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Wer zahlt die Entfernung der Weisheitszähne?

Kurz gesagt

Die Entfernung der Weisheitszähne zahlt in Deutschland die gesetzliche Krankenkasse, auch die operative Entfernung mit örtlicher Betäubung. Selbst zahlen Sie Wunschleistungen: Eine Vollnarkose ohne medizinischen Grund kostet etwa 200 bis 300 Euro je Stunde, ein 3D-Röntgen wird privat vereinbart. Eine Zahnzusatzversicherung hilft nur, wenn ihr Tarif die Narkose ausdrücklich einschließt.

Wer zahlt die Entfernung der Weisheitszähne?

Was es kostet

Kassenpunkte, GOZ-Honorare und Kosten der Schmerzausschaltung aus veröffentlichten Quellen, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Entfernung als Kassenleistung, gesetzlich versichert0 Euro Eigenanteil für Operation und örtliche Betäubung
Vollnarkose als Wunschleistungetwa 200 bis 300 Euro je Stunde
Dämmerschlaf als Wunschleistungetwa 90 bis 150 Euro je Stunde
Lachgas als Wunschleistungetwa 100 bis 150 Euro je Stunde
Privatrechnung GOZ 3040 bis 3045 je Zahn, 2,3-fachetwa 70 bis 99 Euro Honorar ohne Nebenleistungen

Stand Oktober 2026.

Narkosepreise schwanken je Praxis, ab der zweiten Stunde gilt oft ein niedrigerer Satz.

Die 150 Euro für das 3D-Röntgen und die Erstattung von 90 Prozent im Rechenbeispiel sind

Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Alle vier Weisheitszähne in einer Sitzung

Eine 24-jährige Kassenpatientin möchte alle vier verlagerten Weisheitszähne an einem Termin unter Vollnarkose entfernen lassen. Der Eingriff dauert knapp zwei Stunden, vorher ist ein 3D-Röntgen geplant.

Operation, Wundversorgung, örtliche Betäubung0 Euro, Kassenleistung
Wunsch-Vollnarkose, zwei Stundenhöchstens etwa 400 bis 600 Euro
3D-Röntgen, privat vereinbartetwa 150 Euro
Mit Tarif, der Narkose und Röntgen zu 90 Prozent erstattetetwa 55 bis 75 Euro Eigenanteil

Ohne passenden Tarif zahlen Sie bis zu etwa 750 Euro selbst. In zwei Sitzungen mit örtlicher Betäubung zahlen Sie für die Entfernung nichts.

Was die gesetzliche Krankenkasse übernimmt

Wer gesetzlich versichert ist, bekommt die Entfernung der Weisheitszähne als Kassenleistung, wenn ein medizinischer Grund besteht: Entzündung, Platzmangel, Karies oder ein Zahn, der im Knochen feststeckt. Dazu gehören die Operation, die Wundversorgung und die örtliche Betäubung. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung schreibt, dass die örtliche Betäubung stets von der Kasse bezahlt wird.

Abgerechnet wird nach dem Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen, kurz BEMA. Die Punktzahlen zeigen, wie aufwendig der Eingriff ist:

BEMA-NummerLeistungPunkte (Stand 01.01.2026)
44 (X2)Entfernen eines mehrwurzeligen Zahnes15
45 (X3)Entfernen eines tief abgebrochenen Zahnes40
47a (Ost1)Entfernen eines Zahnes durch Osteotomie, also mit Abtragen von Knochen58
48 (Ost2)Entfernen eines verlagerten oder retinierten Zahnes durch Osteotomie78

Was Sie selbst zahlen

Die Vollnarkose zahlt die Kasse nur, wenn eine einfachere Betäubung nicht möglich ist. Anerkannt ist das zum Beispiel bei Kindern unter 12 Jahren, die nicht mitarbeiten können, bei geistiger Behinderung oder schweren Bewegungsstörungen, bei einer fachärztlich festgestellten Zahnbehandlungsphobie, bei einer Allergie gegen Betäubungsmittel und bei größeren Eingriffen, die unter örtlicher Betäubung nicht gehen.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung nennt genau die Weisheitszähne als typischen Fall der Wunschnarkose: Alle vier lassen sich meist in mehreren Sitzungen mit örtlicher Betäubung entfernen. Wer alles in einer Sitzung im Schlaf möchte, zahlt die Narkose selbst.

Ein 3D-Röntgen, die digitale Volumentomografie, ist bei Kassenpatienten keine Kassenleistung. Die Praxis muss es privat mit Ihnen vereinbaren und sollte Ihnen vorher eine Kostenaufstellung mit Begründung geben, die Sie bei Ihrer Kasse einreichen können.

Was privat Versicherte auf der Rechnung sehen

Für Privatpatienten rechnet die Praxis nach der Gebührenordnung für Zahnärzte, kurz GOZ. Der Punktwert liegt seit 1988 unverändert bei 5,62421 Cent. Daraus ergeben sich je Zahn diese Honorare, noch ohne Röntgen, Betäubung, Nähte und Zuschläge:

GOZ-NummerLeistungPunkte2,3-facher Satz3,5-facher Satz
3010Entfernung eines mehrwurzeligen Zahnes11014,23 Euro21,65 Euro
3030Entfernung eines Zahnes mit Osteotomie35045,27 Euro68,90 Euro
3040Entfernung eines retinierten oder verlagerten Zahnes54069,85 Euro106,30 Euro
3045Entfernung eines extrem verlagerten Zahnes76799,22 Euro150,98 Euro

Wann eine Zahnzusatzversicherung zahlt

Weil die Kasse die Operation selbst trägt, bleibt für eine Zahnzusatzversicherung meist wenig übrig. Sie lohnt sich hier nur, wenn der Tarif Leistungen wie Vollnarkose, Dämmerschlaf oder Lachgas ausdrücklich nennt. Es gibt Tarife, die eine solche erweiterte Schmerzbehandlung bei Zahnbehandlung einschließen, viele andere tun das nicht.

Steht die Entfernung beim Abschluss schon fest oder ist sie angeraten, wird sie im Antrag abgefragt und nicht bezahlt. Wer erst jetzt abschließt, um die Narkose erstattet zu bekommen, geht in aller Regel leer aus.

Wann Sie keinen Zusatzschutz dafür brauchen

Reicht Ihnen die örtliche Betäubung und lassen Sie die Zähne in zwei Sitzungen ziehen, zahlen Sie als Kassenpatient für die Entfernung selbst nichts. Eine Zahnzusatzversicherung schließen Sie dann besser wegen Kronen, Implantaten und Zahnreinigung ab, nicht wegen der Weisheitszähne.

Schritt für Schritt

  1. Lassen Sie sich erklären, ob die Entfernung medizinisch nötig ist und warum.
  2. Fragen Sie, ob örtliche Betäubung in mehreren Sitzungen ausreicht.
  3. Verlangen Sie für Narkose und 3D-Röntgen vorab eine schriftliche Kostenaufstellung.
  4. Reichen Sie die Aufstellung bei Ihrer Krankenkasse ein, falls ein medizinischer Grund für die Narkose besteht.
  5. Prüfen Sie in Ihrer Zahnzusatzversicherung, ob Narkose oder Dämmerschlaf genannt sind, und fragen Sie vorher schriftlich an.

Checkliste

  • Medizinischer Grund für die Entfernung dokumentiert
  • Kassenleistung und Privatleistung auf dem Kostenplan getrennt
  • Preis der Narkose je Stunde bekannt
  • Kosten für 3D-Röntgen schriftlich vereinbart
  • Tarifbedingungen zu Narkose und Dämmerschlaf gelesen
  • Fahrt nach Hause und Begleitperson nach Narkose geklärt

Häufige Fehler

  • Annehmen, die Kasse zahle jede Vollnarkose
  • Erst nach der Diagnose eine Zahnzusatzversicherung abschließen und auf Erstattung hoffen
  • Die Privatvereinbarung für das 3D-Röntgen unterschreiben, ohne den Preis zu kennen
  • Bei Angst keine fachärztliche Diagnose einholen, obwohl die Kasse dann die Narkose übernehmen kann

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Wer zahlt die Entfernung der Weisheitszähne bei gesetzlich Versicherten?

Die Krankenkasse, wenn ein medizinischer Grund besteht.

Das gilt auch für die operative Entfernung mit örtlicher Betäubung.

Zahlt die Krankenkasse eine Vollnarkose für Weisheitszähne?

Nur bei medizinischer Notwendigkeit,

etwa bei einer fachärztlich festgestellten Phobie oder einer Allergie gegen Betäubungsmittel.

Eine Wunschnarkose zahlen Sie selbst.

Was kostet die Vollnarkose beim Zahnarzt?

Meist etwa 200 bis 300 Euro je Stunde, dazu können Vorgespräch und Nachbetreuung kommen.

Ein Dämmerschlaf liegt bei etwa 90 bis 150 Euro je Stunde.

Zahlt die Zahnzusatzversicherung die Narkose?

Nur wenn der Tarif sie ausdrücklich einschließt.

War die Entfernung beim Abschluss schon angeraten, zahlt auch ein solcher Tarif nicht.

Was zahlen Privatpatienten?

Die Praxis rechnet nach GOZ ab, etwa Nr.

3040 oder 3045 je Zahn, beim 2,3-fachen Satz rund 70 bis 99 Euro Honorar plus Nebenleistungen.

Die private Krankenversicherung erstattet nach ihrem Tarif.

Ist das 3D-Röntgen Pflicht?

Nein, aber bei tief liegenden Zähnen nahe am Nerv empfehlen Praxen es oft.

Für Kassenpatienten ist es eine Privatleistung, die vorher vereinbart werden muss.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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Zahnzusatzversicherung

Weisheitszähne und kieferorthopädisch geschlossene Lücken zählen nicht

Zum Beispiel Parodontosebehandlung, Bonusheft seit wann

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