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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Berufsunfähigkeit

Was ist eine Existenzschutzversicherung?

Kurz gesagt

Eine Existenzschutzversicherung ist eine Rentenversicherung, die zahlt, wenn ein festgelegter Auslöser eintritt: Verlust von Grundfähigkeiten wie Gehen oder Sehen, bestimmte schwere Krankheiten, Pflegebedürftigkeit oder schwere Unfallfolgen. Auf den Beruf kommt es nicht an. Sie kostet für 1.000 bis 2.000 Euro Rente etwa 30 bis 140 Euro im Monat. Psychische Erkrankungen sind meist nicht oder kaum versichert.

Was ist eine Existenzschutzversicherung?

Was es kostet

Nettobeiträge im Monat für Multi-Risk-Tarife aus einer veröffentlichten Marktübersicht.

BeispielRichtwert
Bürokauffrau, 30 Jahre, 1.000 Euro Renteetwa 30 bis 65 Euro im Monat
Erzieherin, 28 Jahre, 1.200 Euro Renteetwa 30 bis 60 Euro im Monat
Dachdecker, 35 Jahre, 1.500 Euro Renteetwa 60 bis 110 Euro im Monat
Selbstständiger Berater, 42 Jahre, 2.000 Euro Renteetwa 80 bis 140 Euro im Monat

Werte aus öffentlich genannten Beispielrechnungen, Stand Oktober 2026.

Ihr Beitrag hängt von Alter, Beruf, Gesundheit und Rentenhöhe ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Dachdecker, 35 Jahre, sucht Schutz für 1.500 Euro Rente

Eine BU wäre teuer. So sieht der Vergleich mit einem Existenzschutz aus.

Berufsunfähigkeit, 1.500 Euro Renteetwa 200 bis 250 Euro im Monat
Existenzschutz, 1.500 Euro Renteetwa 60 bis 110 Euro im Monat
Ersparnisetwa 90 bis 190 Euro im Monat
Preis dafürkeine Leistung bei Psyche und oft keine bei Rückenleiden

Bezahlbarer Grundschutz für schwere körperliche Fälle, aber kein Ersatz für eine BU bei den häufigsten Ursachen.

Ein Name, verschiedene Produkte

Existenzschutz ist kein Begriff aus dem Gesetz. Versicherer und Banken nennen so Tarife, die mehrere Auslöser in einem Vertrag bündeln. Fachleute sprechen von Multi-Risk-Versicherung. Was genau versichert ist, steht nur im Bedingungswerk des einzelnen Tarifs.

Typisch sind vier Bausteine: der Verlust von Grundfähigkeiten wie Gehen, Sehen, Hören oder Greifen, eine Liste schwerer Krankheiten wie Krebs oder Schlaganfall, Pflegebedürftigkeit ab einem bestimmten Pflegegrad und schwere Unfallfolgen. Tritt ein Auslöser ein, gibt es eine monatliche Rente oder eine Einmalzahlung.

Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung fragt, ob Sie Ihren Beruf noch zu mindestens 50 Prozent ausüben können, egal aus welchem Grund. Die Existenzschutzversicherung fragt nur, ob ein Auslöser aus ihrer Liste eingetreten ist. Ein Bandscheibenvorfall, der Sie aus dem Handwerk wirft, löst oft keine Leistung aus, weil die Schwelle für den Verlust einer Fähigkeit nicht erreicht wird.

Dafür ist der Existenzschutz meist günstiger und leichter zu bekommen. Für einen Dachdecker kostet eine BU schnell 200 bis 250 Euro im Monat, ein Multi-Risk-Tarif mit 1.500 Euro Rente etwa 60 bis 110 Euro.

FallBerufsunfähigkeitExistenzschutz
Depression, ein Jahr arbeitsunfähigzahlt bei 50 Prozent Berufsunfähigkeitmeist keine Leistung
Schlaganfall mit Lähmungzahltzahlt aus Krankheits- oder Fähigkeitsbaustein
Bandscheibenvorfall im Handwerkzahlt, wenn der Beruf nicht mehr gehtoft keine Leistung
Pflegegrad nach Unfallzahlt, wenn der Beruf nicht mehr gehtzahlt je nach Tarif ab Pflegegrad 2, 3 oder 4

Worauf Sie im Bedingungswerk achten

Achten Sie darauf, ab welchem Pflegegrad gezahlt wird. Verbraucherfreundliche Tarife leisten ab Pflegegrad 2, schwächere erst ab 3 oder 4. Prüfen Sie außerdem die Liste der Krankheiten und wie streng sie definiert sind, etwa wie lange ein Ausfall nach einem Schlaganfall bestehen muss.

Wichtig ist auch, ob psychische Erkrankungen überhaupt vorkommen. Rund ein Drittel aller Fälle von Berufsunfähigkeit hat psychische Ursachen. Fehlt dieser Teil, bleibt eine große Lücke.

Wann eine Existenzschutzversicherung passt und wann nicht

Sinnvoll ist sie für Menschen in körperlichen Berufen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen oder sie nicht bezahlen können, und als Ergänzung für Selbstständige mit hohem Risiko.

Wer im Büro arbeitet und gesund ist, bekommt meist eine BU zu einem ähnlichen Preis und ist damit breiter geschützt. Dann ist der Existenzschutz die schwächere Wahl. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob eine BU möglich ist.

Schritt für Schritt

  1. Zuerst prüfen, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen ist.
  2. Liste der Grundfähigkeiten und Krankheiten im Tarif lesen.
  3. Pflegegrad für die Leistung und Regeln zu psychischen Erkrankungen prüfen.
  4. Rentenhöhe nach Ihrem Bedarf wählen, nicht nach dem Beitrag.
  5. Gesundheitsfragen vollständig und wahr beantworten.

Checkliste

  • Leistung ab Pflegegrad 2
  • Breite Liste schwerer Krankheiten mit klaren Definitionen
  • Angaben zu psychischen Erkrankungen geprüft
  • Rente bis mindestens 67
  • Möglichkeit, später in eine BU zu wechseln, falls vorhanden

Häufige Fehler

  • Den Existenzschutz für eine vollwertige BU halten
  • Nur auf den Beitrag schauen und die Auslöser nicht lesen
  • Psychische Erkrankungen als Lücke übersehen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist eine Existenzschutzversicherung dasselbe wie eine Grundfähigkeitsversicherung?

Nicht ganz.

Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt nur bei verlorenen Fähigkeiten.

Der Existenzschutz bündelt meist zusätzlich schwere Krankheiten, Pflege und Unfallfolgen.

Zahlt sie bei Burnout oder Depression?

In den meisten Tarifen nicht oder nur sehr eingeschränkt.

Das ist die größte Schwäche gegenüber der BU.

Brauche ich Gesundheitsfragen?

Ja.

Beantworten Sie sie vollständig und wahr,

denn falsche Angaben gefährden den Schutz wie bei jeder anderen Absicherung der Arbeitskraft.

Bis wann zahlt die Rente?

Das legt der Vertrag fest, meist bis zum vereinbarten Endalter, etwa 67.

Ist der Existenzschutz für Büroberufe sinnvoll?

Selten.

Im Büro ist eine BU oft ähnlich teuer und deckt mehr Ursachen ab.

Quellen

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