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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Pflegezusatz

Gibt es eine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Kurz gesagt

Gibt es eine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung? Ja, auf zwei Wegen: die geförderte Pflege-Bahr, die jeden Volljährigen ohne bisherige Pflegeleistungen annehmen muss, und Gruppenverträge über den Arbeitgeber. Die Pflege-Bahr kostet mit Zulage ab 15 Euro im Monat, hat aber bis zu fünf Jahre Wartezeit und oft nur 600 Euro Leistung in Pflegegrad 5.

Gibt es eine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Was es kostet

Beitrags- und Leistungsbeispiele aus veröffentlichten Tarifdaten und dem Gesetz.

BeispielRichtwert
Pflege-Bahr, Einstieg mit 2515 Euro im Monat inklusive Zulage, rund 918 Euro in Pflegegrad 5
Pflege-Bahr, Einstieg mit 50rund 23 Euro im Monat inklusive Zulage, 600 Euro in Pflegegrad 5
Gesetzliche Mindestleistung Pflege-Bahr600 Euro im Monat in Pflegegrad 5

Pflege-Bahr-Beiträge nach einem veröffentlichten Tarifbeispiel, Stand Oktober 2026.

Ihr Beitrag hängt vom Eintrittsalter ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

52 Jahre, Typ-2-Diabetes, normale Tarife lehnen ab

So sieht der Weg über die Pflege-Bahr aus, wenn kein normaler Tarif annimmt.

Beitrag Pflege-Bahr inklusive 5 Euro Zulageetwa 23 bis 26 Euro im Monat
Leistung in Pflegegrad 5600 Euro im Monat
Leistung in Pflegegrad 3 (oft 30 Prozent)etwa 180 Euro im Monat
Wartezeitbis zu 5 Jahre, Leistung also frühestens mit 57

Für rund 20 Euro Eigenanteil im Monat gibt es einen kleinen, aber sicheren Sockel. Die Lücke im Heim von über 3.000 Euro im Monat deckt er nur zum Teil.

Was ohne Gesundheitsprüfung wirklich heißt

Bei einer normalen Pflegezusatzversicherung fragt der Versicherer nach Krankheiten, Behandlungen und Medikamenten der letzten Jahre. Wer Diabetes, eine Herzerkrankung oder eine psychische Erkrankung angibt, wird oft abgelehnt oder zahlt einen Zuschlag. Ohne Gesundheitsprüfung entfällt dieser Fragebogen ganz.

Der Preis dafür sind Grenzen bei Leistung und Wartezeit. Ein Tarif, der jeden aufnimmt, muss auch die Kranken einkalkulieren. Deshalb gibt es eine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung nur in wenigen, klar geregelten Formen.

Die Wege im Vergleich

Die Tabelle zeigt, welche Form der Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen zu haben ist und wo die Grenzen liegen.

WegGesundheitsfragenWichtigste Grenze
Pflege-Bahr, staatlich gefördertkeinebis 5 Jahre Wartezeit, Leistung oft nur 600 Euro in Pflegegrad 5
Gruppenvertrag über den Arbeitgeberkeine für den Grundschutznur für Beschäftigte, Aufstockung meist mit Prüfung
Normaler Pflegetagegeldtarifja, ausführlichAblehnung oder Zuschlag bei Vorerkrankungen
Bereits pflegebedürftignicht relevantkein Abschluss mehr möglich

Weg 1: die geförderte Pflege-Bahr

Das Gesetz verpflichtet Versicherer mit einem förderfähigen Tarif, jeden Volljährigen in der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung aufzunehmen, der noch keine Pflegeleistungen bezieht oder bezogen hat. Risikoprüfung, Zuschläge und Leistungsausschlüsse sind verboten. Sie zahlen mindestens 10 Euro im Monat, der Staat legt 5 Euro dazu.

Die Wartezeit darf bis zu fünf Jahre betragen; bei manchen Tarifen entfällt sie nach einem Unfall. Wer mit 50 einsteigt, bekommt meist nur die gesetzliche Mindestleistung von 600 Euro in Pflegegrad 5. Mehr zur Förderung und für wen sie sich rechnet, steht auf unserer Seite zur Pflege-Bahr.

Weg 2: Gruppenvertrag über den Arbeitgeber

Manche Arbeitgeber und ganze Branchen schließen eine betriebliche Pflegezusatzversicherung für alle Beschäftigten ab. Weil die Gruppe groß ist, verzichtet der Versicherer beim Grundschutz auf Gesundheitsfragen. Beitrag und Leistung legt der jeweilige Gruppenvertrag fest, fragen Sie die aktuellen Werte bei Ihrem Arbeitgeber nach.

Fragen Sie in der Personalabteilung, ob es so einen Gruppenvertrag gibt. Achten Sie darauf, was beim Jobwechsel oder im Ruhestand passiert und ob Aufstockungen oder Angehörige wieder Gesundheitsfragen auslösen.

Für wen sich der Weg ohne Prüfung lohnt

Eine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung ist vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen sinnvoll, die bei normalen Tarifen keinen Vertrag bekommen. Für sie ist die Pflege-Bahr oft die einzige private Pflegevorsorge.

Wer gesund ist, fährt mit einem normalen Tarif fast immer besser: höhere Leistung je Euro, Leistung auch in Pflegegrad 2 und 3, keine lange Wartezeit. Beides lässt sich kombinieren, etwa eine Pflege-Bahr als Sockel und einen normalen Tarif obendrauf.

Wann Sie keine brauchen

Wer schon Leistungen der Pflegekasse bekommt, kann keine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung mehr abschließen, auch keine Pflege-Bahr. Wer kaum Vermögen hat und im Pflegefall ohnehin Sozialhilfe bräuchte, gewinnt mit einer kleinen Leistung von 600 Euro wenig.

Und wer mit Rente und Vermögen einen Heimplatz über Jahre selbst tragen kann, braucht keine Pflegezusatzversicherung, mit oder ohne Prüfung.

Schritt für Schritt

  1. Klären, ob Sie schon Leistungen der Pflegekasse beziehen; dann geht kein Abschluss mehr.
  2. Mit Vorerkrankungen zuerst prüfen lassen, ob ein normaler Tarif doch annimmt.
  3. In der Personalabteilung nach einem Gruppenvertrag zur Pflege fragen.
  4. Pflege-Bahr-Tarife nach Wartezeit und Leistung in Pflegegrad 2 und 3 vergleichen.
  5. Bei normalen Tarifen alle Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich beantworten.

Checkliste

  • Volljährig und noch keine Pflegeleistungen bezogen
  • Wartezeit des Tarifs bekannt und mit dem Alter abgeglichen
  • Leistung je Pflegegrad, nicht nur in Pflegegrad 5, geprüft
  • Gruppenvertrag beim Arbeitgeber erfragt
  • Regeln für Jobwechsel und Ruhestand beim Gruppenvertrag geklärt

Häufige Fehler

  • Bei normalen Tarifen Krankheiten verschweigen, um die Gesundheitsprüfung zu umgehen
  • Die Pflege-Bahr für eine volle Absicherung halten
  • Die Wartezeit von bis zu fünf Jahren nicht einplanen
  • Erst abschließen wollen, wenn die Pflegebedürftigkeit absehbar ist

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich die Pflege-Bahr auch mit 70 abschließen?

Ja, eine Höchstgrenze beim Alter gibt es nicht.

Der Beitrag ist dann aber hoch, und die Wartezeit läuft trotzdem.

Was passiert, wenn ich bei Gesundheitsfragen etwas verschweige?

Der Versicherer kann vom Vertrag zurücktreten oder ihn anfechten,

und im Pflegefall gibt es kein Geld.

Dann lieber den Weg ohne Prüfung wählen.

Kann ich nach einer Ablehnung noch eine Pflege-Bahr abschließen?

Ja, eine frühere Ablehnung spielt keine Rolle, solange Sie noch keine Pflegeleistungen beziehen.

Gilt ein Gruppenvertrag auch für meinen Partner?

Oft lassen sich Angehörige mitversichern, dann meist mit Gesundheitsfragen.

Das regelt der jeweilige Gruppenvertrag.

Muss ich den Arbeitgeberbeitrag versteuern?

In der Regel ist er ein geldwerter Vorteil.

Wie er bei Ihnen behandelt wird, klären Sie mit der Lohnabrechnung oder Ihrer Steuerberatung.

Gibt es Tarife mit nur wenigen Gesundheitsfragen?

Ja, manche Tarife fragen nur nach wenigen schweren Erkrankungen.

Das ist keine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung,

kann aber bei leichten Vorerkrankungen passen.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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