Alles zur Versicherung: Pflegezusatz
Brauche ich eine Pflegezusatzversicherung?
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Kurz gesagt
Welche Leistungen es gibt, hängt vom Pflegegrad ab. Die Pflegegrade 2 bis 5 bringen 347 bis 990 Euro Pflegegeld oder 796 bis 2.299 Euro für einen Pflegedienst im Monat, je nachdem bei welchem Grad Sie liegen. Pflegegrad 1 bringt vor allem 131 Euro Entlastungsbetrag. Im Heim zahlt die Kasse 805 bis 2.096 Euro, trotzdem bleiben im Schnitt 3.364 Euro Eigenanteil.
Gesetzliche Monatsbeträge 2026 und der Eigenanteil im Heim, Bundesschnitt.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Pflegegeld, Pflegegrad 2 bis 5 | 347 bis 990 Euro im Monat |
| Pflegedienst, Pflegegrad 2 bis 5 | bis zu 796 bis 2.299 Euro im Monat |
| Pflegeheim, Leistung der Kasse, Pflegegrad 2 bis 5 | 805 bis 2.096 Euro im Monat |
| Eigenanteil im Heim, erstes Jahr, Bundesschnitt Juli 2026 | 3.364 Euro im Monat, je nach Land 2.891 bis 3.761 Euro |
| Pflegetagegeld mit bis zu 1.500 Euro in Pflegegrad 5, Abschluss mit 50 | etwa 52 bis 99 Euro im Monat |
Stand Oktober 2026.
Die Leistungsbeträge stammen aus der Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums für 2026,
der Eigenanteil aus der Auswertung der Ersatzkassen zum 1.
Juli 2026.
Wie Pflegetagegeldtarife die Pflegegrade staffeln, ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis:
oft 100 Prozent in Pflegegrad 4 und 5, 50 bis 70 Prozent in Pflegegrad 3,
25 bis 40 Prozent in Pflegegrad 2 und wenig oder nichts in Pflegegrad 1.
Das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Die Tochter pflegt ihren Vater, zweimal am Tag kommt ein Pflegedienst. Der Dienst rechnet 898 Euro im Monat ab, also 60 Prozent der möglichen 1.497 Euro.
| Pflegedienst, von der Kasse bezahlt | 898 Euro |
| Restliches Pflegegeld, 40 Prozent von 599 Euro | rund 240 Euro |
| Entlastungsbetrag für eine Haushaltshilfe | 131 Euro |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | 42 Euro |
| Später Umzug ins Heim, Eigenanteil im ersten Jahr | im Schnitt 3.364 Euro im Monat |
Zu Hause kommt die Familie mit der Kasse und etwa 240 Euro Pflegegeld oft gut zurecht. Teuer wird der Heimplatz: Dort bleiben trotz Pflegegrad 3 im Schnitt über 3.300 Euro im Monat, die Rente und Ersparnisse tragen müssen.
Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes, bei Privatversicherten von dessen privatem Gegenstück, bewertet sechs Lebensbereiche, etwa Mobilität, Selbstversorgung und den Umgang mit Krankheit. Daraus ergeben sich Punkte von 0 bis 100.
Ab 12,5 Punkten gibt es Pflegegrad 1, ab 27 Pflegegrad 2, ab 47,5 Pflegegrad 3, ab 70 Pflegegrad 4 und ab 90 Pflegegrad 5. Wer knapp unter einer Schwelle liegt, sollte bei einer Verschlechterung früh eine Höherstufung beantragen.
Die Tabelle zeigt die wichtigsten Monatsbeträge der Pflegeversicherung 2026. Pflegegeld und Pflegedienst können Sie anteilig kombinieren: Nutzen Sie 60 Prozent der Summe für den Pflegedienst, bekommen Sie noch 40 Prozent des Pflegegelds.
| Leistung im Monat | PG 1 | PG 2 | PG 3 | PG 4 | PG 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Pflegegeld | 0 Euro | 347 Euro | 599 Euro | 800 Euro | 990 Euro |
| Pflegedienst bis zu | 0 Euro | 796 Euro | 1.497 Euro | 1.859 Euro | 2.299 Euro |
| Tages- und Nachtpflege bis zu | 0 Euro | 721 Euro | 1.357 Euro | 1.685 Euro | 2.085 Euro |
| Pflegeheim | 131 Euro | 805 Euro | 1.319 Euro | 1.855 Euro | 2.096 Euro |
| Entlastungsbetrag | 131 Euro | 131 Euro | 131 Euro | 131 Euro | 131 Euro |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | 42 Euro | 42 Euro | 42 Euro | 42 Euro | 42 Euro |
Ab Pflegegrad 2 gibt es einen gemeinsamen Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro für Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege, etwa wenn pflegende Angehörige Urlaub machen oder krank sind. Für Umbauten wie eine bodengleiche Dusche zahlt die Kasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, schon ab Pflegegrad 1.
Pflegen Angehörige mindestens zehn Stunden in der Woche, zahlt die Pflegekasse für sie zusätzlich Rentenbeiträge, in Pflegegrad 5 bis rund 736 Euro im Monat. Der Entlastungsbetrag von 131 Euro verfällt nicht sofort, nicht genutzte Beträge können Sie bis Mitte des Folgejahres einsetzen.
Im Pflegeheim zahlen alle Bewohner ab Pflegegrad 2 denselben Eigenanteil für die Pflege, egal welchen Grad sie haben. Ein höherer Grad bringt also mehr Geld von der Kasse an das Heim, aber keine Entlastung für Sie.
Im Bundesschnitt bleiben im ersten Jahr 3.364 Euro im Monat: 1.775 Euro Pflege, 1.068 Euro Unterkunft und Verpflegung, 521 Euro Investitionskosten. Die Kasse senkt nur den Pflegeanteil, mit Zuschlägen von 15 Prozent im ersten Jahr bis 75 Prozent ab dem vierten Jahr. Unterkunft, Essen und Investitionskosten zahlen Sie immer selbst.
Ein Pflegetagegeld zahlt einen festen Betrag je Pflegegrad, unabhängig von den Kosten. Gute Tarife leisten in Pflegegrad 4 und 5 den vollen vereinbarten Betrag und in den niedrigen Graden einen spürbaren Anteil, denn häusliche Pflege beginnt meist mit Pflegegrad 2 oder 3.
Eine Zusatzversicherung brauchen Sie nicht, wenn Rente und Vermögen den Eigenanteil im Heim über Jahre tragen oder wenn das Geld ohnehin knapp ist und das Sozialamt einspringen würde. Dann ist der Beitrag an anderer Stelle besser angelegt.
Fragen und Antworten
Kein Pflegegeld und keinen Pflegedienst,
aber 131 Euro Entlastungsbetrag, 42 Euro für Pflegehilfsmittel,
bis zu 4.180 Euro für Umbauten und Beratung.
Im Heim gibt es einen Zuschuss von 131 Euro.
Ja, als Kombinationsleistung.
Was Sie vom Höchstbetrag für den Pflegedienst nicht nutzen, bekommen Sie anteilig als Pflegegeld.
Nein.
Die Beträge gelten seit dem 1.
Januar 2025 unverändert.
Die nächste reguläre Anpassung ist für 2028 vorgesehen.
Seit 2017 zahlen alle Bewohner eines Heims ab Pflegegrad 2 denselben Eigenanteil für die Pflege.
So steigt die Rechnung nicht, wenn sich der Zustand verschlechtert.
Ja, die private Pflegepflichtversicherung leistet in gleicher Höhe.
Bei Beihilfeberechtigten zahlt sie den Anteil, der nicht von der Beihilfe kommt.
Nein, für die gepflegte Person ist es steuerfrei.
Geben Sie es an Angehörige weiter, bleibt es in der Regel auch für diese steuerfrei.
Oft ja, wenn Sie Vermögen oder Angehörige vor dem Eigenanteil im Heim schützen wollen.
Prüfen Sie, wie viel der Tarif schon in Pflegegrad 2 und 3 zahlt.
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