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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Pflegezusatz

Kann ich eine Pflegezusatzversicherung mit bestehendem Pflegegrad abschließen?

Kurz gesagt

Kann ich eine Pflegezusatzversicherung mit bestehendem Pflegegrad abschließen? In aller Regel nein. Auch die geförderte Pflege-Bahr ist ausgeschlossen, wenn Sie schon Leistungen der Pflegekasse beziehen oder bezogen haben. Wer den Pflegegrad verschweigt, riskiert den Rücktritt des Versicherers. Holen Sie stattdessen alles aus der Pflegekasse heraus, etwa 347 bis 990 Euro Pflegegeld im Monat.

Kann ich eine Pflegezusatzversicherung mit bestehendem Pflegegrad abschließen?

Was es kostet

Was ohne Pflegezusatzversicherung bleibt und was die Vorsorge für Angehörige kostet, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Pflegegeld Pflegegrad 2 bis 5347 bis 990 Euro im Monat
Entlastungsbetrag in allen Pflegegraden131 Euro im Monat
Pflegetagegeld für Angehörige, Eintritt mit 30rund 40 Euro im Monat
Pflegetagegeld für Angehörige, Eintritt mit 50rund 100 Euro im Monat
Pflege-Bahr für gesunde Angehörigeab 15 Euro im Monat einschließlich 5 Euro Zulage

Beitragsbeispiele für leistungsstarke Tarife aus veröffentlichten Marktbeispielen,

ohne spätere Anpassungen.

Das Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Mutter mit Pflegegrad 2, die Tochter ist 48

Die Mutter wurde gerade eingestuft. Für sie ist ein Vertrag zu spät, für die Tochter nicht.

Pflegegeld der Mutter347 Euro im Monat
Entlastungsbetrag der Mutter131 Euro im Monat für anerkannte Hilfen
Pflegezusatzversicherung für die Mutternicht mehr abschließbar
Pflegetagegeld für die Tochter, Eintritt mit 48etwa 80 bis 100 Euro im Monat

Die Mutter holt 478 Euro im Monat aus der Pflegekasse. Die Tochter sichert sich ab, solange sie gesund ist, jedes Jahr Warten macht den Beitrag teurer.

Warum der Abschluss mit Pflegegrad scheitert

Eine Pflegezusatzversicherung soll das Risiko abdecken, künftig pflegebedürftig zu werden. Mit einem bestehenden Pflegegrad ist dieses Risiko schon eingetreten. Für den Versicherer gibt es dann nichts mehr zu kalkulieren, denn die Leistung ist so gut wie sicher.

Deshalb fragen Pflegetarife im Antrag nach Pflegebedürftigkeit und nach Krankheiten, die häufig zu Pflege führen. Mit einem Pflegegrad lehnen Versicherer in aller Regel ab. Das gilt auch für Pflegegrad 1, denn auch er zählt als festgestellte Pflegebedürftigkeit.

WegMit bestehendem Pflegegrad?Warum
Pflegetagegeld oder Pflegerentein aller Regel neinGesundheitsfragen nach Pflegebedürftigkeit
Pflege-Bahrneingesetzlicher Ausschluss bei früherem Leistungsbezug
Gruppenvertrag über den Arbeitgeberselten, je nach VertragBedingungen des Gruppenvertrags entscheiden
Bestehender Vertrag vor dem Pflegegradja, er leistetder Schutz lief schon, als der Pflegefall eintrat

Auch die Pflege-Bahr hilft nicht

Die staatlich geförderte Pflege-Bahr muss jeden Volljährigen ohne Gesundheitsprüfung annehmen. Das Gesetz nimmt aber ausdrücklich alle aus, die vor dem Abschluss schon als Pflegebedürftige Leistungen der Pflegekasse bezogen haben oder beziehen.

Wer also schon Pflegegeld, Entlastungsbetrag oder andere Leistungen bekommt, kann auch über die Pflege-Bahr keine Pflegezusatzversicherung mehr abschließen.

Verschweigen ist keine Lösung

Wer den Pflegegrad im Antrag nicht angibt, verletzt seine Anzeigepflicht. Der Versicherer kann dann vom Vertrag zurücktreten oder kündigen, und im Leistungsfall gibt es kein Geld. Die Beiträge sind dann verloren.

Spätestens im Leistungsfall sieht der Versicherer am Bescheid der Pflegekasse, seit wann der Pflegegrad besteht. Ein Antrag kurz nach der Begutachtung fällt dann sofort auf.

Was Sie jetzt tun können

Schöpfen Sie die gesetzlichen Leistungen aus: Pflegegeld oder Pflegedienst, 131 Euro Entlastungsbetrag, bis 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, 42 Euro für Verbrauchsmittel und bis 4.180 Euro je Umbau. Bei Verschlechterung beantragen Sie eine Höherstufung.

Reichen Rente und Vermögen nicht, hilft das Sozialamt mit Hilfe zur Pflege. Kinder müssen dafür erst ab einem Jahreseinkommen über 100.000 Euro zahlen.

Angehörige rechtzeitig absichern

Ein Pflegefall in der Familie zeigt, was Pflege kostet. Der richtige Zeitpunkt für eine Pflegezusatzversicherung ist für Partner und Kinder jetzt, solange sie gesund sind. Mit 30 kostet ein leistungsstarker Tarif rund 40 Euro im Monat, mit 50 rund 100 Euro.

Wer schon einen Vertrag hatte, bevor der Pflegegrad kam, sollte den Pflegegrad sofort melden. Ob der Beitrag im Leistungsfall entfällt, steht im Bedingungswerk.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob schon ein älterer Vertrag besteht, und den Pflegegrad dort melden.
  2. Alle Leistungen der Pflegekasse beantragen, auch Entlastungsbetrag und Verbrauchsmittel.
  3. Bei Verschlechterung eine Höherstufung beantragen.
  4. Bei knappem Geld Hilfe zur Pflege beim Sozialamt prüfen.
  5. Partner und Kinder jetzt selbst absichern, solange sie gesund sind.

Checkliste

  • Kein Antrag mit verschwiegenem Pflegegrad
  • Bestehende Verträge auf Leistungen geprüft
  • Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege genutzt
  • Höherstufung bei Verschlechterung beantragt
  • Vorsorge für Angehörige angefragt

Häufige Fehler

  • Den Pflegegrad im Antrag verschweigen und Beiträge für nichts zahlen
  • Auf die Pflege-Bahr hoffen, obwohl schon Leistungen fließen
  • Gesetzliche Leistungen wie den Entlastungsbetrag verfallen lassen
  • Die eigene Vorsorge als Angehöriger aufschieben

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gilt das auch bei Pflegegrad 1?

Ja.

Auch Pflegegrad 1 ist eine festgestellte Pflegebedürftigkeit,

Versicherer lehnen in aller Regel ab und die Pflege-Bahr ist ausgeschlossen.

Und wenn der Pflegegrad nur beantragt ist?

Geben Sie den laufenden Antrag an, wenn danach gefragt wird.

Ein verschwiegener Antrag ist ebenso riskant wie ein verschwiegener Pflegegrad.

Kann ich einen bestehenden Vertrag noch erhöhen?

Freiwillige Erhöhungen verlangen meist neue Gesundheitsfragen und scheitern dann.

Was die Dynamik im Leistungsfall vorsieht, steht im Bedingungswerk.

Gibt es Gruppenverträge ohne Fragen?

Manche Arbeitgeber haben Gruppenverträge ohne Gesundheitsprüfung.

Ob ein bestehender Pflegegrad dort ausgeschlossen ist, regelt der jeweilige Vertrag.

Wer zahlt, wenn das Geld nicht reicht?

Das Sozialamt mit Hilfe zur Pflege.

Kinder werden erst ab einem Jahreseinkommen über 100.000 Euro herangezogen.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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