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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Kann man einen Flug ins All versichern?

Kurz gesagt

Einen Flug ins All kann man nur teilweise versichern. Satelliten und Raketenstarts deckt ein kleiner Spezialmarkt mit weltweit etwa 550 bis 600 Millionen US-Dollar Prämie im Jahr. Für Weltraumtouristen gibt es kein Standardprodukt: Ein suborbitaler Flug kostet 750.000 US-Dollar, und ob Ihre Unfall- oder Lebensversicherung zahlt, entscheiden allein deren Bedingungen.

Kann man einen Flug ins All versichern?

Was es kostet

Preise und Marktzahlen rund um Raumflug und Raumfahrtversicherung, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Ticket suborbitaler Flug bei einem US-Anbieter, je Platz750.000 US-Dollar
Platz auf einer privaten Mission zur Raumstation, 2025, laut Presserund 70 Millionen US-Dollar
Weltweite Bruttoprämie für Satelliten und Starts, 2025etwa 550 bis 600 Millionen US-Dollar im Jahr
Gute private Unfallversicherung für Erwachsene auf der Erde, Warentest 2026ab gut 100 Euro im Jahr

Ticketpreise sind veröffentlichte Angaben von Anbietern und Presse.

Ein fester Beitrag für die Absicherung eines einzelnen Raumflugs existiert nicht;

Zusatzdeckung im Spezialmarkt ist Richtwert aus der Angebotspraxis und wird einzeln gerechnet.

Norman Nammert prüft als Versicherungsmakler, was Ihre bestehenden Verträge abdecken.

Rechenbeispiel

Suborbitaler Flug, Ticket 750.000 US-Dollar, Familie mit zwei Kindern

Was vor dem Flug zu klären ist und wo Lücken entstehen können.

Ticket je Platz750.000 US-Dollar
Private Unfallversicherungnur wenn Raumfahrzeuge nicht ausgeschlossen sind
Risikolebensversicherungnach Bedingungen und Antragsfragen
Zusatzdeckung im Spezialmarktauf Anfrage, ohne festen Preis

Ohne schriftliche Zusage Ihrer Versicherer fliegen Sie praktisch auf eigenes Risiko. Klären Sie Unfall und Leben mindestens drei Monate vor dem Start.

Was in der Raumfahrt versichert wird

Versichert wird in der Raumfahrt vor allem Technik: der Satellit beim Start, im ersten Jahr im Orbit und danach im Betrieb, dazu die Haftung gegenüber Dritten. Dieser Markt ist klein. Für 2025 rechnete ein Fachdienst mit 550 bis 600 Millionen US-Dollar Bruttoprämie weltweit und einer Kapazität von nur etwa 600 Millionen US-Dollar je Risiko.

Wie riskant das Geschäft ist, zeigt 2023: Die Raumfahrtversicherer machten nach Angaben desselben Dienstes über 1 Milliarde US-Dollar Verlust. Für 2025 erwartet ein Makler wieder rund 500 Millionen US-Dollar Gewinn, die Prämiensätze sinken langsam.

Ein Flug ins All als Tourist

Wer als Privatperson ins All fliegt, kauft ein Ticket bei einem Raumfahrtunternehmen. Ein US-Anbieter suborbitaler Flüge verlangt seit März 2026 je Platz 750.000 US-Dollar; ein Platz für eine private Mission zur Raumstation kostete 2025 laut Presse rund 70 Millionen US-Dollar.

In den USA muss der Anbieter Sie nach Bundesrecht (14 CFR § 460.45) schriftlich über die Risiken aufklären und darauf hinweisen, dass die US-Regierung das Fahrzeug nicht als sicher zertifiziert hat. Sie unterschreiben, dass Sie freiwillig mitfliegen. Das eigene Risiko liegt damit weitgehend bei Ihnen.

Zahlt die private Unfallversicherung im All?

Die Musterbedingungen der Versicherungswirtschaft (AUB 2020, Stand Juni 2025) schließen Unfälle als Pilot oder Besatzungsmitglied eines Luftfahrzeugs aus, Fluggäste nicht. Nach § 1 Absatz 2 Luftverkehrsgesetz gelten Raumfahrzeuge als Luftfahrzeuge, solange sie im Luftraum sind.

Einzelne Bedingungswerke, etwa für Gruppenunfallversicherungen, schließen Unfälle bei der Benutzung von Raumfahrzeugen ausdrücklich aus. Ob Ihre Police beim Flug ins All zahlt, steht deshalb nur in Ihren eigenen Bedingungen. Lassen Sie sich das vor dem Flug schriftlich bestätigen.

Lebensversicherung und Familie

Eine Risikolebensversicherung soll im Todesfall die Familie absichern. Beim Raumflug ist entscheidend, was der Vertrag zu gefährlichen Unternehmungen sagt und welche Fragen Sie beim Abschluss beantwortet haben. Wer bei einem geplanten Raumflug Gesundheits- oder Risikofragen falsch beantwortet, gefährdet den ganzen Schutz.

Standardtarife für Raumflüge von Privatpersonen bietet der Markt nicht an. Zusätzliche Deckung für einen einzelnen Flug ins All gibt es nur auf Anfrage im Spezialmarkt, mit Prüfung im Einzelfall und ohne festen Preis.

Was das Weltraumrecht in Deutschland regelt

Ein deutsches Weltraumgesetz mit Genehmigung und Versicherungspflicht für Betreiber gibt es noch nicht. Das Bundeskabinett hat im September 2024 Eckpunkte dafür beschlossen, im Januar 2026 hat der Forschungsausschuss des Bundestags über einen Antrag zu einem Raumfahrtgesetz beraten.

Für Touristen ändert das wenig: Auch ein künftiges Weltraumgesetz würde vor allem Betreiber von Raketen und Satelliten verpflichten, nicht Passagiere.

Wann Sie sich keine Gedanken machen müssen

Wer nicht selbst fliegt, braucht keine Raumfahrtversicherung. Stürzt Weltraumschrott auf Ihr Haus, ist das ein Fall für die Wohngebäude- oder Hausratversicherung, je nach Bedingungen als Absturz eines Flugkörpers.

Planen Sie dagegen tatsächlich einen Flug ins All, lohnt ein Blick auf alle bestehenden Verträge: Unfall, Leben, Berufsunfähigkeit und Auslandskranken. Der Raumflug selbst ist meist das kleinere Problem; Training, Reise und Wartezeit am Startplatz zählen ebenso.

Schritt für Schritt

  1. Ticketvertrag lesen: Rücktritt, Verschiebung, Haftungsverzicht.
  2. Unfallversicherung auf Ausschlüsse für Luft- und Raumfahrzeuge prüfen.
  3. Risikolebensversicherung auf Regeln zu gefährlichen Unternehmungen prüfen.
  4. Versicherer schriftlich fragen, ob der konkrete Flug gedeckt ist.
  5. Bei Lücken Zusatzdeckung im Spezialmarkt anfragen lassen.

Checkliste

  • Schriftliche Bestätigung der Unfallversicherung
  • Schriftliche Bestätigung der Lebensversicherung
  • Auslandskrankenschutz für Training und Startort
  • Rücktrittsregeln des Tickets bekannt
  • Familie über Verträge und Ansprechpartner informiert

Häufige Fehler

  • Annehmen, die Unfallversicherung gelte überall in der Luft
  • Den Raumflug bei Antragsfragen verschweigen
  • Erst nach der Anzahlung an Versicherungen denken
  • Training und Reise zum Startplatz vergessen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann man ein Ticket für einen Raumflug gegen Absage versichern?

Eine übliche Reiserücktrittsversicherung ist für Reisepreise in dieser Höhe nicht gedacht.

Maßgeblich sind die Rücktritts- und Erstattungsregeln im Vertrag mit dem Anbieter.

Wer haftet, wenn ein Satellit abstürzt?

Nach Artikel II des Weltraumhaftungsübereinkommens der Vereinten Nationen haftet der Startstaat

ohne Verschulden für Schäden auf der Erde.

Betreiber versichern ihre eigene Haftung im Spezialmarkt.

Zahlt die Hausratversicherung bei Weltraumschrott auf dem Dach?

Viele Wohngebäude- und Hausratpolicen versichern den Absturz eines Luftfahrzeugs,

seiner Teile oder Ladung.

Ob Weltraumschrott darunter fällt, regelt Ihr Vertrag; fragen Sie im Schadenfall gezielt danach.

Gibt es eine Raumfahrtversicherung für Privatleute zum Abschließen?

Nein, ein Standardtarif existiert nicht.

Deckung für einen einzelnen Raumflug gibt es nur auf Anfrage und nach Einzelprüfung.

Wer hilft bei der Prüfung meiner Verträge?

Norman Nammert prüft als Versicherungsmakler Ihre bestehenden Policen.

Die Courtage zahlt der Versicherer, für Sie ist die Vermittlung kostenlos.

Quellen

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