Alles zur Versicherung: Berufshaftpflicht
Ist eine Berufshaftpflicht Pflicht?
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Kurz gesagt
Angestellte Physiotherapeuten brauchen meist keine eigene Berufshaftpflicht, denn die Praxis oder Klinik versichert ihre Angestellten in aller Regel über ihre eigene Police mit. Eine eigene Berufshaftpflicht für unter 100 Euro im Jahr lohnt sich, wenn Sie nebenbei auf eigene Rechnung behandeln, Vertretungen übernehmen oder der Arbeitgeber nicht nachweist, dass Sie mitversichert sind.
Veröffentlichte Beitragsbeispiele für die Berufshaftpflicht von Physiotherapeuten in Deutschland, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Basistarif für Physiotherapeuten | unter 100 Euro im Jahr |
| Physiotherapeut, 3 Millionen Euro Personen- und Sachschäden, 100.000 Euro Vermögensschäden | etwa 7,49 Euro im Monat, rund 90 Euro im Jahr |
| Werbeangabe für den günstigsten Tarif | ab 7,94 Euro im Monat |
| Angestellte, die über die Praxis mitversichert sind | 0 Euro, gute Tarife berechnen keinen Aufpreis |
Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Beitragsbeispielen;
eine Quelle stammt aus dem Jahr 2023,
die Beiträge können gestiegen sein.
Die Aufteilung der Arbeitnehmerhaftung beruht auf der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte.
Die Beträge im Beispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Sie arbeitet 30 Stunden in einer Praxis und behandelt samstags drei Privatpatienten zu Hause, abgerechnet auf eigene Rechnung. Bei einer Behandlung kippt eine Stehlampe gegen einen Glasschrank, ein Patient stürzt beim Aufstehen.
| Schaden am Glasschrank | etwa 1.500 Euro (Richtwert aus der Angebotspraxis) |
| Schmerzensgeld und Heilkosten des Patienten | etwa 8.000 Euro (Richtwert aus der Angebotspraxis) |
| Versicherung der Praxis | zahlt nicht, Nebentätigkeit auf eigene Rechnung |
| Eigene Berufshaftpflicht | rund 90 Euro im Jahr |
Ohne eigene Police zahlt sie rund 9.500 Euro selbst. Mit Police trägt der Versicherer den Schaden bis zur Deckungssumme.
Verletzt eine Physiotherapeutin bei der Behandlung einen Patienten, kann der Patient die Praxis in Anspruch nehmen, aber auch sie persönlich. Gegenüber ihrem Arbeitgeber hat sie dann einen Anspruch darauf, freigestellt zu werden. Die Arbeitsgerichte teilen das Risiko nach dem Grad des Verschuldens auf: Bei leichter Fahrlässigkeit trägt der Arbeitgeber alles, bei mittlerer wird geteilt, bei grober Fahrlässigkeit haften Angestellte meist allein.
Für den Alltag heißt das: Ein Versehen beim Lagern, ein falsch eingestelltes Elektrotherapiegerät oder ein Sturz von der Liege fängt die Versicherung der Praxis auf. Kritisch wird es erst, wenn der Arbeitgeber gar nicht oder zu niedrig versichert ist oder ein Gericht grobe Fahrlässigkeit annimmt.
Als Praxisinhaber haften Sie für Behandlungsfehler in Ihrer Physiotherapiepraxis, deshalb gehört eine Berufs- und Betriebshaftpflicht für die Praxis zur Grundausstattung. Gute Tarife schließen die persönliche Haftpflicht der Angestellten ohne Aufpreis ein, auch für Hausbesuche im Auftrag der Praxis.
Bitten Sie Ihren Arbeitgeber um eine kurze Bestätigung, dass angestellte Therapeuten mitversichert sind, und um die Deckungssumme. Liegt sie bei mindestens 3 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden und arbeiten Sie nur in der Praxis, brauchen Sie keine eigene Police.
| Ihre Situation | Eigene Berufshaftpflicht nötig? |
|---|---|
| Nur angestellt, Arbeitgeber bestätigt die Mitversicherung | nein |
| Angestellt, Arbeitgeber kann nichts vorlegen | ja, als Absicherung |
| Angestellt plus Behandlungen auf eigene Rechnung | ja, für die Nebentätigkeit |
| Freie Mitarbeit in einer Praxis | ja, Sie sind nicht angestellt |
| Vertretungen in fremden Praxen | ja, außer die Praxis versichert Sie nachweislich |
| Kurse im Sportverein oder Fitnessstudio | ja, wenn Sie dort selbstständig auftreten |
Viele angestellte Physiotherapeuten behandeln abends Privatpatienten zu Hause, betreuen eine Sportmannschaft oder geben Rückenkurse. Für diese Arbeit auf eigene Rechnung haftet keine Praxis mit. Die private Haftpflicht deckt berufliche Tätigkeiten nicht, hier braucht es eine eigene Berufshaftpflicht.
Ein zweiter Grund ist die grobe Fahrlässigkeit. Wer etwa trotz Warnhinweis eine Manipulation an der Halswirbelsäule vornimmt und der Patient wird schwer verletzt, kann vom Arbeitgeber oder dessen Versicherer in Rückgriff genommen werden. Manche Policen für Angestellte decken genau dieses Risiko.
Arbeiten Sie ausschließlich angestellt, in einer Klinik oder Praxis mit nachgewiesenem Schutz, und behandeln Sie nichts privat, sparen Sie sich die eigene Police. Auch ein Tarif mit Vermögensschäden für Beratung ist dann überflüssig.
Achtung bei der Bezeichnung freie Mitarbeit: Wer nicht angestellt ist, gilt als selbstständig und ist über die Praxis meist nicht versichert. Dann ist eine eigene Berufshaftpflicht keine Kür.
Fragen und Antworten
Für Angestellte nicht.
Praxisinhabern ist sie dringend zu empfehlen, weil sie für Fehler in der eigenen Praxis haften.
Nein.
Die private Haftpflicht schließt berufliche Tätigkeiten aus,
auch einzelne Behandlungen gegen Bezahlung.
Bei leichter Fahrlässigkeit nicht, bei mittlerer anteilig, bei grober Fahrlässigkeit meist voll.
Tarifverträge können die Haftung weiter begrenzen.
Als Angestellte in der Regel als Werbungskosten, für eine Nebentätigkeit als Betriebsausgabe.
Klären Sie den Einzelfall mit Ihrer Steuerberatung.
Mindestens 3 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden,
in der Praxis werden oft 5 Millionen Euro gewählt.
Der Aufpreis ist gering.
Meist über die Schule oder die Einrichtung, in der Sie lernen.
Fragen Sie dort nach einer schriftlichen Bestätigung.
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