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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauchen Soldaten?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen Soldaten brauchen, hängt vom Status ab. Soldaten auf Zeit werden bei Dienstunfähigkeit entlassen und brauchen deshalb zuerst eine Dienstunfähigkeitsversicherung. Dazu kommen eine Diensthaftpflicht und eine Anwartschaft für die Krankenversicherung nach der Dienstzeit. Eine private Unfallversicherung zahlt bei Kriegsereignissen meist nicht.

Welche Versicherungen brauchen Soldaten?

Was es kostet

Veröffentlichte Tarifbeispiele, ergänzt um Richtwerte, wo es für Soldaten keine veröffentlichten Werte gibt.

BeispielRichtwert
Dienstunfähigkeit, mittlerer Dienst, 25 Jahre, 1.500 Euro Rente, Verwaltung als Vergleichab etwa 48 Euro im Monat
Dienstunfähigkeit für Soldaten mit Truppenverwendung, 25 Jahre, 1.500 Euro Renteetwa 60 bis 90 Euro im Monat
Diensthaftpflicht als Baustein für Soldatenetwa 30 bis 70 Euro im Jahr
Kleine Anwartschaft in der privaten Krankenversicherungetwa 5 bis 10 Prozent des späteren Beitrags
Private Unfallversicherung, Bürotätigkeit als Vergleichetwa 60 bis 180 Euro im Jahr

Stand Oktober 2026.

Der Wert für die Verwaltung,

die Anwartschaft und die Unfallversicherung im Büro stammen aus veröffentlichten Tarifbeispielen,

die Gesetzesstellen und die Kriegsklausel der Musterbedingungen sind geprüft.

Die Werte für Soldaten bei Dienstunfähigkeit und Diensthaftpflicht sowie die Hinweise zu

Einsatzversicherungen und zu Ablehnungen einzelner Verwendungen sind Richtwerte aus der

Angebotspraxis.

Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Soldat auf Zeit, 23 Jahre, Verpflichtung zwölf Jahre

Er hat sich für zwölf Jahre verpflichtet und ist gesund. So sieht der Grundschutz aus.

Dienstunfähigkeitsversicherung, 1.500 Euro Renteetwa 60 bis 90 Euro im Monat
Privathaftpflicht mit Diensthaftpflichtetwa 5 bis 10 Euro im Monat
Kleine Anwartschaft für den Tarif nach der Dienstzeitwenige Euro im Monat
Unfallversicherung mit Einschluss von Einsätzennach Angebot

Der Kern kostet etwa 65 bis 100 Euro im Monat. Am wichtigsten ist die Dienstunfähigkeit, weil eine Erkrankung in der Freizeit sonst Laufbahn und Einkommen auf einmal beendet.

Soldat auf Zeit oder Berufssoldat

Soldaten auf Zeit verpflichten sich für eine feste Zahl von Jahren, Berufssoldaten bis zur Altersgrenze. Für die Versicherungsfrage ist dieser Unterschied entscheidend, denn er bestimmt, was bei Krankheit, Dienstunfähigkeit und nach dem Dienst passiert.

Wer bei der Bundeswehr als ziviler Beamter oder Angestellter arbeitet, ist kein Soldat. Für diese Gruppe gelten die Regeln für Beamte im Verwaltungsdienst oder für Angestellte.

RisikoSoldat auf ZeitBerufssoldat
Krankheit im Diensttruppenärztliche Versorgungtruppenärztliche Versorgung
Krankheit nach dem Diensteigene Krankenversicherung nötigim Ruhestand Beihilfe plus privater Restkostentarif
Dienstunfähigkeit durch KrankheitEntlassungeigene Regeln zum Ruhestand
WehrdienstbeschädigungSoldatenentschädigungsgesetzSoldatenentschädigungsgesetz
Schaden am Dienstherrn bei grober FahrlässigkeitSie haftenSie haften

Priorität eins: Dienstunfähigkeit

Nach Paragraf 55 Absatz 2 Soldatengesetz ist ein Soldat auf Zeit zu entlassen, wenn er dienstunfähig ist. Eine Erkrankung, die nichts mit dem Dienst zu tun hat, etwa ein Bandscheibenvorfall in der Freizeit, beendet dann die Laufbahn, und die Bundeswehr zahlt keine dauerhafte Rente dafür.

Soldaten brauchen deshalb eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Klausel für die Dienstunfähigkeit als Soldat. Viele Versicherer haben dafür eigene Regeln oder lehnen bestimmte Verwendungen ab, etwa Kampfschwimmer oder Piloten. Geben Sie Ihre Verwendung genau an.

Krankenversicherung während und nach dem Dienst

Im Dienst haben Soldaten Anspruch auf unentgeltliche truppenärztliche Versorgung, solange ihnen Besoldung zusteht. Eine eigene Krankenversicherung für sich selbst brauchen sie in dieser Zeit nicht. Angehörige sind davon nicht erfasst.

Endet die Dienstzeit, endet auch die truppenärztliche Versorgung. Wer danach privat versichert sein will, oder als Berufssoldat im Ruhestand Beihilfe bekommt, profitiert von einer Anwartschaft. Sie sichert den Tarif ohne neue Gesundheitsprüfung, die kleine kostet etwa 5 bis 10 Prozent des späteren Beitrags.

Haftung und Diensthaftpflicht

Soldaten haften dem Dienstherrn nach Paragraf 24 Soldatengesetz, wenn sie ihre Pflichten vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzen. Typisch sind Schäden an Fahrzeugen, Gerät oder verlorene Ausrüstung.

Eine Diensthaftpflicht als Baustein zur Privathaftpflicht schützt vor solchen Rückgriffen. Prüfen Sie, ob der Tarif Soldaten ausdrücklich nennt und wie Schäden an Dienstfahrzeugen und Waffen geregelt sind.

Unfall und Auslandseinsatz

Wer im Dienst eine gesundheitliche Schädigung erleidet, bekommt Leistungen nach dem Soldatenentschädigungsgesetz. Eine private Unfallversicherung kann das ergänzen, hat aber eine wichtige Grenze: Die Musterbedingungen schließen Unfälle durch Kriegs- und Bürgerkriegsereignisse aus, und die Ausnahme für überraschte Reisende gilt ausdrücklich nicht bei aktiver Teilnahme.

Für Auslandseinsätze brauchen Sie deshalb einen Tarif, der Einsätze der Bundeswehr ausdrücklich einschließt, oder eine spezielle Einsatzversicherung. Lassen Sie sich die Klausel vor dem Einsatz schriftlich bestätigen.

Was Soldaten meist nicht brauchen

Ein Krankentagegeld ist während der Dienstzeit überflüssig. Wer nach der Dienstzeit ein eigenes Gewerbe gründet, findet bei uns eigene Seiten zu den Betriebsarten.

Schritt für Schritt

  1. Status und Verwendung klären: Zeit oder Beruf, Truppe, Flugdienst oder Stab.
  2. Dienstunfähigkeitsversicherung mit Soldatenklausel abschließen, Verwendung genau angeben.
  3. Diensthaftpflicht ergänzen, Dienstfahrzeuge und Waffen im Vertrag prüfen.
  4. Anwartschaft für die Krankenversicherung nach der Dienstzeit vereinbaren.
  5. Vor einem Auslandseinsatz die Unfallversicherung auf die Kriegsklausel prüfen.

Checkliste

  • Dienstunfähigkeit als Soldat ausdrücklich versichert, auch für Soldaten auf Zeit
  • Verwendung und Einsätze im Antrag vollständig angegeben
  • Diensthaftpflicht nennt Soldaten als versicherte Gruppe
  • Anwartschaft für die Zeit nach dem Dienst
  • Einsatzklausel in der Unfallversicherung schriftlich bestätigt

Häufige Fehler

  • Sich auf die Versorgung verlassen, obwohl Soldaten auf Zeit bei Dienstunfähigkeit entlassen werden
  • Eine Unfallversicherung abschließen und erst im Einsatz merken, dass Kriegsereignisse ausgeschlossen sind
  • Nach dem Dienstzeitende ohne Krankenversicherung oder Anwartschaft dastehen
  • Die Verwendung im Antrag zu harmlos beschreiben und später den Schutz gefährden

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Sind Soldaten krankenversichert?

Während der Dienstzeit bekommen Soldaten unentgeltliche truppenärztliche Versorgung.

Das ist keine Krankenversicherung im üblichen Sinn und endet mit der Besoldung.

Was passiert, wenn ein Soldat auf Zeit dienstunfähig wird?

Er wird nach Paragraf 55 Soldatengesetz entlassen.

Beruht die Dienstunfähigkeit auf einer Wehrdienstbeschädigung,

gibt es Leistungen nach dem Soldatenentschädigungsgesetz, sonst nicht.

Zahlt meine Unfallversicherung im Auslandseinsatz?

Nur wenn der Vertrag Einsätze ausdrücklich einschließt.

Die Musterbedingungen schließen Kriegsereignisse und die aktive Teilnahme daran aus.

Brauchen Soldaten eine Diensthaftpflicht?

Sie ist sinnvoll, weil Soldaten bei grober Fahrlässigkeit für Schäden an Fahrzeugen und Gerät

haften.

Was ist mit Angehörigen?

Die truppenärztliche Versorgung gilt nur für Soldaten selbst.

Partner und Kinder brauchen eine eigene Krankenversicherung.

Quellen

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