Alles zur Versicherung: Fahrrad und E-Bike
Brauche ich für mein E-Bike eine eigene Versicherung?
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Kurz gesagt
Für ein Pedelec mit Motorunterstützung bis 25 km/h und höchstens 250 Watt gibt es keine Versicherungspflicht, es gilt als Fahrrad. Ein S-Pedelec bis 45 km/h ist dagegen ein Kleinkraftrad und braucht ein Versicherungskennzeichen, ab etwa 20 bis 110 Euro im Jahr. Auch die EU schreibt für normale Pedelecs keine Pflichtversicherung vor.
Veröffentlichte Jahresbeiträge für S-Pedelecs, Verkehrsjahr 2026/2027.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Pedelec bis 25 km/h | 0 Euro Pflichtversicherung |
| S-Pedelec, Haftpflicht, günstige Tarife | ab etwa 19,50 bis 30 Euro im Jahr |
| S-Pedelec, Haftpflicht, Fahrer ab 26 Jahren | ab etwa 59 Euro im Jahr |
| S-Pedelec, Haftpflicht, Fahrer unter 26 Jahren | ab etwa 86 bis 110 Euro im Jahr |
| S-Pedelec mit Teilkasko | etwa 70 bis 105 Euro im Jahr und mehr |
Öffentlich genannte Einstiegsbeiträge, Stand September 2026. Das Verkehrsjahr läuft vom 1. März bis Ende Februar, bei späterem Abschluss wird es günstiger. Die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Rechenbeispiel
Was Pflicht ist und was sinnvoll dazukommt.
| Versicherungskennzeichen mit Haftpflicht, Pflicht | etwa 20 bis 75 Euro im Jahr |
| Teilkasko gegen Diebstahl, freiwillig | etwa 40 bis 50 Euro Aufschlag |
| Selbstbeteiligung in der Teilkasko | meist 150 Euro |
| Zum Vergleich: gleiches Rad als Pedelec bis 25 km/h | 0 Euro Pflicht |
Mit Diebstahlschutz etwa 60 bis 125 Euro im Jahr. Beim Pedelec entfällt die Pflicht, der Diebstahlschutz kostet dann über Hausrat oder eine E-Bike-Police. Rechenbeispiel mit Richtwerten.
Umgangssprachlich heißt fast jedes Rad mit Motor E-Bike. Rechtlich zählen drei Dinge: bis zu welcher Geschwindigkeit der Motor hilft, wie stark er ist und ob er auch ohne Treten fährt.
Ein Pedelec unterstützt nur beim Treten, bis 25 km/h und mit höchstens 250 Watt Nenndauerleistung. Eine Schiebe- oder Anfahrhilfe bis 6 km/h ist erlaubt. Es ist ein Fahrrad: kein Kennzeichen, kein Führerschein, keine Pflichtversicherung.
Ein S-Pedelec unterstützt bis 45 km/h. Es ist ein Kleinkraftrad und braucht ein Versicherungskennzeichen, einen Führerschein der Klasse AM und einen geeigneten Helm. Radwege sind für S-Pedelecs tabu. Dasselbe gilt für Räder, die per Gasgriff schneller als 6 km/h ohne Treten fahren.
| Typ | Unterstützung | Pflichtversicherung | Kennzeichen |
|---|---|---|---|
| Fahrrad ohne Motor | keine | nein | nein |
| Pedelec | bis 25 km/h, 250 Watt, nur beim Treten | nein | nein |
| S-Pedelec | bis 45 km/h | ja, Kfz-Haftpflicht | ja, Versicherungskennzeichen |
| E-Bike mit Gasgriff über 6 km/h | auch ohne Treten | ja | ja |
Die Kfz-Haftpflichtrichtlinie der EU wurde durch die Richtlinie (EU) 2021/2118 neu gefasst, anzuwenden seit dem 23. Dezember 2023. Pflichtversichert sind danach Kraftfahrzeuge mit mehr als 25 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit oder mit mehr als 25 kg und mehr als 14 km/h. Räder, die nur mit Tretunterstützung fahren, fallen nicht darunter.
Der Europäische Gerichtshof hat im Oktober 2023 bestätigt, dass Pedelecs keine Kraftfahrzeuge im Sinne dieser Pflicht sind. Für Sie heißt das: Eine generelle Versicherungspflicht für normale Pedelecs gibt es weder in Deutschland noch aus Brüssel. Wer sein Pedelec technisch schneller macht, verliert diesen Status und fährt ohne den nötigen Schutz.
Verursachen Sie mit dem Pedelec einen Unfall, haften Sie für Schäden an anderen in voller Höhe, bei Personenschäden können das hohe Summen sein. Das zahlt Ihre private Haftpflichtversicherung, wenn das Pedelec dort als Fahrrad gilt. Prüfen Sie das in Ihren Bedingungen.
Diebstahl und Schäden am eigenen Rad zahlt keine Pflichtversicherung. Dafür gibt es die Hausratversicherung mit Fahrradbaustein oder eine eigene E-Bike-Versicherung. Ob sich das lohnt, hängt vom Wert des Rads und vom Abstellort ab.
Fahren Sie ein normales Pedelec, haben Sie eine private Haftpflicht und steht das Rad meist im Keller oder in der Wohnung, brauchen Sie keine weitere Versicherung. Ein günstiges, älteres Rad gegen Diebstahl zu versichern, lohnt sich selten.
Beim S-Pedelec führt am Versicherungskennzeichen kein Weg vorbei. Ohne gültiges Kennzeichen fahren Sie ohne Pflichtversicherung, das ist eine Straftat.
Fragen und Antworten
Gesetzlich nicht. Sinnvoll ist eine private Haftpflicht trotzdem, denn für Schäden an anderen haften Sie unbegrenzt.
Für die reine Haftpflicht je nach Alter und Anbieter ab etwa 20 bis 110 Euro im Jahr, mit Teilkasko mehr.
Es gilt für das Verkehrsjahr vom 1. März bis Ende Februar. Danach brauchen Sie ein neues Kennzeichen in der Farbe des neuen Jahres.
Nein, nicht für Pedelecs mit Tretunterstützung bis 25 km/h. Die neue Richtlinie nimmt sie ausdrücklich aus.
Sie fahren ohne Pflichtversicherung. Das ist strafbar, und Schäden an anderen zahlen Sie selbst.
Meist nicht. Fährt es mit Motor schneller als 25 km/h, ist es rechtlich ein Kraftfahrzeug ohne Zulassung und Pflichtversicherung, die private Haftpflicht zahlt dann in der Regel nicht.
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