Alles zur Versicherung: Pflegezusatz
Brauche ich eine Pflegezusatzversicherung?
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Kurz gesagt
Zahlt die Pflegeversicherung eine 24-Stunden-Pflege? Nicht als eigene Leistung. Sie können aber das Pflegegeld von 347 bis 990 Euro im Monat dafür einsetzen, dazu bis zu 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungspflege. Eine legal beschäftigte Betreuungskraft kostet 2.800 bis 3.500 Euro im Monat, den größten Teil zahlen Sie selbst.
Kosten einer Betreuungskraft und Leistungen der Pflegeversicherung für die häusliche 24-Stunden-Pflege, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Betreuungskraft, angestellt oder entsandt | etwa 2.800 bis 3.500 Euro im Monat |
| Pflegegeld Pflegegrad 3 | 599 Euro im Monat |
| Pflegegeld Pflegegrad 5 | 990 Euro im Monat |
| Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege zusammen | bis 3.539 Euro im Jahr |
| Steuerermäßigung für Pflege- und Betreuungsleistungen | 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro im Jahr |
Die Kosten der Betreuungskraft nennt die Verbraucherzentrale ohne Agenturgebühr, Fahrt,
Kost und Logis.
Die Leistungsbeträge gelten seit 2025 unverändert.
Das Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Rechenbeispiel
Die Mutter lebt allein, die Tochter wohnt 200 Kilometer entfernt. So sieht die Rechnung im Monat aus.
| Betreuungskraft inklusive Abgaben | 3.200 Euro |
| Kost, Logis und Fahrtanteil | etwa 250 Euro |
| Pflegegeld Pflegegrad 3 | minus 599 Euro |
| Verhinderungspflege für die Urlaubsvertretung | bis 3.539 Euro im Jahr |
Es bleiben rund 2.850 Euro im Monat, über 34.000 Euro im Jahr. Ein Pflegetagegeld von 1.500 Euro in Pflegegrad 3 würde gut die Hälfte davon tragen.
Die Pflegeversicherung zahlt keine Betreuung rund um die Uhr. Sie zahlt Leistungen nach dem Pflegegrad, und einige davon dürfen Sie für eine 24-Stunden-Pflege zu Hause verwenden. Das wichtigste ist das Pflegegeld, über das Sie frei verfügen.
Kommt zusätzlich ein Pflegedienst ins Haus, etwa morgens zum Waschen, sinkt das Pflegegeld um den Anteil, den der Pflegedienst vom Höchstbetrag verbraucht. An diese Aufteilung sind Sie sechs Monate gebunden.
| Leistung | Betrag 2026 | Für die 24-Stunden-Pflege nutzbar? |
|---|---|---|
| Pflegegeld, Pflegegrad 2 bis 5 | 347 bis 990 Euro im Monat | ja, frei verwendbar |
| Pflegedienst als Sachleistung | 796 bis 2.299 Euro im Monat | nur für zugelassene Pflegedienste, nicht für die Betreuungskraft |
| Entlastungsbetrag | 131 Euro im Monat | nur für anerkannte Dienste und Angebote zur Unterstützung im Alltag |
| Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege | bis 3.539 Euro im Jahr | für Ersatzpflege, wenn die Pflegeperson verhindert ist |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | 42 Euro im Monat | ja, etwa Handschuhe und Desinfektion |
Wer eine Betreuungskraft aus Osteuropa in Vollzeit beschäftigt, muss nach Angaben der Verbraucherzentrale mit 2.800 bis 3.500 Euro im Monat rechnen. Darin stecken Mindestlohn und Sozialabgaben. Dazu kommen oft Gebühren der Vermittlungsagentur, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Kost und Logis.
Es gibt drei Wege: Sie stellen die Kraft selbst an, ein ausländisches Unternehmen entsendet sie, dann sollten Sie sich die A1-Bescheinigung zeigen lassen, oder die Kraft arbeitet selbstständig. Der dritte Weg bewegt sich oft in der Grauzone der Scheinselbstständigkeit und ist nur eingeschränkt zu empfehlen.
Eine 24-Stunden-Pflege durch eine einzige Person ist legal nicht möglich. Die Arbeitszeit darf werktags im Schnitt acht Stunden betragen und 48 Stunden in der Woche nicht überschreiten. Bei Vollzeit stehen der Kraft mindestens 24 Urlaubstage im Jahr zu.
Planen Sie deshalb einen Pflegemix: Angehörige, ein Pflegedienst für die Grundpflege und die Betreuungskraft für den Alltag. Für den Urlaub der Betreuungskraft oder der Angehörigen hilft der Jahresbetrag für Verhinderungspflege.
Im Pflegeheim bleiben im Bundesschnitt im ersten Jahr 3.364 Euro Eigenanteil im Monat. Eine Betreuungskraft für 2.800 bis 3.500 Euro, von der das Pflegegeld abgeht, kann ähnlich teuer oder günstiger sein, vor allem in den Pflegegraden 4 und 5 mit 800 oder 990 Euro Pflegegeld.
Die 24-Stunden-Pflege passt nicht, wenn nachts ständig medizinische Hilfe nötig ist oder kein eigenes Zimmer für die Betreuungskraft da ist. Dann ist ein Heim oder eine Wohngruppe oft die ehrlichere Lösung.
Ein Pflegetagegeld zahlt einen festen Betrag je Pflegegrad, ohne Nachweis, wofür Sie das Geld ausgeben. Genau das passt zur 24-Stunden-Pflege, denn die Betreuungskraft ist keine Leistung, die eine Pflegekostenversicherung erstatten würde.
Sie brauchen keine Zusatzversicherung für die 24-Stunden-Pflege, wenn Rente und Ersparnisse die Lücke von rund 2.000 bis 3.000 Euro im Monat über Jahre tragen. Wer bereits einen Pflegegrad hat, bekommt in der Regel keinen neuen Vertrag mehr.
Fragen und Antworten
Nein.
Sie bekommen das Pflegegeld und bezahlen die Betreuungskraft selbst.
Sachleistungen gehen nur an zugelassene Pflegedienste.
Kaum.
In Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld,
sondern vor allem den Entlastungsbetrag von 131 Euro für anerkannte Angebote.
Für eine Ersatzpflege, wenn die Pflegeperson etwa im Urlaub oder krank ist.
Die Kasse erstattet nachgewiesene Kosten bis zum gemeinsamen Jahresbetrag von 3.539 Euro.
Für Pflege- und Betreuungsleistungen im Haushalt ermäßigt sich die Einkommensteuer um 20 Prozent
der Aufwendungen, höchstens um 4.000 Euro im Jahr.
Oft ähnlich teuer.
Im Heim bleiben im Schnitt 3.364 Euro Eigenanteil,
zu Hause 2.800 bis 3.500 Euro für die Kraft abzüglich Pflegegeld, plus Nebenkosten.
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