1 Prozent auf Unfälle. Gute Tarife kosteten im Test etwa 107 bis 421 Euro im Jahr. Der Haken sind umfangreiche Gesundheitsfragen, abschließen sollten Sie deshalb früh.

Ist eine Kinderinvaliditätsversicherung sinnvoll?

Was es kostet

Beiträge und Leistungen aus einem veröffentlichten Test, dazu die Kinderunfallversicherung zum Vergleich.

BeispielRichtwert
Günstigster guter Tarif, nur Kapital 100.000 Euroetwa 107 Euro im Jahr
Testsieger, 1.000 Euro Monatsrente lebenslang plus 24.000 Euro einmaligetwa 275 Euro im Jahr
Gute Tarife im Test, ganze Spanneetwa 107 bis 421 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Kinderunfallversicherung, Grundsumme ab 100.000 Euro mit Progressionoft 40 bis 80 Euro im Jahr

Richtwerte aus der Angebotspraxis, angelehnt an einen Test von März 2020.

Neuere Testzahlen gibt es nicht, einzelne Tarife sind seither teurer geworden.

Ihr Beitrag hängt vom Alter des Kindes, der Leistung und dem Tarif ab.

Rechenbeispiel

Kind, Rente 1.000 Euro im Monat lebenslang plus 24.000 Euro

Was der Tarif des Testsiegers bei einer schweren Erkrankung mit 20 Jahren über 40 Jahre leisten würde.

Beitragetwa 275 Euro im Jahr
Einmalzahlung24.000 Euro
Rente über 40 Jahre1.000 Euro mal 480 Monate sind 480.000 Euro
Zum Vergleich: reines Kapital im günstigsten guten Tarif100.000 Euro einmal

Zusammen 504.000 Euro über 40 Jahre, ohne Dynamik gerechnet. Die Rente ist teurer, trägt aber über ein ganzes Leben; ein Kapital von 100.000 Euro muss dagegen alle Kosten eines ganzen Lebens auf einmal tragen.

Was eine Kinderinvaliditätsversicherung leistet

Sie zahlt, wenn ein Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft schwer beeinträchtigt wird. Häufig ist ein Grad der Behinderung von mindestens 50 vereinbart, das ist zugleich die Grenze, ab der das Gesetz von Schwerbehinderung spricht. Den Grad stellt das Versorgungsamt fest, der Versicherer zahlt dann die vereinbarte Leistung.

Die Leistung ist eine monatliche Rente, oft lebenslang, eine einmalige Kapitalzahlung oder eine Mischung aus beidem. Damit lassen sich Umbauten, Betreuung, Therapien und ein Einkommensausfall der Eltern auffangen, also genau die Kosten, die neben der Krankenkasse entstehen.

Warum sie mehr deckt als eine Kinderunfallversicherung

Eine Unfallversicherung fragt nach der Ursache und zahlt nur nach einem Unfall. Die Kinderinvaliditätsversicherung fragt nach dem Ergebnis, also nach der Schwere der Beeinträchtigung. Weil schwere Behinderungen überwiegend durch Krankheit entstehen, schließt sie die größere Lücke.

In einem veröffentlichten Test von 2020 zahlten 7 von 11 geprüften Policen bei Unfall und Krankheit, 4 nur bei Unfall und bestimmten Krankheiten. Lesen Sie deshalb genau, welche Krankheiten ein Tarif einschließt, bevor Sie ihn mit einer Unfallversicherung vergleichen.

PunktKinderunfallversicherungKinderinvaliditätsversicherung
Zahlt nach Unfalljaja, ab dem vereinbarten Grad
Zahlt nach Krankheitneinja, je nach Tarif vollständig oder nur bestimmte Krankheiten
Leistungsformmeist Kapital nach GliedertaxeRente, Kapital oder beides
Gesundheitsfragenwenige oder keineausführlich
Beitrag im Jahroft 40 bis 80 Euroetwa 107 bis 421 Euro

Gesundheitsfragen: der Zeitpunkt entscheidet

Der Versicherer prüft die Gesundheit des Kindes ähnlich gründlich wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Bekannte Erkrankungen und Behandlungen müssen Sie wahrheitsgemäß angeben, sonst riskieren Sie im Leistungsfall die Zahlung. Je nach Tarif sind psychische Erkrankungen ausgeschlossen.

Liegen Entwicklungsstörungen oder ein Krankheitsverdacht vor, kann der Versicherer den Vertrag ablehnen. Eine bestehende Behinderung oder schwere angeborene Erkrankung lässt sich nicht mehr versichern. Ein Antrag wenige Wochen nach der Geburt ist oft möglich und meist günstiger als später.

Was ohne diese Versicherung bleibt

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Behandlung und Hilfsmittel nach ihren Regeln. Ein Kind, das sich wegen einer Behinderung nicht selbst unterhalten kann, bleibt sogar ohne Altersgrenze familienversichert, wenn die Behinderung schon innerhalb der regulären Altersgrenzen bestand.

Was die Krankenkasse nicht ersetzt, sind die Folgekosten im Alltag und das Einkommen, das ein Elternteil verliert, wenn er für die Pflege beruflich kürzertritt. Genau diese Lücke soll eine Kinderinvaliditätsversicherung schließen.

Wann eine Kinderinvaliditätsversicherung nicht sinnvoll ist

Ist beim Kind schon eine Beeinträchtigung festgestellt, zahlt dafür keine neue Police. Reicht das Familienbudget nur für einen Vertrag, gehört das Geld zuerst in den Schutz der Eltern, also Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung, denn ohne deren Einkommen fehlt der Familie alles.

Ist das Kind schon älter, etwa ab 10 Jahren, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler die bessere Wahl sein, weil sie die heutige Gesundheit für das ganze Berufsleben festschreibt. Und wer Vermögen für das Kind bilden will, trennt Sparen und Versichern.

Schritt für Schritt

  1. Zuerst prüfen, ob die Eltern selbst mit Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert sind.
  2. Den Antrag stellen, solange das Kind gesund ist, möglichst in den ersten Lebensmonaten.
  3. Klären, ob der Tarif bei allen Krankheiten zahlt oder nur bei bestimmten.
  4. Zwischen Rente, Kapital und einer Mischung wählen, die Rente trägt länger.
  5. Die Gesundheitsfragen mit dem Kinderarztheft vollständig und wahrheitsgemäß beantworten.

Checkliste

  • Leistung bei Krankheit und Unfall, nicht nur bei bestimmten Krankheiten
  • Auslöser Grad der Behinderung 50 nach Feststellung des Versorgungsamts
  • Rente lebenslang oder ausreichend langes Kapital
  • Ausschlüsse, etwa für psychische Erkrankungen, gelesen
  • Gesundheitsfragen vollständig beantwortet
  • Schutz der Eltern bereits geregelt

Häufige Fehler

  • Die Kinderunfallversicherung für vollwertigen Ersatz halten
  • Warten, bis eine erste Auffälligkeit in der Akte steht
  • Vorbefunde bei den Gesundheitsfragen weglassen
  • Für das Kind versichern, bevor die Eltern selbst abgesichert sind
  • Einen Tarif wählen, der nur bei wenigen benannten Krankheiten zahlt, ohne es zu merken

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ab wann kann ich eine Kinderinvaliditätsversicherung abschließen?

Oft schon wenige Wochen nach der Geburt.

Je früher, desto eher ohne Ausschlüsse und meist günstiger.

Was kostet eine Kinderinvaliditätsversicherung?

Gute Tarife kosteten im Test von 2020 etwa 107 bis 421 Euro im Jahr, je nach Rente oder Kapital.

Zahlt sie bei angeborenen Krankheiten?

Eine schwere angeborene Erkrankung oder eine bei Geburt bestehende Behinderung kann den Abschluss

unmöglich machen.

Was später auftritt, ist versichert, soweit der Tarif die Krankheit einschließt.

Wer stellt die Invalidität fest?

Meist knüpft der Vertrag an den Grad der Behinderung an, den das Versorgungsamt feststellt,

häufig ab 50.

Rente oder Kapital?

Die Rente sichert über ein ganzes Leben, das Kapital hilft bei großen Einmalkosten wie einem Umbau.

Viele Familien wählen eine Mischung.

Brauche ich sie, wenn ich eine Unfallversicherung habe?

Die Unfallversicherung zahlt nur nach Unfällen, der seltenen Ursache schwerer Behinderungen.

Die Kinderinvaliditätsversicherung deckt auch Krankheit.

Quellen

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