Alles zur Versicherung: Private Krankenversicherung
Wer darf in die private Krankenversicherung wechseln?
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Kurz gesagt
Was passiert, wenn ich bei den Gesundheitsfragen etwas vergessen habe? Das hängt vom Verschulden ab. Bei leichtem Versehen darf der Versicherer der privaten Krankenversicherung meist nur den Vertrag anpassen, etwa mit einem Zuschlag. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit droht der Rücktritt. Nach drei Jahren erlöschen seine Rechte, bei Vorsatz oder Arglist erst nach zehn Jahren.
Rechenbeispiele, was eine Vertragsanpassung kosten kann.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Risikozuschlag 20 Prozent auf 550 Euro Monatsbeitrag | etwa 110 Euro mehr im Monat |
| Derselbe Zuschlag rückwirkend für 2 Jahre | etwa 2.640 Euro Nachzahlung |
| Zuschlag über 10 Prozent | Kündigungsrecht innerhalb 1 Monats |
| Typische Zuschläge für einzelne Vorerkrankungen | etwa 10 bis 50 Prozent |
Stand Oktober 2026.
Fristen und Kündigungsrecht stehen im VVG.
Beitrag und Zuschlagshöhen sind Richtwerte aus der Angebotspraxis;
jeder Versicherer bewertet Vorerkrankungen selbst.
Rechenbeispiel
Eine Versicherte gibt eine Behandlung wegen Rückenschmerzen nicht an, aus Versehen. Der Versicherer hätte sie mit Zuschlag genommen.
| Verschulden | einfache Fahrlässigkeit |
| Rücktritt oder Kündigung | nicht möglich |
| Folge | Zuschlag, auf Verlangen rückwirkend |
| Zuschlag, angenommen 15 Prozent auf 500 Euro | 75 Euro im Monat |
| Nachzahlung für 18 Monate | 1.350 Euro |
Der Vertrag bleibt bestehen, der Beitrag steigt um 75 Euro, dazu kommen bis zu 1.350 Euro Nachzahlung. Nach drei Jahren hätte der Versicherer keine Rechte mehr gehabt.
Sie müssen alle Umstände angeben, nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat und die Sie kannten (§ 19 Abs. 1 VVG). Was Sie bei den Gesundheitsfragen vergessen haben, wird danach beurteilt, wie viel Verschulden dahintersteht.
Der Versicherer hat diese Rechte nur, wenn er Sie vorher in einer gesonderten Mitteilung in Textform auf die Folgen hingewiesen hat. Kannte er den Umstand ohnehin, sind sie ausgeschlossen.
| Verschulden | Mögliche Folge | Grundlage |
|---|---|---|
| kein Verschulden | in der Vollversicherung keine Folgen | § 194 Abs. 1, § 206 VVG |
| einfache Fahrlässigkeit | Vertragsanpassung, auf Verlangen rückwirkend | § 19 Abs. 4 VVG |
| grobe Fahrlässigkeit | Rücktritt, wenn er den Vertrag gar nicht geschlossen hätte, sonst Anpassung | § 19 Abs. 2 und 4 VVG |
| Vorsatz | Rücktritt | § 19 Abs. 2 VVG |
| Arglist | keine Leistung, Frist 10 Jahre | § 21 Abs. 2 und 3 VVG |
Eine private Krankheitskostenversicherung, die Ihre Versicherungspflicht erfüllt, darf der Versicherer nicht kündigen. Hätte er Sie mit der Vorerkrankung zu anderen Bedingungen genommen, wird der Vertrag stattdessen angepasst, etwa mit einem Risikozuschlag oder einem Leistungsausschluss.
Steigt der Beitrag dadurch um mehr als 10 Prozent oder wird die Vorerkrankung ausgeschlossen, können Sie innerhalb eines Monats nach der Mitteilung fristlos kündigen (§ 19 Abs. 6 VVG).
Der Versicherer muss seine Rechte innerhalb eines Monats geltend machen, nachdem er von der vergessenen Angabe erfahren hat. In der Krankenversicherung erlöschen sie drei Jahre nach Vertragsschluss, nicht erst nach fünf wie in anderen Sparten.
Ausnahmen: Für Leistungsfälle, die vor Ablauf der Frist eingetreten sind, gilt sie nicht. Bei Vorsatz oder Arglist beträgt die Frist zehn Jahre.
Wer merkt, dass er bei den Gesundheitsfragen etwas vergessen hat, kann es dem Versicherer von sich aus nachmelden. Damit beginnt dessen Monatsfrist, und die Unsicherheit ist schnell geklärt.
Melden Sie schriftlich, sachlich und mit Arztbericht. Erklären Sie kurz, warum die Angabe gefehlt hat. Ein Makler kann Sie bei der Formulierung beraten; die Entscheidung trifft der Versicherer.
Fragen und Antworten
Meist erst im Leistungsfall, wenn Arztrechnungen auf ältere Diagnosen hinweisen.
Deshalb fällt eine Lücke oft erst Jahre später auf.
Nein, nicht bei einer Krankheitskostenversicherung, die Ihre Versicherungspflicht erfüllt.
Möglich sind Rücktritt bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit oder eine Vertragsanpassung.
Der Vertrag wird aufgehoben.
Für einen bereits eingetretenen Leistungsfall muss der Versicherer trotzdem zahlen,
wenn der verschwiegene Umstand dafür nicht ursächlich war, außer bei Arglist.
Nein.
Die Anzeigepflicht gilt für die Fragen in Textform.
Fragt der Versicherer vor der Annahme nach, müssen Sie auch diese beantworten.
Die Regeln zur Anzeigepflicht und die Dreijahresfrist gelten für die Krankenversicherung allgemein.
Das Kündigungsverbot betrifft vor allem die Vollversicherung.
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