Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Für 1.500 Euro Monatsrente bis 67 zahlen Sie mit 30 Jahren im Büro oft rund 70 Euro im Monat. …
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Kurz gesagt
Welche Versicherungen angestellte Handwerker brauchen: zuerst Schutz für die Arbeitskraft. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet im Handwerk oft ein Vielfaches des Bürotarifs, mit 30 Jahren für 1.500 Euro Rente etwa 90 bis 180 Euro im Monat. Ist das zu teuer, kommen Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung in Frage. Dazu eine private Unfallversicherung für etwa 120 bis 260 Euro im Jahr.
Richtwerte aus veröffentlichten Ratgebern und Tarifbeispielen, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Berufsunfähigkeit, junge Menschen im Büro, zum Vergleich | ab unter 30 bis etwa 50 Euro im Monat |
| Faustregel Dachdecker, Berufsunfähigkeit | etwa 200 bis 250 Euro im Monat |
| Faustregel Dachdecker, Grundfähigkeit mit gleicher Rente | etwa 70 bis 90 Euro im Monat |
| Private Unfallversicherung, handwerkliche Berufe, 100.000 Euro Grundsumme, 350 Prozent Progression | etwa 120 bis 260 Euro im Jahr |
| Tarifbeispiel Gefahrengruppe B, 100.000 Euro, 350 Prozent | 165,60 Euro im Jahr |
| Privat- und Berufsrechtsschutz, Single | etwa 250 Euro im Jahr |
| Handwerker, 30 Jahre, 1.500 Euro BU-Rente | etwa 90 bis 180 Euro im Monat |
Der letzte Wert ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Ihr Beitrag hängt vom genauen Gewerk, Alter, Gesundheit und Rentenhöhe ab.
Rechenbeispiel
Er kann nicht mehr auf Leitern und in Schächten arbeiten, im Büro aber noch voll. Angenommen sind 2.200 Euro netto.
| Berufsgenossenschaft | nichts, weil kein Unfall und keine anerkannte Berufskrankheit |
| Krankengeld nach sechs Wochen | bis zu 78 Wochen, höchstens 90 Prozent von 2.200 Euro |
| Erwerbsminderungsrente | keine, weil er sechs Stunden täglich in anderen Berufen arbeiten kann |
| Private BU mit 1.500 Euro Rente | zahlt, wenn er sein Handwerk zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann |
Ohne private Absicherung muss er einen schlechter bezahlten Job annehmen. Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt er 1.500 Euro im Monat und kann sich in Ruhe umorientieren.
Wer im Handwerk arbeitet, belastet Rücken, Knie und Gelenke jeden Tag und arbeitet mit Maschinen, auf Leitern und Gerüsten. Versicherer stufen angestellte Handwerker deshalb bei Berufsunfähigkeit und Unfall in teurere Gruppen ein als Büroberufe.
Genau deshalb ist der Schutz für Handwerker wichtiger als für viele andere: Die Wahrscheinlichkeit, den Beruf vor der Rente aufgeben zu müssen, ist höher. Wer den Beitrag nicht stemmen kann, sollte lieber eine kleinere Rente oder eine Alternative wählen als gar nichts.
Arbeitsunfälle und Unfälle auf dem direkten Weg zur Arbeit sind über die gesetzliche Unfallversicherung versichert, für angestellte Handwerker ist das die Berufsgenossenschaft des Betriebs (§ 8 SGB VII). Sie zahlt aber nicht, wenn Knie oder Rücken durch Verschleiß krank werden, solange keine anerkannte Berufskrankheit vorliegt.
Bei Krankheit zahlt der Betrieb sechs Wochen den Lohn weiter, danach die Krankenkasse 70 Prozent des Bruttos, höchstens 90 Prozent vom Netto, bis zu 78 Wochen. Eine Erwerbsminderungsrente gibt es nur, wenn Sie in keinem Beruf mehr sechs Stunden täglich arbeiten können. Dass ein Dachdecker noch als Pförtner arbeiten könnte, reicht der Rentenversicherung als Ablehnungsgrund.
| Ereignis | Wer zahlt | Was bleibt |
|---|---|---|
| Sturz vom Gerüst auf der Baustelle | Berufsgenossenschaft | private Unfallversicherung zahlt zusätzlich |
| Bandscheibenvorfall ohne Unfall | Lohnfortzahlung, dann Krankengeld | keine Rente der Berufsgenossenschaft |
| Dauerhaft nicht mehr im Handwerk tätig | Rentenversicherung nur bei Erwerbsminderung | Berufsunfähigkeitsrente nur privat |
| Unfall in der Freizeit | Krankenkasse für die Behandlung | private Unfallversicherung |
Beschädigen Sie als angestellter Handwerker beim Kunden etwas, hat der Kunde einen Vertrag mit Ihrem Betrieb. Fehler der Mitarbeiter muss sich der Betrieb wie eigene zurechnen lassen (§ 278 BGB), deshalb hat der Betrieb seine Betriebshaftpflicht.
Gegenüber dem Betrieb haften angestellte Handwerker nur eingeschränkt: bei leichter Fahrlässigkeit gar nicht, bei mittlerer anteilig, bei grober Fahrlässigkeit in der Regel voll. Arbeitsgerichte haben etwa das Betanken eines Lkw mit Benzin statt Diesel als grob fahrlässig gewertet und dem Fahrer zwei Drittel des Schadens auferlegt. Ihre Privathaftpflicht deckt solche beruflichen Schäden nicht.
Viele angestellte Handwerker scheitern am Beitrag oder an den Gesundheitsfragen. Dann gibt es Alternativen: Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt erst, wenn Sie gar nicht mehr arbeiten können, eine Grundfähigkeitsversicherung, wenn Sie bestimmte Fähigkeiten wie Gehen, Knien oder Heben verlieren.
Für Handwerker ist die Grundfähigkeitsversicherung oft näher am Berufsalltag, weil sie an körperliche Fähigkeiten anknüpft. Sie ersetzt aber keine echte Berufsunfähigkeitsversicherung, denn psychische Erkrankungen fehlen dort in der Regel. Als Faustregel kostet die Grundfähigkeit für einen Dachdecker mit gleicher Rente etwa ein Drittel bis die Hälfte der Berufsunfähigkeitsversicherung. Mehr dazu auf unserer Seite zu Alternativen.
Für angestellte Handwerker ergibt sich diese Reihenfolge. Was oben steht, sichert das Einkommen; was unten steht, kann warten.
| Priorität | Versicherung | Typischer Beitrag |
|---|---|---|
| 1 | Berufsunfähigkeitsversicherung oder Alternative | Richtwert 90 bis 180 Euro im Monat mit 30 Jahren für 1.500 Euro Rente |
| 2 | Privathaftpflicht | kleiner Jahresbeitrag |
| 3 | Private Unfallversicherung | etwa 120 bis 260 Euro im Jahr bei körperlicher Arbeit |
| 4 | Privat- und Berufsrechtsschutz oder Gewerkschaft | etwa 250 Euro im Jahr |
| meist unnötig | eigene Betriebshaftpflicht, Werkzeugversicherung für Firmenwerkzeug | Sache des Betriebs |
Eigenes Werkzeug zu Hause gehört nach den GDV-Musterbedingungen zum Hausrat, wenn es ausschließlich beruflich genutzt wird. Für Werkzeug im Firmenwagen oder auf der Baustelle fragen Sie den Betrieb, wie es versichert ist.
Für Streit um Lohn, Überstunden oder Kündigung hilft eine Rechtsschutzversicherung mit Arbeitsrecht nach meist drei Monaten Wartezeit; Gewerkschaftsmitglieder bekommen oft Rechtsschutz über die Gewerkschaft. Wer sich als Handwerker selbstständig macht, braucht Betriebshaftpflicht und mehr; dafür gibt es eigene Seiten zu den Betriebsarten. Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler, die Courtage zahlt der Versicherer.
Fragen und Antworten
Weil körperliche Berufe häufiger vor der Rente aufgegeben werden müssen.
Handwerker zahlen oft ein Vielfaches des Bürotarifs.
Nur bei einem Arbeitsunfall oder einer anerkannten Berufskrankheit, nicht bei normalem Verschleiß.
Der Kunde hält sich an den Betrieb, der Fehler seiner Mitarbeiter wie eigene zu vertreten hat.
Gegenüber dem Betrieb haften Sie nur eingeschränkt.
Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt,
wenn Sie körperliche Fähigkeiten wie Gehen oder Heben verlieren.
Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt erst, wenn gar keine Arbeit mehr geht.
Sie ist sinnvoll, weil sie auch in der Freizeit gilt und zusätzlich zur Berufsgenossenschaft zahlt.
Für Handwerker kostet sie etwa 120 bis 260 Euro im Jahr.
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