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Bekomme ich trotz Vorerkrankung eine Risikolebensversicherung?

Kurz gesagt

Meistens ja. Gut eingestellter Bluthochdruck, Diabetes oder eine behandelte leichte Depression führen oft nur zu einem Risikozuschlag, nach unserer Erfahrung meist 25 bis 100 Prozent auf den Beitrag. Bei Krebs nehmen viele Versicherer erst nach 5 bis 10 Jahren ohne Rückfall an. Weil jeder Versicherer anders bewertet, entscheidet die anonyme Voranfrage bei mehreren, wer Sie zu welchem Preis nimmt.

Bekomme ich trotz Vorerkrankung eine Risikolebensversicherung?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragsbeispiele für Gesunde und Richtwerte für Zuschläge.

BeispielRichtwert
25 Jahre, gesund, Nichtraucher, 200.000 Euro, 30 Jahreetwa 6 bis 7 Euro im Monat
25 Jahre, gesund, Nichtraucher, 500.000 Euro, 30 Jahreetwa 15 Euro im Monat
Gleicher Vertrag mit 200.000 Euro und 50 Prozent Zuschlagetwa 10 Euro im Monat
Gleicher Vertrag mit 200.000 Euro und 100 Prozent Zuschlagetwa 13 Euro im Monat

Beiträge für Gesunde aus einem veröffentlichten Beispiel eines Versicherers, Stand Juli 2026.

Die Zuschläge von 25 bis 100 Prozent sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis,

nicht veröffentlicht.

Fristen nach Krebs und Abfragezeiträume aus einem Versicherer-Ratgeber.

Ihr Ergebnis hängt von Diagnose, Verlauf und Versicherer ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Vater, 25, Diabetes Typ 1 seit der Jugend, gut eingestellt

Er braucht 200.000 Euro für 30 Jahre und fragt anonym bei mehreren Versicherern an.

Beitrag ohne Vorerkrankungetwa 6,50 Euro im Monat
Versicherer A: 50 Prozent Zuschlagetwa 9,70 Euro im Monat
Versicherer B: 100 Prozent Zuschlagetwa 13 Euro im Monat
Versicherer CAblehnung

Mit der Voranfrage findet er den günstigsten Zuschlag und vermeidet eine Ablehnung in seiner Akte. Über 30 Jahre spart er gegenüber Versicherer B rund 1.200 Euro. Beispielhafte Zuschläge.

Vier mögliche Antworten des Versicherers

Auf einen Antrag mit Vorerkrankung antwortet der Versicherer auf eine von vier Arten: Er nimmt normal an, er verlangt einen Risikozuschlag, er stellt den Antrag für eine bestimmte Zeit zurück, oder er lehnt ab. Ein Ausschluss einzelner Krankheiten, wie er bei der BU üblich ist, kommt bei der Risikolebensversicherung selten vor.

Der Grund ist einfach: Bei der Risikolebensversicherung zählt nur der Tod. Ein Versicherer kann schlecht sagen, dass er bei Tod durch Herzinfarkt nicht zahlt. Er muss das höhere Risiko deshalb über den Preis abdecken oder ganz ablehnen.

VorerkrankungHäufige EntscheidungWas hilft
Heuschnupfen, leichte Neurodermitisnormale Annahme oder kleiner ZuschlagDiagnose genau benennen
Bluthochdruck, gut eingestelltZuschlagaktuelle Messwerte vom Arzt
Diabetes Typ 1 oder 2Einzelprüfung, oft ZuschlagHbA1c-Werte der letzten Jahre
Leichte, abgeschlossene DepressionAnnahme mit oder ohne ZuschlagBericht über Therapieende
Herzinfarkt oder SchlaganfallZuschlag, Zurückstellung oder AblehnungBefund der Nachsorge
KrebsZurückstellung, Annahme oft nach 5 bis 10 JahrenDatum des Therapieendes, Nachsorgeberichte

Warum der Versicherer so wichtig ist

Jeder Versicherer hat eigene Annahmerichtlinien für Vorerkrankungen. Ein und derselbe Diabetes kann bei einem Versicherer 30 Prozent Zuschlag kosten, beim nächsten 100 Prozent und beim dritten zur Ablehnung führen.

Deshalb sollten Sie mit einer Vorerkrankung nie nur einen Antrag stellen. Eine Ablehnung müssen Sie in späteren Anträgen oft angeben, und sie wirkt dann wie ein Warnsignal. Besser ist die anonyme Voranfrage, bei der Versicherer Ihre Befunde ohne Namen bewerten.

Was abgefragt wird und was nicht

Die Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung beziehen sich meist auf die letzten 5 Jahre für Arztbesuche und die letzten 10 Jahre für Klinikaufenthalte. Was davor lag und ausgeheilt ist, müssen Sie nur angeben, wenn ausdrücklich danach gefragt wird.

Antworten Sie genau auf das, was gefragt wird, nicht mehr und nicht weniger. Verschweigen Sie eine Vorerkrankung, kann der Versicherer bis zu 5 Jahre nach Vertragsschluss zurücktreten, bei Vorsatz oder Arglist 10 Jahre lang. Ihre Familie stünde dann ohne Geld da.

Krebs und das Recht auf Vergessenwerden

Nach einer Krebserkrankung stellen viele Versicherer den Antrag zurück, bis 5 bis 10 Jahre ohne Rückfall vergangen sind, je nach Krebsart und Stadium. Danach ist eine Risikolebensversicherung oft wieder möglich, anfangs meist mit Zuschlag.

In Spanien etwa muss eine Krebserkrankung fünf Jahre nach Therapieende ohne Rückfall bei der Lebensversicherung nicht mehr angegeben werden. In Deutschland gibt es für die Risikolebensversicherung bisher kein solches Gesetz. Der Bundestag hat die Regierung im April 2026 dazu aufgefordert, und im Bundesrat liegt seit September 2026 ein Antrag mehrerer Länder.

Den Zuschlag später loswerden

Ein Risikozuschlag muss nicht bis zum Ende der Laufzeit bleiben. Ist der Blutdruck seit Jahren stabil, das Übergewicht weg oder der Rückfall ausgeblieben, können Sie beim Versicherer beantragen, den Zuschlag zu prüfen und zu streichen. Viele Versicherer tun das gegen neue ärztliche Befunde.

Alternativ schließen Sie später einen neuen Vertrag zu besseren Bedingungen und kündigen den alten erst, wenn der neue angenommen ist.

Wann ein anderer Weg besser ist

Wird die Risikolebensversicherung trotz Vorerkrankung überall abgelehnt oder ist der Zuschlag untragbar hoch, gibt es Alternativen: eine Sterbegeldversicherung mit kleiner Summe ohne Gesundheitsfragen, eine Restschuldversicherung der Bank für den Kredit oder eigenes Vermögen als Absicherung.

Gar nicht nötig ist die Risikolebensversicherung, wenn niemand finanziell von Ihnen abhängt und kein Kredit offen ist. Dann lohnt auch der Aufwand mit Befunden und Voranfragen nicht.

Schritt für Schritt

  1. Arztbriefe, Diagnosen mit Datum und aktuelle Werte sammeln.
  2. Die Gesundheitsfragen mehrerer Versicherer lesen.
  3. Anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern stellen lassen.
  4. Angebote mit Zuschlag vergleichen, nicht nur den Grundbeitrag.
  5. Den Antrag beim passenden Versicherer vollständig ausfüllen.
  6. Nach einigen stabilen Jahren die Streichung des Zuschlags beantragen.

Checkliste

  • Alle Diagnosen der abgefragten Jahre bekannt
  • Befunde und Therapieenden schriftlich belegt
  • Keine frühere Ablehnung durch voreiligen Antrag
  • Zuschlag und Gesamtbeitrag verglichen
  • Gesundheitsfragen genau und vollständig beantwortet
  • Termin notiert, um den Zuschlag überprüfen zu lassen

Häufige Fehler

  • Eine Vorerkrankung weglassen, um den Zuschlag zu sparen
  • Nach einer Ablehnung aufgeben, statt andere Versicherer zu fragen
  • Direkt beim ersten Versicherer einen Antrag stellen
  • Den Zuschlag nach Jahren der Besserung einfach weiterzahlen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich ausgeheilte Krankheiten angeben?

Nur wenn danach gefragt wird.

Meist werden die letzten 5 bis 10 Jahre abgefragt.

Bekomme ich nach Krebs eine Risikolebensversicherung?

Oft ja, aber meist erst 5 bis 10 Jahre nach Therapieende ohne Rückfall und anfangs mit Zuschlag.

Was ist eine Zurückstellung?

Der Versicherer entscheidet jetzt nicht und bittet Sie,

nach einer bestimmten Zeit erneut anzufragen,

etwa nach einer Operation oder dem Ende einer Therapie.

Was passiert bei einer psychischen Vorerkrankung?

Leichte, abgeschlossene Depressionen sind oft versicherbar.

Bei schweren oder laufenden Erkrankungen lehnen viele Versicherer ab oder verlangen hohe Zuschläge.

Kann ich den Zuschlag später streichen lassen?

Ja, viele Versicherer prüfen den Zuschlag auf Antrag neu, wenn Sie bessere Befunde vorlegen.

Gibt es in Deutschland ein Recht auf Vergessenwerden nach Krebs?

Für die Risikolebensversicherung bisher nicht.

Der Bundestag hat im April 2026 eine Regelung gefordert,

im Bundesrat liegt ein Antrag mehrerer Länder.

Ein Gesetz gibt es noch nicht.

Hilft eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen?

Nur für kleine Summen, etwa für die Beerdigung.

Für Familie und Kredit reicht das meist nicht.

Quellen

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