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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauchen angestellte Ärzte?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen angestellte Ärzte brauchen: eine eigene Berufshaftpflicht als Ergänzung zur Klinikpolice, denn die Berufsordnung verlangt ausreichenden Schutz und Nebentätigkeiten deckt die Klinik meist nicht. Dazu eine Berufsunfähigkeitsversicherung, weil das Versorgungswerk erst bei fast völliger Aufgabe des Arztberufs zahlt. Mit 27 Jahren kosten 1.500 Euro Rente ab etwa 48 Euro im Monat.

Welche Versicherungen brauchen angestellte Ärzte?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragsbeispiele, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Assistenzärztin Innere, ohne OP, 27 Jahre, 1.500 Euro BU-Rente bis 67ab rund 48 bis 80 Euro im Monat
Allgemeinmediziner angestellt, 35 Jahre, 2.000 Euro BU-Renteab rund 75 bis 130 Euro im Monat
Chirurg in der Klinik, operativ, 38 Jahre, 2.500 Euro BU-Renteab rund 140 bis 230 Euro im Monat
Oberarzt kommunale Klinik, 50 Jahre, 3.000 Euro BU-Renteab rund 240 bis 410 Euro im Monat
Berufshaftpflicht für Ärzte, alle Formenetwa 225 bis 6.500 Euro im Jahr, ab 18,75 Euro im Monat
Privathaftpflicht für Singlesetwa 40 bis 120 Euro im Jahr

Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Beitragsbeispielen und Gesetzestexten.

Dass ergänzende Policen für Angestellte am unteren Ende der Spanne liegen,

und die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Fachrichtung, Alter und Gesundheit ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Assistenzärztin, 29 Jahre, Innere Medizin, mit Diensten als Notärztin auf Honorarbasis

Die Klinik deckt den Stationsdienst, die Notarztdienste auf eigene Rechnung aber nicht.

Berufsunfähigkeit, 2.000 Euro Rente bis 67etwa 65 bis 110 Euro im Monat
Eigene Berufshaftpflicht mit Notarzttätigkeitetwa 30 bis 80 Euro im Monat
Privathaftpflichtetwa 4 bis 10 Euro im Monat

Zusammen etwa 99 bis 200 Euro im Monat. Ohne Honorardienste reicht oft eine günstige Ergänzung zur Klinikpolice.

Was die Klinik und das Versorgungswerk für angestellte Ärzte schon tragen

Für Fehler im Dienst haftet gegenüber Patienten in der Regel der Krankenhausträger, angestellte Ärzte sind über seine Betriebshaftpflicht abgesichert. Die Musterberufsordnung verpflichtet aber jede Ärztin und jeden Arzt, sich ausreichend gegen Haftpflichtansprüche aus der beruflichen Tätigkeit zu versichern, ausdrücklich auch im Arbeitsverhältnis. Nebentätigkeiten, Gutachten und Hilfe außerhalb des Dienstes deckt die Klinikpolice meist nicht.

Als Kammermitglied mit Pflichtmitgliedschaft im Versorgungswerk können sich angestellte Ärzte von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen. Das Versorgungswerk zahlt dann bei Berufsunfähigkeit, aber erst, wenn Sie den Arztberuf nahezu vollständig aufgeben. Je nach Versorgungswerk kann sogar die Rückgabe der Approbation verlangt werden. Gesetzlich unfallversichert sind Sie als Angestellte trotzdem, für Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Infektionen im Dienst.

Reihenfolge: was angestellte Ärzte zuerst absichern

Die Reihenfolge folgt den Lücken: Haftung außerhalb der Klinikpolice und der Verlust der Arbeitskraft in Ihrer Fachrichtung wiegen am schwersten.

RangVersicherungBeitragWarum
1Berufshaftpflicht als ErgänzungArztpolicen etwa 225 bis 6.500 Euro im Jahr, ergänzend für Angestellte am unteren EndePflicht aus der Berufsordnung, Nebentätigkeit, Regress
2Berufsunfähigkeitetwa 48 bis 410 Euro im MonatVersorgungswerk zahlt erst bei völliger Aufgabe
3Kranken- und Krankentagegeldje nach Tarifüber 77.400 Euro Gehalt Wahl zwischen gesetzlich und privat
4Privathaftpflichtetwa 40 bis 120 Euro im JahrSchäden in der Freizeit
5Rechtsschutz mit Straf- und Arbeitsrechtnach TarifErmittlungsverfahren, Streit um Arbeitsvertrag

Berufsunfähigkeit: Fachrichtung und Infektionsklausel

Der Beitrag hängt stark davon ab, ob Sie operieren. Eine 27-jährige Assistenzärztin der Inneren ohne OP zahlt für 1.500 Euro Rente ab etwa 48 Euro, ein 38-jähriger Chirurg für 2.500 Euro ab etwa 140 Euro im Monat. Wer früh abschließt, zahlt weniger, weil Alter und Befunde den Beitrag treiben.

Für Ärzte wichtig ist eine Infektionsklausel. Untersagt das Gesundheitsamt nach dem Infektionsschutzgesetz die Arbeit am Patienten, etwa nach einer Hepatitis- oder HIV-Infektion, zahlt die BU mit Klausel, auch wenn Sie sich selbst gesund fühlen. Ohne Klausel bleibt der Versicherer in solchen Fällen oft leistungsfrei.

Haftung neben der Klinik: wann angestellte Ärzte eine eigene Police brauchen

Eine eigene Berufshaftpflicht brauchen angestellte Ärzte vor allem für Tätigkeiten außerhalb des Arbeitsvertrags: Notarzt- oder Praxisvertretungen auf eigene Rechnung, Gutachten, Impfaktionen, ehrenamtliche Einsätze und die Hilfe beim Notfall im Zug. Dazu kommt der Rückgriff des Arbeitgebers bei grober Fahrlässigkeit.

Lassen Sie sich von der Klinik schriftlich bestätigen, wer über die Betriebshaftpflicht versichert ist und mit welcher Summe. Krankenhäuser haben nicht immer eine Police, die Assistenzärzte und Ärzte in Weiterbildung einschließt.

Krankenversicherung: gesetzlich oder privat

Liegt Ihr Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro im Jahr 2026, können Sie zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Für Ärzte entscheidet weniger der heutige Beitrag als die Familienplanung, Vorerkrankungen und ein ausreichendes Krankentagegeld, falls Sie länger ausfallen.

Was angestellte Ärzte meist nicht brauchen

Eine eigene Praxisinhaltsversicherung oder Betriebsunterbrechung brauchen Sie nur bei eigener Praxis, dafür gibt es eigene Seiten zu den Betriebsarten. Eine Unfallversicherung ersetzt keine BU. Und eine Berufshaftpflicht mit Praxisdeckung zahlt zu viel, wenn Sie nur als Angestellte mit gelegentlicher Nebentätigkeit arbeiten.

Schritt für Schritt

  1. Von der Klinik schriftlich bestätigen lassen, ob und wie hoch Sie über die Betriebshaftpflicht versichert sind.
  2. Alle Tätigkeiten außerhalb des Arbeitsvertrags auflisten, auch gelegentliche.
  3. BU mit Infektionsklausel beantragen, am besten im Studium oder früh in der Weiterbildung.
  4. Bedingungen des Versorgungswerks zur Berufsunfähigkeit lesen.
  5. Bei Gehalt über 77.400 Euro die Wahl der Krankenversicherung mit Blick auf Familie und Krankentagegeld treffen.

Checkliste

  • Ergänzende Berufshaftpflicht für Nebentätigkeiten und Notfallhilfe
  • BU mit Infektionsklausel und ohne abstrakte Verweisung
  • Fachrichtung und OP-Anteil im Antrag genau angegeben
  • Krankentagegeld passend zum Nettoeinkommen
  • Strafrechtsschutz für den Vorwurf fahrlässiger Körperverletzung

Häufige Fehler

  • Sich allein auf die Klinikpolice verlassen und Nebentätigkeiten übersehen
  • Das Versorgungswerk für eine Berufsunfähigkeitsversicherung halten
  • Die BU erst als Facharzt mit höherem Alter und mehr Befunden beantragen
  • Beim Wechsel in eine operative Fachrichtung die Haftpflicht nicht anpassen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Müssen angestellte Ärzte eine eigene Berufshaftpflicht haben?

Die Berufsordnung verlangt ausreichenden Haftpflichtschutz, auch für Angestellte.

Den Dienst deckt meist die Klinik.

Eine eigene Police brauchen Sie für alles, was die Klinikpolice nicht erfasst.

Zahlt das Versorgungswerk bei Berufsunfähigkeit?

Ja, aber nur, wenn Sie die ärztliche Tätigkeit nahezu vollständig aufgeben.

Bei 50 Prozent Einschränkung zahlt es nicht, eine private BU schon.

Was kostet eine BU für angestellte Ärzte?

In veröffentlichten Beispielen ab 48 Euro im Monat für eine 27-jährige Assistenzärztin ohne OP und

ab 140 Euro für einen 38-jährigen Chirurgen, je nach Rentenhöhe.

Was ist eine Infektionsklausel?

Sie lässt die BU zahlen,

wenn eine Behörde Ihnen wegen einer Infektion die Arbeit am Patienten verbietet,

auch wenn Sie sich nicht krank fühlen.

Ist die Hilfe beim Notfall im Urlaub versichert?

Über die Klinik meist nicht, weil sie außerhalb des Dienstes liegt.

Eine eigene Berufshaftpflicht sollte die ärztliche Notfallhilfe ausdrücklich einschließen.

Sind angestellte Ärzte gesetzlich unfallversichert?

Ja, wie alle Beschäftigten.

Das gilt für Unfälle im Dienst,

auf dem direkten Weg und für anerkannte Berufskrankheiten wie Infektionen.

Quellen

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