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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Pflegezusatz

Wer zahlt den Kinderlosenzuschlag in der Pflegeversicherung?

Kurz gesagt

Den Kinderlosenzuschlag in der Pflegeversicherung zahlen Sie allein, nicht Arbeitgeber oder Rentenversicherung (§§ 58 und 59 SGB XI). Wer zahlt ihn? Mitglieder ohne Kinder ab dem Monat nach dem 23. Geburtstag: 0,6 Prozentpunkte mehr, 2026 also 4,2 statt 3,6 Prozent. Als Arbeitnehmer tragen Sie davon 2,4 Prozent, Ihr Arbeitgeber 1,8 Prozent.

Wer zahlt den Kinderlosenzuschlag in der Pflegeversicherung?

Was es kostet

So viel macht der Kinderlosenzuschlag 2026 im Monat aus, gerechnet mit 0,6 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens.

BeispielRichtwert
Arbeitnehmer, 2.000 Euro brutto12 Euro Zuschlag im Monat, 144 Euro im Jahr
Arbeitnehmer, 3.500 Euro brutto21 Euro Zuschlag im Monat, 252 Euro im Jahr
Einkommen an der Beitragsbemessungsgrenze, 5.812,50 Eurorund 34,88 Euro Zuschlag im Monat
Rentner mit 1.500 Euro Rente9 Euro Zuschlag im Monat

Gesetzliche Werte, Stand Oktober 2026: Beitragssatz 3,6 Prozent, Zuschlag 0,6 Prozentpunkte,

Beitragsbemessungsgrenze 5.812,50 Euro im Monat.

Rechenbeispiel

Angestellte, 34 Jahre, kinderlos, 3.500 Euro brutto

So teilt sich der Pflegebeitrag zwischen ihr und dem Arbeitgeber auf, Beschäftigungsort außerhalb Sachsens.

Gesamtbeitrag 4,2 Prozent147 Euro
Arbeitgeber 1,8 Prozent63 Euro
Arbeitnehmerin 1,8 Prozent63 Euro
Kinderlosenzuschlag 0,6 Prozent, allein21 Euro

Sie zahlt 84 Euro im Monat, der Arbeitgeber 63 Euro. Mit einem Kind fielen die 21 Euro Zuschlag weg.

Wer den Zuschlag zahlt und wer nicht

Den normalen Pflegebeitrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte. Den Kinderlosenzuschlag tragen die Beschäftigten dagegen allein (§ 58 Abs. 1 SGB XI). Für Rentner, freiwillig Versicherte und alle anderen Mitglieder gilt dasselbe: Den Zuschlag trägt das Mitglied (§ 59 Abs. 5 SGB XI).

Abgezogen wird er automatisch, beim Arbeitnehmer mit dem Lohn, beim Rentner von der Rente. Wer seine Beiträge selbst an die Pflegekasse zahlt, etwa als Selbstständiger in der gesetzlichen Krankenversicherung, zahlt den Zuschlag mit.

Wer vom Kinderlosenzuschlag befreit ist

Den Zuschlag zahlen nur Kinderlose ab dem Monat nach dem 23. Geburtstag. Befreit sind nach § 55 Abs. 3 SGB XI außerdem alle, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind, Wehr- und Zivildienstleistende und Bezieher von Grundsicherungsgeld.

Eltern zahlen ihn nie, auch wenn die Kinder längst erwachsen sind. Als Eltern zählen auch Adoptiv-, Stief- und Pflegeeltern, bei Adoptiv- und Stiefeltern aber nur, wenn das Kind beim Zusammenkommen bestimmte Altersgrenzen noch nicht erreicht hatte (§ 55 Abs. 4 SGB XI).

PersonPflegebeitrag 2026, eigener Anteil als Arbeitnehmer
Kinderlos, ab 23 Jahren2,4 Prozent (1,8 plus 0,6)
Ein Kind, egal welches Alter1,8 Prozent
Zwei Kinder unter 251,55 Prozent
Drei Kinder unter 251,3 Prozent
Kinderlos, unter 23 Jahren1,8 Prozent

Abschläge für Eltern mit mehreren Kindern

Seit Juli 2023 zahlen Eltern mit mehreren Kindern weniger. Ab dem zweiten bis zum fünften Kind sinkt der Beitragssatz um je 0,25 Prozentpunkte, solange das jeweilige Kind unter 25 ist (§ 55 Abs. 3 SGB XI). Der Abschlag senkt nur den Anteil, den Sie selbst tragen (§ 59a SGB XI), der Arbeitgeberanteil bleibt gleich.

Die Kinder müssen Sie nachweisen, beim Arbeitgeber oder bei Selbstzahlern bei der Pflegekasse (§ 55 Abs. 3a SGB XI). Wer den Nachweis binnen sechs Monaten nach der Geburt bringt, bekommt den niedrigeren Beitrag ab dem Geburtsmonat; später wirkt er erst ab dem Folgemonat.

Sonderfall Sachsen

In Sachsen wurde kein Feiertag für die Pflegeversicherung gestrichen. Dort tragen Arbeitnehmer deshalb 1 Prozentpunkt mehr als der Arbeitgeber (§ 58 Abs. 3 SGB XI): 2,3 Prozent statt 1,8 Prozent, kinderlos 2,9 Prozent. Der Arbeitgeber zahlt 1,3 Prozent.

Der Kinderlosenzuschlag selbst ist in Sachsen gleich hoch: 0,6 Prozentpunkte, die Sie allein tragen.

Ersetzt eine private Pflegezusatzversicherung den Zuschlag?

Nein. Der Kinderlosenzuschlag ist Teil der gesetzlichen Pflegeversicherung und lässt sich durch keinen privaten Vertrag vermeiden. Eine Pflegezusatzversicherung schließt nur die Lücke zwischen gesetzlicher Leistung und echten Pflegekosten.

Gerade Kinderlose haben oft niemanden, der später pflegt oder für Heimkosten aufkommt. Für sie ist eine private Pflegevorsorge deshalb häufiger sinnvoll. Bei NAMMERT vermittelt Norman Nammert als Versicherungsmakler und vergleicht Pflegetarife; die Courtage zahlt der Versicherer.

Schritt für Schritt

  1. Auf der Lohnabrechnung den Pflegebeitrag suchen.
  2. Prüfen, ob der Zuschlag zu Recht abgezogen wird.
  3. Kinder mit Geburtsurkunde beim Arbeitgeber oder der Pflegekasse nachweisen.
  4. Bei mehreren Kindern unter 25 den Abschlag prüfen.
  5. Unabhängig davon die eigene Pflegevorsorge planen.

Checkliste

  • Elterneigenschaft nachgewiesen
  • Zahl der Kinder unter 25 gemeldet
  • Geburt binnen sechs Monaten gemeldet
  • Sonderfall Sachsen berücksichtigt
  • Private Pflegevorsorge geprüft

Häufige Fehler

  • Annehmen, der Arbeitgeber zahle den Zuschlag zur Hälfte mit
  • Den Nachweis für ein Kind nicht einreichen und monatelang zu viel zahlen
  • Glauben, der Zuschlag entfalle, sobald die Kinder erwachsen sind; Eltern sind dauerhaft befreit, nur der Mehrkinderabschlag endet mit 25
  • Den Zuschlag mit einer Strafe verwechseln, statt die eigene Pflegevorsorge zu planen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt der Arbeitgeber den Kinderlosenzuschlag mit?

Nein, den tragen Sie allein.

Der Arbeitgeber zahlt nur seinen Anteil am normalen Beitrag.

Zahlen Rentner den Kinderlosenzuschlag?

Ja, kinderlose Rentner zahlen 4,2 Prozent ihrer Rente, ganz allein.

Muss ich den Zuschlag zahlen, wenn meine Kinder über 25 sind?

Nein.

Eltern sind dauerhaft befreit.

Nur der Abschlag für mehrere Kinder endet mit dem 25.

Geburtstag.

Gilt der Zuschlag für Stiefeltern?

Stiefeltern sind befreit,

wenn das Kind beim Zusammenleben jung genug war und in den Haushalt aufgenommen wurde.

Wie hoch ist der Zuschlag höchstens?

2026 rund 34,88 Euro im Monat, weil Einkommen nur bis 5.812,50 Euro zählen.

Kann ich mich vom Zuschlag befreien lassen?

Nur durch die gesetzlichen Ausnahmen, etwa Elternschaft oder Grundsicherungsgeld.

Einen Antrag auf Befreiung gibt es nicht.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen.

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