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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauchen Profisportler?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen Profisportler brauchen: vor allem eine eigene Sportinvaliditätsversicherung, die bei dauerhaftem Karriereende eine Einmalsumme zahlt. In einem veröffentlichten Tarif kostet sie 0,5 bis 2,0 Prozent der Summe im Jahr. Die gesetzliche Unfallversicherung über die VBG ersetzt Lohn nur bis 120.000 Euro Jahresverdienst, eine klassische BU bekommen Profis meist nicht.

Welche Versicherungen brauchen Profisportler?

Was es kostet

Veröffentlichte Tarifbeispiele und gesetzliche Grenzen, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Sportinvalidität, veröffentlichter Schweizer Tarif0,5 bis 2,0 Prozent der Versicherungssumme im Jahr
Fußballprofi, 26 Jahre, 2,5 Millionen Franken Summe0,80 Prozent, also 20.000 Franken im Jahr
Nachwuchsspieler 15 bis 21 Jahre, Paketab rund 420 Franken im Jahr
Private Unfallversicherung, 100.000 Euro Grundsumme, Büroberuf als Vergleichetwa 60 bis 180 Euro im Jahr

Stand Oktober 2026.

Für Deutschland gibt es keine öffentlichen Preislisten der Sportinvalidität;

die Schweizer Sätze zeigen die Größenordnung.

Die Werte im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Sportart, Alter, Verletzungen und Summe ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Handballprofi, 24 Jahre, 90.000 Euro Jahresgehalt, Vertrag über zwei Jahre

Die VBG deckt Arbeitsunfälle, ersetzt aber kein Einkommen nach einem Karriereende ohne 20 Prozent Erwerbsminderung.

Sportinvalidität, 500.000 Euro EinmalsummeRichtwert etwa 3.000 bis 7.500 Euro im Jahr
Tagegeld ab dem 43. Tag, optionalRichtwert etwa 1.500 bis 4.000 Euro im Jahr
Privathaftpflichtetwa 40 bis 120 Euro im Jahr

Zusammen etwa 4.540 bis 11.620 Euro im Jahr. Ohne Tagegeld sinkt der Beitrag deutlich, weil die VBG kurze Ausfälle teilweise trägt.

Was die gesetzliche Unfallversicherung für Profisportler trägt

Wer seinen Sport als Hauptbeschäftigung gegen Bezahlung ausübt, ist als Beschäftigter des Vereins über die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) gesetzlich unfallversichert. Ab dem 1. Juli 2026 gelten dafür zwei Bedingungen: mehr als 275 Euro netto in jedem Monat der Vertragslaufzeit und mindestens 13,90 Euro brutto je Stunde für Training und Wettkampf. Fehlt eins davon, gilt der Sport als Freizeit.

Eine Verletzung im Training oder Spiel ist dann ein Arbeitsunfall. Nach sechs Wochen Lohnfortzahlung zahlt die VBG Verletztengeld, 80 Prozent des Regelentgelts, berechnet aber höchstens aus 120.000 Euro Jahresverdienst. Für Profisportler mit hohem Gehalt bleibt damit eine große Lücke.

Warum Profisportler kaum eine BU bekommen

Eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung schließen Versicherer für Berufssportler in der Regel nicht ab oder schließen den Sport aus. Wer noch vor dem ersten Profivertrag in Ausbildung oder Studium eine BU abschließt, behält sie aber auch während der Karriere. Das ist für Nachwuchssportler der wichtigste Tipp.

Die Verletztenrente der VBG gibt es nur bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent am allgemeinen Arbeitsmarkt. Ein Kreuzbandschaden kann die Karriere beenden, ohne diese Schwelle zu erreichen.

Sportinvalidität: der zentrale Schutz für Profisportler

Die Sportinvaliditätsversicherung zahlt eine vereinbarte Einmalsumme, wenn Sie Ihre Sportart wegen Unfall oder Krankheit dauerhaft nicht mehr ausüben können. Auf einen Trainerjob verweist sie Sie nicht. Optional gibt es ein Tagegeld bei vorübergehendem Ausfall, das oft den größten Teil des Beitrags ausmacht.

In einem veröffentlichten Schweizer Tarif kostet der Schutz 0,5 bis 2,0 Prozent der Versicherungssumme im Jahr. Ein 26-jähriger Fußballprofi zahlt dort 0,80 Prozent, bei 2,5 Millionen Franken Summe also 20.000 Franken. Die Verträge laufen meist ein Jahr; nach einer schweren Verletzung kann die Verlängerung einen Ausschluss für das verletzte Gelenk bringen.

SchutzZahlt beiGrenze
VBG VerletztengeldArbeitsunfall, nach sechs Wochen Lohnfortzahlunghöchstens aus 120.000 Euro Jahresverdienst
VBG Verletztenrentedauerhafte Folgenab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit
Sportinvaliditätdauerhaftes Ende der Sportart, Unfall oder KrankheitLaufzeit meist ein Jahr
Marktwertversicherung des VereinsAusfall des SpielersGeld steht dem Verein zu, nicht Ihnen

Reihenfolge der Prioritäten für Profisportler

Zuerst die eigene Sportinvalidität mit einer Summe, die Ihr Einkommen bis zum geplanten Karriereende abbildet. Danach eine private Unfallversicherung ohne Sportausschluss für die Zeit nach der Karriere und eine Privathaftpflicht. Prüfen Sie auch, ob ein Rechtsschutz für Arbeitsrecht passt, denn Profiverträge sind befristet und enden oft streitig.

Wer als Einzelsportler auf eigene Rechnung startet, etwa im Tennis oder Golf, ist meist selbstständig und nicht über einen Verein versichert. Für Selbstständige gibt es eigene Seiten zu den Betriebsarten.

Was Profisportler meist nicht brauchen

Die Marktwertversicherung, die viele Vereine abschließen, ersetzt Ihre eigene Absicherung nicht, denn im Leistungsfall bekommt der Verein das Geld. Eine teure Unfallversicherung mit niedriger Grundsumme bringt Profisportlern wenig, weil sie nach Gliedertaxe und nicht nach Ihrer Sportart zahlt.

Schritt für Schritt

  1. Beim Verein klären, ob die VBG-Kriterien erfüllt sind und Sie gesetzlich unfallversichert sind.
  2. Ausrechnen, wie viel Einkommen bis zum geplanten Karriereende fehlen würde.
  3. Sportinvalidität mit passender Summe und, wenn gewünscht, Tagegeld anfragen.
  4. Bedingungen auf Prognosezeitraum, Krankheitseinschluss und Verlängerung prüfen.
  5. Als Nachwuchssportler vor dem ersten Profivertrag eine BU prüfen.

Checkliste

  • Nachweis der gesetzlichen Unfallversicherung über die VBG
  • Eigene Sportinvalidität, nicht nur die Marktwertpolice des Vereins
  • Krankheit mitversichert, nicht nur Unfall
  • Klare Regel für die Verlängerung nach einer Verletzung
  • Privathaftpflicht

Häufige Fehler

  • Sich auf die Marktwertversicherung des Vereins verlassen
  • Die Grenze von 120.000 Euro beim Verletztengeld übersehen
  • Nach einer Verletzung den Vertrag auslaufen lassen und dann nur mit Ausschluss weiterversichert werden
  • Die BU vor dem Profivertrag verpassen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Sind Profisportler gesetzlich unfallversichert?

Ja, über die VBG, wenn sie ab dem 1.

Juli 2026 mehr als 275 Euro netto im Monat und mindestens 13,90 Euro brutto je Stunde für Training

und Wettkampf erhalten.

Bekommen Profisportler eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

In der Regel nicht.

Eine BU, die vor der Profikarriere abgeschlossen wurde, bleibt aber bestehen.

Was kostet eine Sportinvaliditätsversicherung?

In einem veröffentlichten Schweizer Tarif 0,5 bis 2,0 Prozent der Versicherungssumme im Jahr,

für einen 26-jährigen Fußballprofi 0,80 Prozent.

Zahlt die Sportinvalidität, wenn ich danach Trainer werde?

Die bekannten Bedingungen verweisen nicht auf andere Tätigkeiten, Maßstab ist allein Ihre Sportart.

Ist Arthrose bei Fußballprofis eine Berufskrankheit?

Die Gonarthrose bei professionellen Fußballspielern nach mindestens 13 Jahren steht als Nummer

2118 in der Berufskrankheiten-Verordnung.

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