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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Zahlt die Kasko, wenn der Akku vom E-Auto kaputtgeht?

Kurz gesagt

Wenn der Akku vom E-Auto durch einen Unfall, Brand, Kurzschluss oder Tierbiss kaputtgeht, zahlt die Kasko: Brand, Kurzschluss und Marderbiss über die Teilkasko, den selbst verschuldeten Unfall nur die Vollkasko. Verschleiß und Kapazitätsverlust zahlt keine Kasko, dafür gilt die Herstellergarantie, meist 8 Jahre oder 160.000 Kilometer.

Zahlt die Kasko, wenn der Akku vom E-Auto kaputtgeht?

Was es kostet

Veröffentlichte Jahresbeiträge für Vollkaskotarife, Durchschnitt der fünf günstigsten Tarife für einen 44-jährigen Fahrer in Münster, 12.000 Kilometer im Jahr, Schadenfreiheitsklasse 13, Selbstbeteiligung 300 Euro Vollkasko und 150 Euro Teilkasko.

BeispielRichtwert
VW ID.3rund 270 Euro im Jahr
Fiat 500erund 296 Euro im Jahr
Hyundai Kona Elektrorund 358 Euro im Jahr
Tesla Model 3rund 526 Euro im Jahr
Zusatzbaustein für den Akkuetwa 20 bis 40 Euro im Jahr Aufpreis

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifauswertungen.

Die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Ihr Beitrag hängt von Modell, Wohnort und Schadenfreiheitsklasse ab;

das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Marderbiss an der Hochvoltleitung, Akku muss getauscht werden

Ein vier Jahre altes E-Auto mit Teilkasko und 150 Euro Selbstbeteiligung. Ein Marder beißt eine Hochvoltleitung an, es folgt ein Kurzschluss, der Akku ist hinüber.

Neue Hochvoltleitungetwa 800 Euro
Diagnose und neuer Akkuetwa 12.000 Euro
Grenze für Folgeschäden im Tarif A10.000 Euro
Grenze für Folgeschäden im Tarif B20.000 Euro

Mit Tarif A zahlt die Teilkasko die Leitung und 10.000 Euro für den Akku, abzüglich 150 Euro Selbstbeteiligung; rund 2.150 Euro bleiben bei Ihnen. Mit Tarif B zahlt sie alles bis auf die Selbstbeteiligung. Ihre Schadenfreiheitsklasse bleibt in beiden Fällen unverändert.

Welche Ursache beim Akku welche Deckung braucht

Die Kasko zahlt nicht für ein Bauteil, sondern für ein Ereignis. Für den Akku heißt das: Entscheidend ist, warum er kaputtgeht. Ein Brand oder ein Kurzschluss ist ein Teilkaskofall, ein Auffahrunfall mit beschädigtem Unterboden ein Vollkaskofall.

Weil der Akku beim E-Auto rund ein Drittel des Fahrzeugwerts ausmacht, ist er bei fast allen Versicherern in der Kasko eingeschlossen. Nur wenige bieten ihn als eigenen Baustein an. Schon ein Akkuschaden kostet schnell 10.000 bis 15.000 Euro.

Ursache am AkkuTeilkaskoVollkaskoHerstellergarantie
Selbst verschuldeter Unfall, zum Beispiel Aufsetzen auf einem Pollerneinjanein
Brand oder Kurzschlussjajanur bei Herstellerfehler
Marder beißt Hochvoltleitung anja, Folgeschäden bis zur Tarifgrenzeja, Folgeschäden bis zur Tarifgrenzenein
Akku verliert mit den Jahren Kapazitätneinneinja, meist unter 70 Prozent in 8 Jahren
Herstellungsfehler an Zellenneinneinja
Akku leer gefahren, Auto bleibt liegenneinneinnein, Abschleppen nur über den Schutzbrief

Verschleiß läuft über die Garantie, nicht über die Kasko

Dass ein Akku mit den Jahren Reichweite verliert, ist kein Unfall und kein versichertes Ereignis. Auch Zusatzbausteine für den Akku schließen Verschleiß, Konstruktionsfehler, chemische Reaktionen und den Kapazitätsverlust über die Zeit meist aus.

Dafür gilt die Garantie des Herstellers. Nach einer Auswertung des ADAC geben die meisten Hersteller 8 Jahre oder 160.000 Kilometer und sagen dabei meist 70 Prozent nutzbare Kapazität zu. Fällt der Akku vorher darunter, ist das ein Garantiefall.

Vorsicht bei der Tiefentladung: Lassen Sie das E-Auto lange mit fast leerem Akku stehen, speichert das Batteriemanagement das. Bei einigen Herstellern kann das die Garantie für den Akku kosten. Halten Sie sich deshalb an Bedienungsanleitung und Wartungsintervalle.

Folgeschäden, Diagnose und Entsorgung beim E-Auto-Akku

Beim Akku entscheidet oft das Kleingedruckte. Beißt ein Marder eine Hochvoltleitung an und es folgt ein Kurzschluss, ist der direkte Biss gedeckt, der Folgeschaden am Akku aber nur bis zur Grenze Ihres Tarifs. Die Mehrheit der Tarife zahlt heute mindestens 10.000 Euro, früher waren 5.000 Euro üblich. Der Bund der Versicherten rät zu mindestens 20.000 Euro für Tierbiss und Kurzschluss.

Nach einem Unfall muss der Akku oft erst geprüft werden, bevor klar ist, ob er weiter genutzt werden darf. Achten Sie darauf, dass diese Zustandsdiagnose ausdrücklich mitversichert ist. Bei einem Totalschaden sollten auch die Kosten für die Entsorgung des Akkus gedeckt sein.

Wichtig ist außerdem, ob der Versicherer einen neuen Akku zum Neuwert ersetzt oder nur den Zeitwert eines gebrauchten Akkus ansetzt. Bei einem drei Jahre alten E-Auto kann das mehrere Tausend Euro Unterschied machen.

Wann sich ein eigener Akkubaustein lohnt

Einige Versicherer bieten für den E-Auto-Akku einen Zusatzbaustein, der über die genannten Gefahren hinaus Beschädigung und Zerstörung aus fast jeder Ursache abdeckt, etwa auch Bedienfehler beim Laden. Der Aufpreis liegt nach veröffentlichten Angaben bei etwa 20 bis 40 Euro im Jahr.

Sinnvoll ist er vor allem bei einem neuen, teuren E-Auto mit großem Akku. Er ersetzt aber keine Garantie: Verschleiß und Kapazitätsverlust bleiben auch dort meist ausgeschlossen.

Wann Sie für den Akku nichts extra brauchen

Haben Sie bereits eine Vollkasko mit hohen Grenzen für Tierbiss und Kurzschluss, Diagnose und Neuwert, ist der Akku für Unfall und Brand gut abgedeckt. Ein zusätzlicher Akkubaustein bringt dann nur noch wenig.

Bei einem älteren E-Auto mit niedrigem Restwert kann eine Teilkasko reichen, solange sie Kurzschluss und Tierbiss am Akku mit Folgeschäden einschließt. Den selbst verschuldeten Unfall mit Akkuschaden tragen Sie dann aber selbst.

Schritt für Schritt

  1. Bei Warnmeldung zum Hochvoltsystem anhalten, aussteigen und nicht weiterfahren.
  2. Pannendienst oder Schutzbrief anrufen und sagen, dass es ein E-Auto ist, damit richtig abgeschleppt wird.
  3. Schaden sofort der Versicherung melden und Fotos von Bissspuren, Unfallstelle oder Brandspuren machen.
  4. Den Akku nur in einer Werkstatt prüfen lassen, die für Hochvolttechnik geschult ist, und das Diagnoseprotokoll aufheben.
  5. Parallel prüfen, ob der Schaden in die Herstellergarantie fällt, etwa bei einem Zellfehler.

Checkliste

  • Kurzschluss und Tierbiss mit Folgeschäden am Akku, Grenze möglichst 20.000 Euro
  • Zustandsdiagnose des Akkus nach einem Unfall mitversichert
  • Entsorgung des Akkus bei Totalschaden gedeckt
  • Neuwert statt Zeitwert für den Akku
  • Schutzbrief mit Abschleppen für E-Autos
  • Garantiebedingungen des Herstellers zu Kilometern und Restkapazität bekannt

Häufige Fehler

  • Glauben, die Kasko zahle, wenn der Akku mit den Jahren schwächer wird
  • Nur auf den Preis achten und eine niedrige Grenze für Folgeschäden übersehen
  • Das E-Auto wochenlang mit fast leerem Akku stehen lassen und so die Garantie riskieren
  • Nach einem Unfall weiterfahren, obwohl der Unterboden aufgesetzt hat
  • Den Wagen von einem Dienst ohne E-Auto-Erfahrung abschleppen lassen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die Teilkasko, wenn der Akku nach einem Kurzschluss kaputtgeht?

Ja, Kurzschluss gehört zur Teilkasko.

Wie viel sie für Folgeschäden am Akku zahlt, hängt von der Grenze im Tarif ab, oft 10.000 Euro,

in manchen Tarifen 20.000 Euro.

Zahlt die Versicherung, wenn mein Akku an Reichweite verliert?

Nein.

Kapazitätsverlust ist Verschleiß.

Dafür gilt die Herstellergarantie,

meist 8 Jahre oder 160.000 Kilometer bei rund 70 Prozent Restkapazität.

Wird der Akku nach jedem Unfall getauscht?

Nicht immer.

Oft wird er zuerst geprüft.

In vielen Fällen reicht es, einzelne Module zu tauschen.

Wichtig ist, dass die Diagnose mitversichert ist.

Steigt mein Beitrag nach einem Marderschaden am Akku?

Nein, ein Teilkaskoschaden ändert Ihre Schadenfreiheitsklasse nicht.

Sie zahlen nur die Selbstbeteiligung.

Ist der Akku auch versichert, wenn er gemietet ist?

Das hängt vom Vertrag mit dem Vermieter des Akkus ab.

Klären Sie vor dem Abschluss, ob der Akku in Ihrer Kasko als Teil des Fahrzeugs gilt.

Sind E-Autos in der Kasko teurer?

Laut einer Auswertung der Versicherungswirtschaft vom August 2025 sind Vollkaskoschäden bei

E-Autos 15 bis 20 Prozent teurer,

kommen aber 10 bis 15 Prozent seltener vor als bei vergleichbaren Verbrennern.

Quellen

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