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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauchen Minijobber?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen Minijobber brauchen, hängt vom Rest ab: Im Minijob bis 603 Euro im Monat sind Sie gesetzlich unfallversichert und rentenversichert, aber nicht krankenversichert. Die Krankenversicherung muss also anders bestehen, etwa über die Familie. Privat zählt eine Haftpflicht für etwa 40 bis 120 Euro im Jahr, und die Befreiung von der Rentenpflicht sollten Sie gut überlegen.

Welche Versicherungen brauchen Minijobber?

Was es kostet

Gesetzliche Werte 2026 und veröffentlichte Beiträge.

BeispielRichtwert
Verdienstgrenze im Minijob603 Euro im Monat, 7.236 Euro im Jahr
Rentenbeitrag, Eigenanteil im gewerblichen Minijob3,6 Prozent, bei 400 Euro also 14,40 Euro im Monat
Mindestbeitrag zur Rentenversicherung bei weniger als 175 Euro Verdienst32,55 Euro im Monat insgesamt
Privathaftpflicht Singleetwa 40 bis 120 Euro im Jahr
Private Unfallversicherung, Büroberufetwa 60 bis 180 Euro im Jahr

Stand Oktober 2026; Verdienstgrenze und Beiträge laut Minijob-Zentrale, Gesetze geprüft.

Die Haftung von Arbeitnehmern bei leichter Fahrlässigkeit beruht auf der Rechtsprechung zum

innerbetrieblichen Schadensausgleich.

Die Einschätzung zur Berufsunfähigkeit ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Minijobberin, 41 Jahre, 450 Euro im Gewerbe, familienversichert über den Ehemann

Krankenversicherung und Unfallschutz bei der Arbeit sind schon da.

Rentenbeitrag, Eigenanteil 3,6 Prozent16,20 Euro im Monat
Familien-Privathaftpflicht, meist schon über den Ehemannetwa 5 bis 15 Euro im Monat für die Familie
Private Unfallversicherung, freiwilligetwa 5 bis 15 Euro im Monat

Pflicht ist nur der Rentenbeitrag. Wer ihn zahlt, sammelt Pflichtbeiträge für die Erwerbsminderungsrente.

Was Minijobber gesetzlich schon haben

Ein Minijob mit Verdienstgrenze liegt vor, wenn Sie im Monat durchschnittlich nicht mehr als 603 Euro verdienen. Der Arbeitgeber muss Sie bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden. Sie sind damit bei Arbeitsunfällen, auf dem Weg zur Arbeit und bei Berufskrankheiten geschützt, ohne selbst Beiträge zu zahlen.

In der Rentenversicherung sind Minijobber pflichtversichert. Der volle Beitrag beträgt 18,6 Prozent, im Gewerbe tragen Sie davon 3,6 Prozent selbst, im Privathaushalt 13,6 Prozent. Eine Krankenversicherung entsteht durch den Minijob nicht.

RisikoWas der Minijob bringtWas Minijobber selbst klären
Unfall bei der Arbeit oder auf dem Weggesetzliche UnfallversicherungUnfälle in der Freizeit
KrankheitLohnfortzahlung bis sechs Wochen, keine KrankenversicherungKrankenversicherung über Familie, Hauptjob oder freiwillig
ErwerbsminderungPflichtbeiträge, wenn Sie nicht befreit sindAbstand zum bisherigen Einkommen
Schaden an Dritten in der FreizeitnichtsPrivathaftpflicht
Schaden am Arbeitgebereingeschränkte Haftung von Arbeitnehmernnichts Zusätzliches nötig

Krankenversicherung für Minijobber

Für Minijobber muss die Krankenversicherung aus einer anderen Quelle kommen: Familienversicherung über Ehepartner oder Eltern, ein Hauptjob, das Studium oder eine freiwillige Versicherung. Nach Paragraf 10 SGB V ist ein Einkommen aus dem Minijob bis zur Verdienstgrenze in der Familienversicherung erlaubt.

Wer nur einen Minijob hat und sonst keine Absicherung, muss sich selbst freiwillig versichern. Das ist dann die teuerste Lücke. Klären Sie das mit Ihrer Krankenkasse, bevor der Minijob beginnt.

Rentenpflicht: befreien oder nicht?

Minijobber können sich nach Paragraf 6 SGB VI auf Antrag beim Arbeitgeber von der Rentenpflicht befreien lassen. Dann zahlen Sie den Eigenanteil nicht, verlieren aber Pflichtbeitragszeiten. Die gesetzliche Rente wegen Erwerbsminderung setzt nach Paragraf 43 SGB VI unter anderem drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus.

Wer als Minijobber nicht anders rentenversichert ist, etwa in der Familienphase, sichert sich mit wenigen Euro im Monat diesen Anspruch. Bei 400 Euro Verdienst im Gewerbe sind das 3,6 Prozent, also 14,40 Euro. Befreien lohnt sich am ehesten, wenn ohnehin ein Hauptjob mit Rentenbeiträgen besteht.

Haftpflicht und Unfall für Minijobber

Die Privathaftpflicht deckt nach den Musterbedingungen nur die Gefahren des täglichen Lebens, nicht die aus einem Beruf. Schäden, die Minijobber bei der Arbeit verursachen, trägt sie also nicht. Als Arbeitnehmer haften Sie dem Arbeitgeber aber nur, wenn Sie die Pflichtverletzung zu vertreten haben, und bei leichter Fahrlässigkeit in der Regel gar nicht.

Für die Freizeit bleibt die Privathaftpflicht wichtig, sie kostet für Singles etwa 40 bis 120 Euro im Jahr. Eine private Unfallversicherung ergänzt den gesetzlichen Schutz für Unfälle außerhalb der Arbeit, für Büroberufe etwa 60 bis 180 Euro im Jahr.

Was Minijobber meist nicht brauchen

Eine Berufshaftpflicht brauchen angestellte Minijobber nicht, das wäre Sache des Arbeitgebers. Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung allein für den Minijob passt selten, weil die versicherbare Rente am Einkommen hängt. Wer nebenbei selbstständig arbeitet statt angestellt, findet bei uns eigene Seiten zu den Betriebsarten.

Schritt für Schritt

  1. Klären, über wen Sie krankenversichert sind, bevor der Minijob startet.
  2. Entscheiden, ob Sie die Rentenpflicht behalten, und das schriftlich festhalten.
  3. Prüfen, ob die Familien-Privathaftpflicht Sie schon einschließt.
  4. Unfallschutz für die Freizeit nach Bedarf ergänzen.

Checkliste

  • Verdienst bleibt im Schnitt bei höchstens 603 Euro im Monat
  • Krankenversicherung besteht unabhängig vom Minijob
  • Bewusste Entscheidung zur Rentenpflicht
  • Privathaftpflicht für die Freizeit vorhanden
  • Arbeitgeber hat den Minijob angemeldet

Häufige Fehler

  • Glauben, der Minijob mache krankenversichert
  • Sich ohne Überlegung von der Rentenpflicht befreien lassen
  • Eine Berufshaftpflicht für einen angestellten Minijob kaufen
  • Die Verdienstgrenze durch Zusatzschichten dauerhaft überschreiten

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Bin ich im Minijob krankenversichert?

Nein.

Sie brauchen eine Krankenversicherung über die Familie, einen Hauptjob,

das Studium oder freiwillig.

Bin ich im Minijob unfallversichert?

Ja, bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin und bei Berufskrankheiten.

Der Arbeitgeber zahlt den Beitrag.

Soll ich mich von der Rentenversicherung befreien lassen?

Nur wenn Sie anderswo rentenversichert sind.

Sonst verlieren Sie Zeiten, die für die Erwerbsminderungsrente zählen.

Zahlt meine Privathaftpflicht, wenn ich im Job etwas kaputt mache?

Nein, berufliche Schäden sind dort nicht versichert.

Als Arbeitnehmer haften Sie aber nur eingeschränkt.

Darf ich als Minijobber familienversichert bleiben?

Ja, ein Minijob bis zur Verdienstgrenze ist in der Familienversicherung erlaubt.

Quellen

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