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Was ist das Altersvorsorgedepot ab 2027?

Kurz gesagt

Das Altersvorsorgedepot ist die staatlich geförderte Nachfolge der Riester-Rente: ein Wertpapierdepot ohne Pflichtgarantie, das ab dem 1. Januar 2027 angeboten wird. Der Staat legt bis zu 540 Euro im Jahr und 300 Euro je Kind dazu. Das Gesetz ist beschlossen und am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet. Ausgezahlt wird frühestens mit 65.

Was ist das Altersvorsorgedepot ab 2027?

Was es kostet

Gesetzliche Werte aus dem Altersvorsorgereformgesetz und Kostenschätzungen aus veröffentlichten Untersuchungen, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Höchste Grundzulage540 Euro im Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag
Kinderzulagebis 300 Euro je Kind und Jahr
Bonus bei Abschluss vor 25einmalig 200 Euro
Einzahlung im Jahr120 bis 6.840 Euro
Kosten Standarddepothöchstens 1 Prozent im Jahr
Kosten von Garantieprodukten, Einschätzung der Verbraucherzentraleetwa 1,5 bis 2,5 Prozent im Jahr
Anbieterwechsel in den ersten fünf Jahrenbis 150 Euro

Zulagen, Grenzen und Kostendeckel stehen im Gesetz.

Die Kosten von Garantieprodukten sind eine Einschätzung der Verbraucherzentrale,

die tatsächlichen Konditionen legen die Anbieter erst mit der Zertifizierung fest.

Die Hochrechnung im Beispiel ist eine eigene Rechnung ohne Garantie.

Rechenbeispiel

Angestellte, 30 Jahre, ein Kind, spart 150 Euro im Monat

So viel legt der Staat dazu, und so kann das Depot bis 65 wachsen. Gerechnet ohne Kinderzulage, weil sie nicht über die ganze Laufzeit fließt.

Eigener Beitrag im Jahr1.800 Euro
Grundzulage540 Euro
Kinderzulage, nur für einen Teil der Laufzeit300 Euro
35 Jahre mit 2.340 Euro, 3 Prozent nach Kostenrund 141.000 Euro
35 Jahre mit 2.340 Euro, 5 Prozent nach Kostenrund 211.000 Euro

Aus 63.000 Euro eigenen Beiträgen können rund 141.000 bis 211.000 Euro werden, dazu kommen die Kinderzulagen. Das ist vor Steuern und Inflation gerechnet, garantiert ist ohne Garantieprodukt nichts.

Was beschlossen ist

Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Ausgefertigt wurde es am 26. Mai, verkündet am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt. Das Altersvorsorgedepot ist damit geltendes Recht, die Produkte starten am 1. Januar 2027.

Ab 2027 können keine neuen Riester-Verträge nach altem Muster mehr abgeschlossen werden. Bestehende Riester-Verträge laufen mit ihrer bisherigen Förderung weiter, ein Wechsel in das Altersvorsorgedepot ist freiwillig.

Wie die Zulage beim Altersvorsorgedepot rechnet

Anders als bei Riester hängt die Zulage nicht mehr vom Einkommen ab, sondern vom eigenen Sparbeitrag. Auf die ersten 360 Euro im Jahr gibt es 50 Cent je Euro, auf jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro 25 Cent. Mehr als 540 Euro Grundzulage sind nicht möglich.

Je Kind kommen bis zu 300 Euro dazu, voll schon ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat. Wer den Vertrag vor dem 25. Geburtstag abschließt, bekommt einmalig 200 Euro. Gefördert werden Arbeitnehmer und nun auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende.

Eigener Beitrag im JahrGrundzulageFörderquote auf den Eigenbeitrag
120 Euro60 Euro50 Prozent
360 Euro180 Euro50 Prozent
1.000 Euro340 Euro34 Prozent
1.800 Euro540 Euro30 Prozent
3.000 Euro540 Euro18 Prozent

Standarddepot oder freies Produkt

Jeder Anbieter muss ein Standardprodukt anbieten, dessen Effektivkosten auf 1 Prozent im Jahr gedeckelt sind. Es ist sicherheitsorientierter angelegt. Daneben darf es Depots mit freier Fondsauswahl und Garantieprodukte geben, für die kein Kostendeckel gilt. Für Garantieprodukte nennen Verbraucherschützer 1,5 bis 2,5 Prozent im Jahr oder mehr.

Geplant ist außerdem ein Standarddepot eines öffentlichen Trägers, die Einzelheiten standen im Herbst 2026 noch nicht fest. Ein Prozent mehr Kosten im Jahr kostet bei 6 Prozent Bruttorendite über 40 Jahre rund ein Drittel des Endvermögens, deshalb lohnt der genaue Blick auf die Kosten im Altersvorsorgedepot mehr als auf jede Werbung.

Wann und wie das Geld ausgezahlt wird

Die Auszahlung beginnt frühestens mit 65, wer schon eine gesetzliche Altersrente bezieht, kann früher anfangen. Spätestens mit 70 muss sie beginnen. Sie wählen zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan, der mindestens bis 85 läuft.

Beim Auszahlplan bleibt nicht verbrauchtes Geld vererbbar, mit dem letzten Monat ist das Depot aber leer. Auszahlungen aus dem geförderten Vertrag werden voll mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert, dafür bleiben Erträge in der Ansparzeit steuerfrei.

Für wen es passt und für wen nicht

Das Altersvorsorgedepot passt, wenn Sie über Jahrzehnte sparen, das Geld bis 65 nicht brauchen und von hohen Förderquoten profitieren: kleine Beiträge, Kinder, Berufsstart. Mit 30 Euro im Monat holen Sie 50 Prozent Zulage heraus.

Es passt weniger, wenn Sie jederzeit an das Geld wollen. Wer kündigt, ohne in einen anderen zertifizierten Vertrag zu wechseln, verliert Zulagen und Steuervorteile. Und wer mehr als 1.800 Euro im Jahr spart, bekommt für den Rest keine Zulage mehr, nur die Steuerfreiheit in der Ansparzeit.

Was Sie bis Januar 2027 tun sollten

Unterschreiben Sie bis zum Start nichts unter Druck. Die Anbieter brauchen eine Zertifizierung, erst dann gibt es vergleichbare Angebote. Vergleichen Sie dann das Standardprodukt mit freien Varianten, vor allem die Effektivkosten.

Wer einen Riester-Vertrag hat, muss nicht handeln. Prüfen Sie erst die Kosten des alten Vertrags und die Wechselbedingungen. Ein Anbieterwechsel ist nach fünf Jahren kostenfrei, vorher dürfen bis zu 150 Euro verlangt werden.

Schritt für Schritt

  1. Ausrechnen, wie viel Sie bis 65 sicher entbehren können, mindestens 10 Euro im Monat.
  2. Förderquote prüfen: Bis 360 Euro im Jahr gibt es 50 Prozent, bis 1.800 Euro 25 Prozent auf den Rest.
  3. Ab Januar 2027 zertifizierte Angebote vergleichen, zuerst das Standardprodukt.
  4. Effektivkosten, Fondsauswahl und Garantie gegeneinander abwägen.
  5. Bestehenden Riester-Vertrag erst nach eigener Kostenprüfung wechseln oder behalten.

Checkliste

  • Vertrag ist für das Altersvorsorgedepot zertifiziert
  • Effektivkosten bekannt, beim Standarddepot höchstens 1 Prozent
  • Kinder für die Kinderzulage angegeben
  • Geld ist bis mindestens 65 gebunden, Notgroschen liegt woanders
  • Bonus von 200 Euro beantragt, wenn Sie unter 25 sind

Häufige Fehler

  • Vor dem Start einen beworbenen Vertrag unterschreiben, der nicht zertifiziert ist
  • Teure Premiumvarianten wählen, ohne das Standardprodukt zu vergleichen
  • Mehr als 1.800 Euro einzahlen und mit Zulagen auf den ganzen Betrag rechnen
  • Einen alten Riester-Vertrag kündigen statt wechseln und so die Förderung verlieren

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist das Altersvorsorgedepot schon beschlossen?

Ja.

Das Altersvorsorgereformgesetz wurde am 29.

Mai 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet.

Die Produkte starten am 1.

Januar 2027.

Wie viel Zulage bekomme ich?

50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, 25 Prozent auf den Teil bis 1.800 Euro,

zusammen höchstens 540 Euro, dazu bis 300 Euro je Kind.

Kann ich mein Riester-Guthaben übertragen?

Ja, freiwillig.

Bestehende Verträge laufen sonst unverändert weiter.

Prüfen Sie vorher Kosten und Wechselbedingungen des alten Vertrags.

Gibt es eine Garantie?

Das Standarddepot hat keine Garantie.

Anbieter dürfen Garantieprodukte anbieten, die kosten aber meist mehr Rendite.

Ab wann kann ich das Geld nutzen?

Frühestens mit 65, früher nur, wenn Sie schon eine gesetzliche Altersrente beziehen.

Spätestens mit 70 beginnt die Auszahlung.

Dürfen Selbstständige mitmachen?

Ja.

Neu gefördert werden auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende.

Was ist mit der Frühstart-Rente für Kinder?

Das ist ein eigenes Gesetzesvorhaben.

Das Kabinett hat den Entwurf am 12.

August 2026 beschlossen, die erste Lesung im Bundestag war am 25.

September 2026.

Beschlossen war es im Oktober 2026 noch nicht.

Quellen

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