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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauchen angestellte Handwerker?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen angestellte Handwerker brauchen: zuerst Schutz für die Arbeitskraft. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet im Handwerk oft ein Vielfaches des Bürotarifs, mit 30 Jahren für 1.500 Euro Rente etwa 90 bis 180 Euro im Monat. Ist das zu teuer, kommen Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung in Frage. Dazu eine private Unfallversicherung für etwa 120 bis 260 Euro im Jahr.

Welche Versicherungen brauchen angestellte Handwerker?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Ratgebern und Tarifbeispielen, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Berufsunfähigkeit, junge Menschen im Büro, zum Vergleichab unter 30 bis etwa 50 Euro im Monat
Faustregel Dachdecker, Berufsunfähigkeitetwa 200 bis 250 Euro im Monat
Faustregel Dachdecker, Grundfähigkeit mit gleicher Renteetwa 70 bis 90 Euro im Monat
Private Unfallversicherung, handwerkliche Berufe, 100.000 Euro Grundsumme, 350 Prozent Progressionetwa 120 bis 260 Euro im Jahr
Tarifbeispiel Gefahrengruppe B, 100.000 Euro, 350 Prozent165,60 Euro im Jahr
Privat- und Berufsrechtsschutz, Singleetwa 250 Euro im Jahr
Handwerker, 30 Jahre, 1.500 Euro BU-Renteetwa 90 bis 180 Euro im Monat

Der letzte Wert ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt vom genauen Gewerk, Alter, Gesundheit und Rentenhöhe ab.

Rechenbeispiel

Elektriker, 35 Jahre, 3.200 Euro brutto, Bandscheibenvorfall

Er kann nicht mehr auf Leitern und in Schächten arbeiten, im Büro aber noch voll. Angenommen sind 2.200 Euro netto.

Berufsgenossenschaftnichts, weil kein Unfall und keine anerkannte Berufskrankheit
Krankengeld nach sechs Wochenbis zu 78 Wochen, höchstens 90 Prozent von 2.200 Euro
Erwerbsminderungsrentekeine, weil er sechs Stunden täglich in anderen Berufen arbeiten kann
Private BU mit 1.500 Euro Rentezahlt, wenn er sein Handwerk zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann

Ohne private Absicherung muss er einen schlechter bezahlten Job annehmen. Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt er 1.500 Euro im Monat und kann sich in Ruhe umorientieren.

Warum Handwerker anders rechnen müssen

Wer im Handwerk arbeitet, belastet Rücken, Knie und Gelenke jeden Tag und arbeitet mit Maschinen, auf Leitern und Gerüsten. Versicherer stufen angestellte Handwerker deshalb bei Berufsunfähigkeit und Unfall in teurere Gruppen ein als Büroberufe.

Genau deshalb ist der Schutz für Handwerker wichtiger als für viele andere: Die Wahrscheinlichkeit, den Beruf vor der Rente aufgeben zu müssen, ist höher. Wer den Beitrag nicht stemmen kann, sollte lieber eine kleinere Rente oder eine Alternative wählen als gar nichts.

Was Berufsgenossenschaft und Rentenversicherung tragen

Arbeitsunfälle und Unfälle auf dem direkten Weg zur Arbeit sind über die gesetzliche Unfallversicherung versichert, für angestellte Handwerker ist das die Berufsgenossenschaft des Betriebs (§ 8 SGB VII). Sie zahlt aber nicht, wenn Knie oder Rücken durch Verschleiß krank werden, solange keine anerkannte Berufskrankheit vorliegt.

Bei Krankheit zahlt der Betrieb sechs Wochen den Lohn weiter, danach die Krankenkasse 70 Prozent des Bruttos, höchstens 90 Prozent vom Netto, bis zu 78 Wochen. Eine Erwerbsminderungsrente gibt es nur, wenn Sie in keinem Beruf mehr sechs Stunden täglich arbeiten können. Dass ein Dachdecker noch als Pförtner arbeiten könnte, reicht der Rentenversicherung als Ablehnungsgrund.

EreignisWer zahltWas bleibt
Sturz vom Gerüst auf der BaustelleBerufsgenossenschaftprivate Unfallversicherung zahlt zusätzlich
Bandscheibenvorfall ohne UnfallLohnfortzahlung, dann Krankengeldkeine Rente der Berufsgenossenschaft
Dauerhaft nicht mehr im Handwerk tätigRentenversicherung nur bei ErwerbsminderungBerufsunfähigkeitsrente nur privat
Unfall in der FreizeitKrankenkasse für die Behandlungprivate Unfallversicherung

Haftung für Schäden im Handwerk

Beschädigen Sie als angestellter Handwerker beim Kunden etwas, hat der Kunde einen Vertrag mit Ihrem Betrieb. Fehler der Mitarbeiter muss sich der Betrieb wie eigene zurechnen lassen (§ 278 BGB), deshalb hat der Betrieb seine Betriebshaftpflicht.

Gegenüber dem Betrieb haften angestellte Handwerker nur eingeschränkt: bei leichter Fahrlässigkeit gar nicht, bei mittlerer anteilig, bei grober Fahrlässigkeit in der Regel voll. Arbeitsgerichte haben etwa das Betanken eines Lkw mit Benzin statt Diesel als grob fahrlässig gewertet und dem Fahrer zwei Drittel des Schadens auferlegt. Ihre Privathaftpflicht deckt solche beruflichen Schäden nicht.

Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer ist

Viele angestellte Handwerker scheitern am Beitrag oder an den Gesundheitsfragen. Dann gibt es Alternativen: Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt erst, wenn Sie gar nicht mehr arbeiten können, eine Grundfähigkeitsversicherung, wenn Sie bestimmte Fähigkeiten wie Gehen, Knien oder Heben verlieren.

Für Handwerker ist die Grundfähigkeitsversicherung oft näher am Berufsalltag, weil sie an körperliche Fähigkeiten anknüpft. Sie ersetzt aber keine echte Berufsunfähigkeitsversicherung, denn psychische Erkrankungen fehlen dort in der Regel. Als Faustregel kostet die Grundfähigkeit für einen Dachdecker mit gleicher Rente etwa ein Drittel bis die Hälfte der Berufsunfähigkeitsversicherung. Mehr dazu auf unserer Seite zu Alternativen.

Reihenfolge für angestellte Handwerker

Für angestellte Handwerker ergibt sich diese Reihenfolge. Was oben steht, sichert das Einkommen; was unten steht, kann warten.

PrioritätVersicherungTypischer Beitrag
1Berufsunfähigkeitsversicherung oder AlternativeRichtwert 90 bis 180 Euro im Monat mit 30 Jahren für 1.500 Euro Rente
2Privathaftpflichtkleiner Jahresbeitrag
3Private Unfallversicherungetwa 120 bis 260 Euro im Jahr bei körperlicher Arbeit
4Privat- und Berufsrechtsschutz oder Gewerkschaftetwa 250 Euro im Jahr
meist unnötigeigene Betriebshaftpflicht, Werkzeugversicherung für FirmenwerkzeugSache des Betriebs

Werkzeug, Rechtsschutz und der Schritt zum eigenen Betrieb

Eigenes Werkzeug zu Hause gehört nach den GDV-Musterbedingungen zum Hausrat, wenn es ausschließlich beruflich genutzt wird. Für Werkzeug im Firmenwagen oder auf der Baustelle fragen Sie den Betrieb, wie es versichert ist.

Für Streit um Lohn, Überstunden oder Kündigung hilft eine Rechtsschutzversicherung mit Arbeitsrecht nach meist drei Monaten Wartezeit; Gewerkschaftsmitglieder bekommen oft Rechtsschutz über die Gewerkschaft. Wer sich als Handwerker selbstständig macht, braucht Betriebshaftpflicht und mehr; dafür gibt es eigene Seiten zu den Betriebsarten. Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler, die Courtage zahlt der Versicherer.

Schritt für Schritt

  1. Gewerk und Tätigkeiten im Antrag genau beschreiben, auch Anteil Büro oder Meisteraufgaben.
  2. Berufsunfähigkeitsversicherung anfragen, bei Ablehnung oder hohem Beitrag Alternativen vergleichen.
  3. Private Unfallversicherung mit Progression ergänzen.
  4. Rechtsschutz oder Gewerkschaftsmitgliedschaft prüfen.
  5. Vor der Selbstständigkeit die betrieblichen Versicherungen klären.

Checkliste

  • Arbeitskraft abgesichert, BU oder Grundfähigkeit
  • Gesundheitsfragen vollständig beantwortet
  • Unfallversicherung mit Gefahrengruppe passend zum Gewerk
  • Privathaftpflicht vorhanden
  • Rechtsschutz mit Arbeitsrecht oder Gewerkschaft

Häufige Fehler

  • Nur eine Unfallversicherung haben und Verschleißkrankheiten übersehen
  • Im Antrag eine Bürotätigkeit angeben, obwohl Sie auf der Baustelle arbeiten
  • Gar keine Absicherung wählen, weil die BU teuer ist, statt einer kleineren Rente
  • Eine eigene Betriebshaftpflicht als Angestellter kaufen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Warum ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Handwerker so teuer?

Weil körperliche Berufe häufiger vor der Rente aufgegeben werden müssen.

Handwerker zahlen oft ein Vielfaches des Bürotarifs.

Zahlt die Berufsgenossenschaft bei Rückenproblemen?

Nur bei einem Arbeitsunfall oder einer anerkannten Berufskrankheit, nicht bei normalem Verschleiß.

Hafte ich als Geselle für Schäden beim Kunden?

Der Kunde hält sich an den Betrieb, der Fehler seiner Mitarbeiter wie eigene zu vertreten hat.

Gegenüber dem Betrieb haften Sie nur eingeschränkt.

Was ist eine Alternative zur BU für Handwerker?

Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt,

wenn Sie körperliche Fähigkeiten wie Gehen oder Heben verlieren.

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt erst, wenn gar keine Arbeit mehr geht.

Brauche ich als angestellter Handwerker eine Unfallversicherung?

Sie ist sinnvoll, weil sie auch in der Freizeit gilt und zusätzlich zur Berufsgenossenschaft zahlt.

Für Handwerker kostet sie etwa 120 bis 260 Euro im Jahr.

Quellen

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