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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauchen Pflegekräfte?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen Pflegekräfte brauchen, lässt sich klar ordnen: zuerst eine Berufsunfähigkeitsversicherung, mit 26 Jahren und 1.500 Euro Rente ab etwa 72 Euro im Monat. Dann die Privathaftpflicht für 40 bis 120 Euro im Jahr. Berufshaftpflicht und Rechtsschutz für den Dienst stecken oft schon im Beitrag eines Berufsverbands oder einer Gewerkschaft.

Welche Versicherungen brauchen Pflegekräfte?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragsbeispiele und Verbandsbeiträge, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Pflegefachfrau in Ausbildung, 20 Jahre, 1.000 Euro BU-Rente bis 67ab 59 Euro im Monat
Gesundheits- und Krankenpfleger, 26 Jahre, 1.500 Euro BU-Rente bis 63ab 72 Euro im Monat
Operationstechnische Assistentin, 29 Jahre, 2.000 Euro BU-Rente bis 65ab 88 Euro im Monat
Krankenschwester, 30 Jahre, 1.000 Euro BU-Rente bis 67meist 80 bis 140 Euro im Monat
Mitgliedschaft im Pflegeverband mit Haftpflicht und Rechtsschutz, 3.001 bis 3.500 Euro brutto27,50 Euro im Monat
Privathaftpflicht für Singlesetwa 40 bis 120 Euro im Jahr
Private Unfallversicherung, 100.000 Euro Grundsumme, 350 Prozent Progressionetwa 60 bis 260 Euro im Jahr je nach Gefahrengruppe

Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Beitragsbeispielen und Gesetzestexten.

Die Einordnung, dass Erwerbsunfähigkeit eher durch Krankheit als durch Unfall entsteht,

beruht auf veröffentlichten Ursachenstatistiken.

Die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Alter, Gesundheit und Tätigkeit ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Pflegefachkraft, 28 Jahre, Station, 3.200 Euro brutto

So sieht ein solides Paket für eine angestellte Pflegekraft ohne Kinder aus, sortiert nach Wichtigkeit.

Berufsunfähigkeit, 1.500 Euro Rente bis 67etwa 80 bis 120 Euro im Monat
Privathaftpflichtetwa 5 bis 8 Euro im Monat
Verband mit Berufshaftpflicht und Rechtsschutz27,50 Euro im Monat
Private Unfallversicherung, optionaletwa 8 bis 15 Euro im Monat

Zusammen etwa 113 bis 170 Euro im Monat. Ist das Budget knapp, kommt die BU zuerst, die Unfallversicherung zuletzt.

Was Arbeitgeber und Unfallkasse für Pflegekräfte schon tragen

Als angestellte Pflegekraft sind Sie gesetzlich unfallversichert, den Beitrag zahlt allein der Arbeitgeber. Versichert sind Unfälle bei der Arbeit, auf dem direkten Weg zur Arbeit und anerkannte Berufskrankheiten. Für die Pflege wichtig: Infektionskrankheiten gelten als Berufskrankheit, wenn Sie im Gesundheitsdienst oder in der Wohlfahrtspflege tätig sind. Eine Rente gibt es erst ab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit.

Verletzen Sie im Dienst einen Patienten, haftet ihm gegenüber in der Regel die Einrichtung mit ihrer Betriebshaftpflicht. Gegenüber dem Arbeitgeber gilt für Angestellte der innerbetriebliche Schadensausgleich der Arbeitsgerichte: bei leichter Fahrlässigkeit zahlen Sie nichts, bei mittlerer wird geteilt, bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz haften Pflegekräfte meist voll.

Reihenfolge: was Pflegekräfte zuerst absichern

Die Reihenfolge richtet sich danach, was Sie finanziell ruinieren könnte. Für Pflegekräfte ist das vor allem der Verlust der Arbeitskraft, danach Haftung privat und im Dienst. Alles andere kommt später.

RangVersicherungBeitragWarum
1Berufsunfähigkeitetwa 59 bis 140 Euro im MonatRücken, Psyche und Schichtarbeit sind die häufigsten Gründe für den Ausstieg
2Privathaftpflichtetwa 40 bis 120 Euro im JahrSchäden in der Freizeit, oft unbegrenzt teuer
3Berufshaftpflicht und Rechtsschutzüber Verband 7 bis 37 Euro im MonatRegress bei grober Fahrlässigkeit, Strafvorwurf, Streit mit dem Arbeitgeber
4Private Unfallversicherungetwa 60 bis 260 Euro im JahrUnfälle in der Freizeit, die die gesetzliche nicht trägt
späterAltersvorsorge, Pflegezusatznach Budgetsinnvoll, aber nicht existenzbedrohend

Warum die Berufsunfähigkeit für Pflegekräfte teuer ist und trotzdem zuerst kommt

Versicherer stufen Pflegekräfte in eine hohe Risikogruppe ein, der Beitrag liegt deshalb über dem von Büroberufen. Ein dokumentierter Anteil an Organisation oder Verwaltung kann die Einstufung verbessern. Der Staat hilft wenig: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gibt es nur, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, einen Schutz für den erlernten Pflegeberuf gibt es für alle ab 1961 Geborenen nicht mehr.

Achten Sie bei Pflegekräften auf eine Infektionsklausel. Sie sichert die Rente auch dann, wenn das Gesundheitsamt Ihnen nach dem Infektionsschutzgesetz die Arbeit am Patienten untersagt, obwohl Sie sich selbst gesund fühlen.

Haftung im Pflegealltag: wann Pflegekräfte selbst zahlen

Grobe Fahrlässigkeit ist in der Pflege schnell vorgeworfen, etwa bei einer Medikamentenverwechslung trotz klarer Anordnung. Dann kann der Arbeitgeber sich Geld zurückholen, und gegen Sie kann ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung laufen. Dafür braucht es Haftpflicht und Strafrechtsschutz für den Dienst.

Ein Berufsverband für Pflegeberufe versichert seine angestellten Mitglieder zum Beispiel mit 5 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden, 100.000 Euro für verlorene fremde Schlüssel und 150.000 Euro für Vermögensschäden, dazu Arbeits-, Sozial- und Strafrechtsschutz mit 250 Euro Selbstbehalt nach sechs Monaten Mitgliedschaft. Die Haftpflicht greift dort nur, wenn die Betriebshaftpflicht des Arbeitgebers nicht zahlt.

Schichtdienst, Pendeln und das eigene Auto

Der direkte Weg zur Arbeit ist auch nachts nach der Schicht gesetzlich unfallversichert, Umwege für private Erledigungen sind es nicht. Wer in der ambulanten Pflege mit dem eigenen Auto Touren fährt, sollte schriftlich klären, ob der Arbeitgeber Schäden am Privatwagen übernimmt. Das regeln Arbeits- oder Tarifvertrag, nicht das Gesetz.

Was Pflegekräfte meist nicht brauchen

Eine eigene Arbeitsrechtsschutz-Police lohnt nicht, wenn Verband oder Gewerkschaft schon Rechtsschutz für den Beruf bieten. Eine Unfallversicherung ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung, denn die meisten Pflegekräfte steigen wegen Krankheit aus, nicht wegen eines Unfalls. Wer selbstständig pflegt, braucht andere Verträge; dafür gibt es eigene Seiten zu den Betriebsarten.

Schritt für Schritt

  1. Beim Arbeitgeber erfragen, wie hoch die Betriebshaftpflicht ist und ob Sie namentlich mitversichert sind.
  2. Prüfen, ob Verband oder Gewerkschaft schon Berufshaftpflicht und Rechtsschutz einschließen.
  3. Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich beantragen, Gesundheitsfragen sorgfältig beantworten.
  4. Tätigkeit genau beschreiben, etwa mit Anteil an Leitung oder Organisation.
  5. Privathaftpflicht mit mindestens 10 Millionen Euro Deckung abschließen oder prüfen.

Checkliste

  • BU mit Infektionsklausel und ohne abstrakte Verweisung
  • Haftpflicht für den Dienst über Verband, Gewerkschaft oder eigenen Vertrag
  • Strafrechtsschutz für den Vorwurf fahrlässiger Körperverletzung
  • Schlüsselverlust im Dienst mitversichert
  • Klärung, wer Schäden am Privatauto bei Dienstfahrten zahlt

Häufige Fehler

  • Die BU aufschieben, bis Rücken oder Psyche schon in der Akte stehen
  • Annehmen, die Einrichtung zahle jeden Schaden, auch bei grober Fahrlässigkeit
  • Eine Unfallversicherung statt einer BU abschließen
  • Rechtsschutz doppelt bezahlen, obwohl der Verband ihn schon enthält

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Brauchen angestellte Pflegekräfte eine eigene Berufshaftpflicht?

Pflicht ist sie nicht.

Sinnvoll ist ein Schutz für grobe Fahrlässigkeit und Strafverfahren,

den viele Verbände und Gewerkschaften im Beitrag enthalten.

Dann brauchen Sie keinen eigenen Vertrag.

Was kostet eine BU für Pflegekräfte?

In veröffentlichten Beispielen ab 59 Euro im Monat für Auszubildende und ab 72 bis 88 Euro für

junge Fachkräfte.

Mit 30 Jahren und Laufzeit bis 67 sind 80 bis 140 Euro üblich.

Ist eine Corona- oder Hepatitis-Infektion im Dienst versichert?

Infektionskrankheiten im Gesundheitsdienst sind als Berufskrankheit anerkannt,

dann zahlt die gesetzliche Unfallversicherung.

Ob eine Rente fließt, hängt von der Minderung der Erwerbsfähigkeit ab.

Zahlt die Unfallkasse bei Rückenschäden vom Heben?

Nur wenn ein Arbeitsunfall oder eine anerkannte Berufskrankheit vorliegt.

Abnutzung über Jahre ist meist kein Unfall, deshalb ist die BU wichtiger.

Lohnt sich ein Pflegeverband nur wegen der Versicherung?

Bei 7 bis 37 Euro im Monat rechnet es sich oft,

wenn Sie sonst Rechtsschutz und Diensthaftpflicht einzeln kaufen würden.

Lesen Sie die Bedingungen, etwa Wartezeiten und Selbstbehalt.

Welche Versicherung brauchen Auszubildende in der Pflege?

Vor allem die BU, weil der Beitrag jung und gesund am niedrigsten ist,

in Beispielen ab 59 Euro im Monat.

Prüfen Sie außerdem, ob Sie in der Privathaftpflicht der Eltern noch mitversichert sind.

Quellen

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