Wie versichere ich ein privates Flugzeug?
Ein privates Flugzeug versichern Sie in drei Teilen. Pflicht ist die Halterhaftpflicht nach § …
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Kurz gesagt
Eine Loss-of-Licence-Versicherung ist eine Spezialversicherung für Piloten, Fluglehrer und Fluglotsen. Sie zahlt, wenn Ihnen nach Unfall oder Krankheit das fliegerärztliche Tauglichkeitszeugnis (Medical) entzogen wird: bei vorübergehendem Verlust oft 2 Prozent der Versicherungssumme im Monat für 12 bis 24 Monate, bei dauerhaftem Verlust einen Einmalbetrag.
Veröffentlichte Prämien gibt es kaum, weil jeder Antrag einzeln geprüft wird. Diese Werte zeigen die Größenordnung.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Gruppentarif einer australischen Pilotengewerkschaft, Summe je nach Alter bis 1.000.000 Australische Dollar | etwa 2.963 bis 3.283 Australische Dollar im Jahr |
| Berufspilot, 35 Jahre, Summe 150.000 Euro, eigene Police | etwa 750 bis 2.250 Euro im Jahr |
| Berufspilot, 50 Jahre, Summe 150.000 Euro, eigene Police | etwa 1.500 bis 3.500 Euro im Jahr |
Der erste Wert stammt aus einer veröffentlichten Unterlage (Stand 2026).
Die Werte für 35 und 50 Jahre sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis;
Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit, Summe und Umfang ab.
Rechenbeispiel
Nach einer Herzerkrankung wird ihr das Medical für acht Monate entzogen. Gerechnet nach dem Schweizer Bedingungsbeispiel.
| Höchstsumme (3 × 70.000 Euro) | 210.000 Euro |
| Gewählte Versicherungssumme | 150.000 Euro |
| Monatsrente (2 Prozent) | 3.000 Euro |
| Wartezeit 90 Tage, danach 5 Monate Rente | 15.000 Euro |
| Falls das Medical dauerhaft entfällt | Einmalbetrag 150.000 Euro abzüglich gezahlter Renten |
Bei acht Monaten Fluguntauglichkeit erhält sie 15.000 Euro. Wäre der Verlust dauerhaft, kämen 135.000 Euro als Einmalbetrag dazu.
Ohne gültiges Medical darf ein Pilot nicht fliegen, auch wenn er sonst arbeiten könnte. Genau diese Lücke schließt die Loss-of-Licence-Versicherung: Sie zahlt für den Verlust der Fluglizenz, nicht für allgemeine Arbeitsunfähigkeit.
Ein Schweizer Bedingungsbeispiel zeigt den üblichen Aufbau: Die Monatsrente beginnt nach 90 Tagen, der Einmalbetrag für den dauerhaften Verlust nach 180 Tagen. Schon gezahlte Monatsrenten werden vom Einmalbetrag abgezogen.
| Leistungsfall | Typische Leistung |
|---|---|
| Medical vorübergehend entzogen | 2 Prozent der Summe je Monat, 12 oder 24 Monate |
| Medical dauerhaft entzogen, Unfall oder Krankheit | 100 Prozent der Versicherungssumme |
| Dauerhaft wegen einer eingestuften Krankheit | in manchen Bedingungen 50 Prozent |
| Dauerhaft wegen psychischer Störung | in manchen Bedingungen 25 Prozent oder ausgeschlossen |
| Verlust wegen Alter oder Kündigung | keine Leistung |
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung prüft, ob Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Ob ein entzogenes Medical dafür schon genügt, steht in den Bedingungen und ist bei Piloten oft streitig.
Die Loss-of-Licence-Versicherung knüpft dagegen direkt an den Entzug des Medicals an. Deshalb schließen viele Piloten sie zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung ab: Die eine sichert das Einkommen bis zur Rente, die andere überbrückt die Zeit bis zu einem neuen Beruf.
Sinnvoll ist sie für alle, die mit der Lizenz ihr Einkommen verdienen: Linienpiloten, Berufspiloten in der Geschäftsfliegerei, Fluglehrer und Fluglotsen. Voraussetzung ist meist eine Berufslizenz und Einkommen daraus.
Privatpiloten brauchen keine Loss-of-Licence-Versicherung, denn ihnen entgeht kein Gehalt. Flugschüler sichern sich anders ab, über eine Trainingskostenversicherung, die die Ausbildungskosten ersetzt, wenn das Medical vor dem Abschluss entzogen wird.
Viele Bedingungen schließen Krankheiten durch Alkohol oder Drogen aus, psychische Erkrankungen sind oft nur eingeschränkt oder gegen Zuschlag versichert. Lesen Sie diesen Punkt vor dem Abschluss genau.
Mit dem Alter steigt die Prämie, und die Summe sinkt: Im Schweizer Beispiel gilt ab 60 Jahren nur noch die halbe Höchstsumme, ab 63 Jahren gibt es nur noch Unfallschutz.
Versicherungsnehmer kann der Arbeitgeber sein, etwa die Airline oder Flugschule, oder Sie selbst. Prüfen Sie zuerst Arbeitsvertrag und Tarifvertrag, ob schon ein Gruppenvertrag zur Loss-of-Licence-Versicherung besteht und wie hoch dessen Summe ist.
Reicht die Summe nicht, lässt sie sich mit einer eigenen Police aufstocken. Norman Nammert vermittelt solche Spezialdeckungen als Versicherungsmakler; die Courtage zahlt der Versicherer, für Sie ist das kostenlos.
Fragen und Antworten
Je nach Alter und Summe als Richtwert etwa 750 bis 3.500 Euro im Jahr für 150.000 Euro Summe.
Gruppentarife über Arbeitgeber oder Verbände sind oft günstiger.
Nein.
Versichert ist der Verlust durch Unfall oder Krankheit,
nicht das Erreichen einer Altersgrenze oder eine Kündigung.
In der Regel nicht, weil Sie kein Einkommen aus der Lizenz verlieren.
Für Ihr Flugzeug und Ihre Haftung gibt es eigene Versicherungen.
Die Trainingskostenversicherung ist für Flugschüler und ersetzt Ausbildungskosten.
Die Loss-of-Licence-Versicherung ist für Piloten mit Lizenz und ersetzt Einkommen.
Das hängt vom Tarif ab.
Manche schließen sie aus, manche zahlen dafür einen reduzierten Anteil, manche voll gegen Zuschlag.
Ja, zum Ende der Vertragslaufzeit.
Ohne Einkommen aus der Lizenz ist sie dann auch nicht mehr sinnvoll.
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Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO.
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