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Wie versichere ich ein Leasingauto richtig?

Kurz gesagt

Wie versichere ich ein Leasingauto? Sie versichern es selbst, mit Haftpflicht und fast immer Vollkasko, weil der Leasingvertrag das verlangt. Richtig ist der Schutz, wenn er eine GAP-Deckung enthält und die Vorgaben des Vertrags zu Selbstbeteiligung und Werkstatt erfüllt. Wie viel das kostet, zeigt ein Beispiel eines Versicherers: für einen Golf rund 490 bis 1.200 Euro im Jahr, je nach Tarif.

Wie versichere ich ein Leasingauto richtig?

Was es kostet

Öffentlich genannte Beiträge und Beträge für die Versicherung von Leasingautos.

BeispielRichtwert
Golf, 12.000 km, SF 4, Leasing bis 36 Monate, mit Vollkasko, Beispiel eines Versicherers486 bis 1.202 Euro im Jahr
GAP-Deckung je nach Fahrzeugwert und Laufzeitetwa 50 bis 150 Euro im Jahr, bei manchen Versicherern ohne Aufpreis in der Vollkasko
GAP über den Leasinggeber, mit der Rateetwa 15 bis 35 Euro im Monat
Eigene GAP-Einzelpolice für 3 Jahreeinmalig etwa 250 bis 500 Euro
Beispiel einer Lücke nach Totalschaden5.300 Euro
Selbstbeteiligung im Rechenbeispiel eines Versicherers500 Euro Vollkasko, 150 Euro Teilkasko
Schutzbrief als Bausteinab etwa 11 Euro im Jahr

Stand Oktober 2026, aus Ratgebern von Versicherern und Leasingportalen.

Die Beitragsspanne gilt nur für das genannte Beispielprofil.

Die Aussagen zur Mehrwertsteuer beruhen auf Rechtsprechung, die nicht einheitlich ist.

Die Werte im Rechenbeispiel sind Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ob Ihr Tarif die Vorgaben Ihres Leasingvertrags erfüllt, prüfen wir für Sie.

Rechenbeispiel

Leasingauto nach 10 Monaten gestohlen

Kompakter Neuwagen, 36 Monate Leasing, Vollkasko mit 500 Euro Selbstbeteiligung. Der Wagen wird gestohlen und taucht nicht wieder auf.

Ablösewert laut Leasinggeberetwa 28.000 Euro
Wiederbeschaffungswert, Zahlung der Vollkaskoetwa 23.000 Euro
Selbstbeteiligung500 Euro
Lücke ohne GAP-Deckungetwa 5.500 Euro
Lücke mit GAP-Deckungnur die Selbstbeteiligung, je nach Tarif

Ohne GAP zahlen Sie für ein Auto, das Sie nicht mehr haben, rund 5.500 Euro. Mit GAP bleibt meist nur die Selbstbeteiligung. Rechnung mit Richtwerten.

Was der Leasingvertrag verlangt

Das Auto gehört während der Laufzeit dem Leasinggeber, versichern müssen es aber in der Regel Sie. Die Haftpflicht ist für jedes zugelassene Auto Pflicht. Die Vollkasko schreibt das Gesetz nicht vor, doch fast jeder Leasingvertrag verlangt sie für die gesamte Laufzeit.

Lesen Sie die Versicherungsklausel im Leasingvertrag genau. Dort steht oft, wie hoch die Selbstbeteiligung höchstens sein darf, ob Reparaturen nur in Vertragswerkstätten erfolgen dürfen und ob der Leasinggeber einen Sicherungsschein will. Mit dem Sicherungsschein bestätigt Ihre Versicherung dem Leasinggeber, dass Leistungen für das Auto auch an ihn gehen können.

BausteinPflicht?Worauf achten
Kfz-Haftpflichtja, gesetzlichhohe Deckungssumme, Mallorca-Police für Reisen
Vollkaskofast immer laut LeasingvertragSelbstbeteiligung innerhalb der Vorgabe
GAP-Deckungselten Pflicht, aber dringend sinnvollin der Vollkasko enthalten oder als Baustein
Neupreisentschädigungneinhilft in den ersten Monaten nach der Zulassung
Werkstattbindungneinnur wählen, wenn der Leasingvertrag die Werkstatt nicht anders vorschreibt
SchutzbriefneinPannenhilfe, oft für wenige Euro im Jahr

Warum die GAP-Deckung so wichtig ist

Nach einem Totalschaden oder Diebstahl zahlt die Vollkasko den Wiederbeschaffungswert, also was ein gleichwertiges gebrauchtes Auto kostet. Der Leasinggeber verlangt aber den Ablösewert, also die offenen Raten und den kalkulierten Restwert. Gerade im ersten Jahr liegt dieser Betrag deutlich höher.

Ein Versicherer rechnet etwa mit 22.500 Euro Wiederbeschaffungswert gegen 27.800 Euro Restforderung, eine Lücke von 5.300 Euro. Die GAP-Deckung zahlt diese Differenz. Bei manchen Versicherern ist sie in der Vollkasko ohne Aufpreis enthalten, sonst kostet sie je nach Fahrzeugwert und Laufzeit etwa 50 bis 150 Euro im Jahr.

Beiträge im Überblick

Die Haftpflicht ist beim Leasingauto nicht teurer als bei einem gekauften Auto. Teuer wird die Vollkasko, weil Leasingautos meist neu sind und Sie kleinere Schäden nicht einfach selbst günstig reparieren lassen dürfen.

In einem veröffentlichten Beispiel für einen Golf mit 12.000 Kilometern im Jahr, Schadenfreiheitsklasse 4 und 36 Monaten Leasing lagen die Beiträge mit Vollkasko zwischen 486 und 1.202 Euro im Jahr. Der Abstand zeigt, wie sehr sich ein Vergleich bei gleichem Umfang lohnt.

Die Lücke bei der Mehrwertsteuer

Der Leasinggeber darf die Mehrwertsteuer meist als Vorsteuer abziehen. Nach der Rechtsprechung richtet sich die Kaskoleistung deshalb oft nach dem Nettobetrag. Sind Sie privat Leasingnehmer, kann ein Teil der Steuer an Ihnen hängen bleiben, je nach Leasingvertrag und Gericht.

Fragen Sie vor Abschluss, ob die GAP-Deckung auch diese Steuer einschließt. Das ist nicht in jedem Tarif so, und die Gerichte entscheiden nicht einheitlich.

Wann weniger reicht

Steckt die Versicherung schon in der Leasingrate, müssen Sie nichts weiter abschließen. Das muss dann aber ausdrücklich im Leasingvertrag stehen, sonst sind Sie ungeschützt.

Haben Sie eine hohe Anzahlung geleistet oder läuft der Vertrag nur noch wenige Monate, ist die Lücke zum Ablösewert oft klein. Dann ist eine teure eigenständige GAP-Police weniger wichtig, ein Baustein in der Vollkasko genügt.

Schritt für Schritt

  1. Die Versicherungsklausel im Leasingvertrag lesen: Vollkasko, höchste Selbstbeteiligung, Werkstatt, Sicherungsschein.
  2. Klären, ob die Versicherung schon in der Rate steckt.
  3. Angebote mit Vollkasko und GAP-Deckung bei gleichem Umfang vergleichen.
  4. Die eVB-Nummer an den Händler oder Leasinggeber für die Zulassung geben.
  5. Den Sicherungsschein von der Versicherung an den Leasinggeber schicken lassen.

Checkliste

  • Vollkasko für die ganze Laufzeit
  • Selbstbeteiligung nicht höher als im Leasingvertrag erlaubt
  • GAP-Deckung enthalten, möglichst auch für die Mehrwertsteuer
  • Werkstattbindung passt zu den Vorgaben des Leasingvertrags
  • Sicherungsschein beim Leasinggeber angekommen

Häufige Fehler

  • Nur Haftpflicht abschließen, obwohl der Leasingvertrag Vollkasko verlangt
  • Eine höhere Selbstbeteiligung wählen, als der Vertrag erlaubt
  • Auf die GAP-Deckung verzichten, um ein paar Euro zu sparen
  • Einen Tarif mit Werkstattbindung wählen, obwohl der Leasingvertrag Markenwerkstätten verlangt
  • Kleine Schäden vor der Rückgabe nicht reparieren lassen und dann teuer bezahlen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ein Leasingauto vollkaskoversichert sein?

Gesetzlich nicht, aber fast jeder Leasingvertrag verlangt es.

Ohne Vollkasko verletzen Sie den Vertrag.

Ist die Versicherung für ein Leasingauto teurer?

Die Haftpflicht nicht.

Die Vollkasko ist oft teurer, weil das Auto neu ist und Reparaturen in der Werkstatt erfolgen

müssen.

Brauche ich eine GAP-Versicherung?

Bei fast jedem Leasingauto ja, vor allem in den ersten Jahren.

Sie schließt die Lücke zwischen Kaskoleistung und Ablösewert.

Kann ich meine Schadenfreiheitsklasse mitnehmen?

Ja.

Für die Versicherung zählt, wer den Vertrag hält, nicht wem das Auto gehört.

Ihre Klasse gilt auch für das Leasingauto.

Wer bekommt das Geld nach einem Totalschaden?

Meist der Leasinggeber, denn ihm gehört das Auto.

Dafür ist der Sicherungsschein da.

Zahlt die Versicherung Schäden, die erst bei der Rückgabe auffallen?

Nein, Gebrauchsspuren und kleine Schäden bei der Rückgabe zahlen Sie selbst.

Echte Unfallschäden sollten Sie vorher über die Kasko regulieren.

Quellen

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