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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauchen angestellte Apotheker?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen angestellte Apotheker brauchen: zuerst eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, denn das Versorgungswerk zahlt nur, wenn Sie gar nicht mehr als Apotheker arbeiten können. Mit 30 Jahren kosten 2.000 Euro Rente bis 67 ab etwa 66 Euro im Monat. Bei Abgabefehlern haftet zuerst der Inhaber der Apotheke, prüfen Sie Ihren Schutz bei Vertretungen.

Welche Versicherungen brauchen angestellte Apotheker?

Was es kostet

Beitragsbeispiele aus einem veröffentlichten Tarifvergleich ohne abstrakte Verweisung, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Pharmaziestudent, 24 Jahre, 1.500 Euro BU-Rente bis 67ab 57,13 Euro im Monat
Angestellter Apotheker in der Offizin, 30 Jahre, 2.000 Euro bis 67ab 65,70 Euro im Monat
Krankenhaus- oder Industrieapotheker, 35 Jahre, 2.500 Euro bis 67ab 87,54 Euro im Monat
Privathaftpflicht für Singlesetwa 40 bis 120 Euro im Jahr
Privat- und Berufsrechtsschutz, Singleetwa 250 Euro im Jahr

Werte aus den genannten Quellen.

Die Rechnung im Beispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Tätigkeit, Alter und Gesundheit ab.

Rechenbeispiel

Offizin-Apothekerin, 38 Jahre, 4.500 Euro brutto, Multiple Sklerose

Nach mehreren Schüben schafft sie nur noch vier Stunden am Tag. Vollzeit in der Offizin geht nicht mehr.

Versorgungswerknichts, weil sie noch teilweise als Apothekerin arbeiten kann
Gehalt bei vier Stunden täglichetwa die Hälfte des bisherigen Bruttos
Höchste versicherbare BU-Rente bei 60 Prozentetwa 2.700 Euro
Private BU mit 2.000 Euro Rentezahlt, weil sie zu 50 Prozent berufsunfähig ist

Ohne private Versicherung lebt sie von einem halben Gehalt. Mit Berufsunfähigkeitsversicherung kommen 2.000 Euro im Monat dazu.

Versorgungswerk statt Rentenversicherung

Angestellte Apotheker sind meist Pflichtmitglied im Versorgungswerk ihrer Kammer und lassen sich dafür von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien (§ 6 SGB VI). Das Versorgungswerk zahlt Altersrente, Hinterbliebenenrente und eine Rente bei Berufsunfähigkeit.

Die Berufsunfähigkeitsrente des Versorgungswerks ist aber streng: Sie gibt es nur, wenn Sie gar keine Tätigkeit im Apothekerberuf mehr ausüben können. Ist die Leistungsfähigkeit nur teilweise eingeschränkt, gibt es kein Ruhegeld. Manche Versorgungswerke nehmen ab einem bestimmten Alter keine neuen BU-Anträge mehr an.

Warum angestellte Apotheker privat ergänzen

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt in der Regel, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht ausüben können. Für eine Apothekerin, die nach einer Erkrankung nur noch halbtags arbeiten kann, macht das den ganzen Unterschied.

Als Innendienst gilt die Arbeit in der Offizin meist nicht vollständig, weil Sie viel stehen und Kunden bedienen. Krankenhaus- und Industrieapotheker mit überwiegend Schreibtischarbeit werden oft günstiger eingestuft. Versicherer begrenzen die Rente auf etwa 60 bis 70 Prozent des Bruttos, manche rechnen die Anwartschaft im Versorgungswerk teilweise an.

SituationVersorgungswerkPrivate BU
Kann gar nicht mehr als Apotheker arbeitenBU-RenteBU-Rente
Kann nur noch halbtags arbeitennichtsBU-Rente ab 50 Prozent
Kann nicht mehr in der Offizin stehen, aber im Büromeist nichtsje nach Bedingungen, ohne abstrakte Verweisung oft ja

Haftung bei Abgabefehlern

Gibt ein angestellter Apotheker ein falsches Medikament oder eine falsche Dosierung ab, hat der Kunde einen Vertrag mit der Apotheke. Der Inhaber muss sich Fehler seiner Angestellten wie eigene zurechnen lassen (§ 278 BGB) und hat dafür seine Betriebshaftpflicht. Gegenüber dem Inhaber haften Angestellte nach den Regeln der Arbeitnehmerhaftung nur eingeschränkt.

Lassen Sie sich trotzdem schriftlich bestätigen, dass Sie in der Police des Inhabers mitversichert sind. Arbeiten Sie als Vertretung in anderen Apotheken, auf eigene Rechnung oder nebenbei beratend, prüfen Sie, ob dieser Schutz dort gilt. Für fahrlässige Körperverletzung droht zudem ein Strafverfahren, dafür hilft ein Strafrechtsschutz.

Reihenfolge für angestellte Apotheker

Für angestellte Apotheker ergibt sich diese Reihenfolge. Was oben steht, sichert das Einkommen.

PrioritätVersicherungTypischer Beitrag
1Berufsunfähigkeitsversicherungab etwa 66 Euro im Monat mit 30 Jahren für 2.000 Euro
2Privathaftpflichtetwa 40 bis 120 Euro im Jahr
3Rechtsschutz mit Arbeits- und Strafrechtetwa 250 Euro im Jahr
4Eigene Berufshaftpflichtnur bei Vertretungen oder Tätigkeit auf eigene Rechnung
späterKrankenversicherung prüfenprivat erst über der Versicherungspflichtgrenze

Was angestellte Apotheker meist nicht brauchen

Eine zweite Haftpflicht für dieselbe Tätigkeit in der Apotheke ist überflüssig, wenn die Police des Inhabers Sie nachweislich erfasst. Eine Unfallversicherung ersetzt die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht, weil die meisten Fälle durch Krankheit entstehen.

Wer eine eigene Apotheke übernimmt, braucht Betriebs- und Inhaltsversicherung; dafür gibt es eigene Seiten zu den Betriebsarten. Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler; die Courtage zahlt der Versicherer.

Schritt für Schritt

  1. Satzung des Versorgungswerks zur Berufsunfähigkeit lesen.
  2. Private Berufsunfähigkeitsversicherung ohne abstrakte Verweisung anfragen.
  3. Mitversicherung in der Haftpflicht des Inhabers schriftlich bestätigen lassen.
  4. Schutz für Vertretungen und Nebentätigkeiten klären.
  5. Rechtsschutz mit Strafrecht ergänzen.

Checkliste

  • Lücke zwischen Versorgungswerk und Bedarf bekannt
  • Private BU mit Rente bis 67
  • Nachweis der Mitversicherung vorhanden
  • Vertretungen abgesichert
  • Privathaftpflicht vorhanden

Häufige Fehler

  • Sich auf die BU-Rente des Versorgungswerks verlassen
  • Die BU nur bis 60 oder 62 laufen lassen
  • Vertretungen in fremden Apotheken ohne Prüfung des Schutzes übernehmen
  • Die Offizin im Antrag als reine Bürotätigkeit angeben

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Reicht die BU-Rente des Versorgungswerks?

Meist nicht.

Sie zahlt nur,

wenn Sie gar nicht mehr als Apotheker arbeiten können, bei teilweiser Einschränkung gibt es nichts.

Brauchen angestellte Apotheker eine eigene Berufshaftpflicht?

In der Apotheke haftet zuerst der Inhaber mit seiner Police.

Eine eigene lohnt sich bei Vertretungen oder Tätigkeit auf eigene Rechnung.

Was kostet eine BU für Apotheker?

Mit 30 Jahren in der Offizin für 2.000 Euro Rente bis 67 ab etwa 66 Euro im Monat.

Kann ich als angestellter Apotheker in die PKV?

Ja, wenn Ihr Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Mehr dazu auf unserer Seite, wer privat versichert sein darf.

Hafte ich persönlich für einen Abgabefehler?

Gegenüber dem Kunden steht der Inhaber ein.

Ihm gegenüber haften Sie nach den Regeln der Arbeitnehmerhaftung,

bei grober Fahrlässigkeit aber in der Regel voll.

Quellen

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