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Lohnt sich eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Kurz gesagt

Eine fondsgebundene Rentenversicherung lohnt sich nur, wenn Sie lange durchhalten, günstige Fonds bekommen und am Ende eine lebenslange Rente wollen. Branchenüblich sind rund 2 Prozent Effektivkosten im Jahr. Bei 5 Prozent Fondsrendite kostet das über 40 Jahre gut die Hälfte des Ertrags. Mit Kosten unter 1 Prozent und dem Steuervorteil nach 12 Jahren ab 62 kann sie sich rechnen.

Lohnt sich eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Was es kostet

Kosten und Steuerwerte aus Gesetz und Verbraucherinformationen, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Effektivkosten einer üblichen fondsgebundenen Rentenversicherungrund 2 Prozent im Jahr
Ertragsverlust bei 5 Prozent Rendite und 2 Prozent Kosten, 100 Euro im Monat über 40 Jahrerund 56 Prozent des Ertrags
Laufende Kosten eines Welt-Aktien-ETF im Depotetwa 0,05 bis 0,50 Prozent im Jahr
Steuerpflichtiger Teil des Ertrags nach 12 Jahren und ab 6250 Prozent, Fondserträge vorher um 15 Prozent gekürzt

Gesetzliche Werte und Kostenwirkung sind belegt.

Dass günstige Fondspolicen unter 1 Prozent Effektivkosten liegen können,

ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Maßgeblich sind die Effektivkosten in Ihrem Basisinformationsblatt.

Rechenbeispiel

35 Jahre, 150 Euro im Monat bis 67

Modellrechnung mit angenommenen 5 Prozent Fondsrendite vor Kosten. Eingezahlt werden in 32 Jahren 57.600 Euro.

Ohne Kosten, 5 Prozent im Jahrrund 141.700 Euro
Mit 1 Prozent Effektivkostenrund 116.500 Euro
Mit 2 Prozent Effektivkostenrund 96.500 Euro
Unterschied zwischen 1 und 2 Prozentrund 20.000 Euro

Ein Prozentpunkt Kosten kostet hier rund 20.000 Euro Endkapital. Vergleichen Sie deshalb zuerst die Effektivkosten und erst danach Fondsauswahl und Steuer.

Fonds im Versicherungsmantel

Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung fließen Ihre Beiträge nach Abzug der Kosten in Investmentfonds. Um die Fonds liegt ein Versicherungsvertrag, der am Ende eine Kapitalauszahlung oder eine lebenslange Rente bietet.

Für den Mantel zahlen Sie Abschluss und Vertriebskosten, Verwaltungskosten und die Kosten der Fonds selbst. Wie stark alles zusammen die Rendite mindert, zeigt eine einzige Zahl: die Effektivkosten im Basisinformationsblatt.

Wie viel Rente aus dem Kapital wird, legt der Rentenfaktor fest, also die Monatsrente je 10.000 Euro Guthaben. Auch ein vertraglich zugesagter Rentenfaktor kann unter Umständen gesenkt werden. Lesen Sie die Klausel dazu in Ihrem Vertrag.

Was die Kosten vom Fondsertrag übrig lassen

Die Verbraucherzentrale hat für 100 Euro Sparrate im Monat über 40 Jahre gerechnet, wie viel vom Ertrag die Effektivkosten aufzehren. Schon 1 Prozentpunkt Kosten nimmt bei realistischen Renditen ein Drittel des Ertrags.

Rendite vor Kosten1 Prozent Kosten2 Prozent Kosten3 Prozent Kosten
3 Prozent im Jahr43 Prozent weniger Ertrag75 Prozent weniger Ertragkein Ertrag
4 Prozent im Jahr36 Prozent weniger Ertrag63 Prozent weniger Ertrag84 Prozent weniger Ertrag
5 Prozent im Jahr32 Prozent weniger Ertrag56 Prozent weniger Ertrag75 Prozent weniger Ertrag

Der Steuervorteil der Fondspolice

Läuft der Vertrag mindestens 12 Jahre und wird das Kapital nach dem 62. Geburtstag ausgezahlt, ist nur die Hälfte des Ertrags steuerpflichtig, und zwar mit Ihrem persönlichen Steuersatz. Bei Verträgen vor 2012 gilt das ab 60. Bei fondsgebundenen Policen sind zusätzlich 15 Prozent des Ertrags aus Fonds steuerfrei.

Wählen Sie die lebenslange Rente, wird nur der Ertragsanteil jeder Rentenzahlung besteuert. Im Depot dagegen fallen auf Gewinne 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an.

Der Steuervorteil gleicht hohe Kosten aber selten aus. Er hilft vor allem, wenn die Fondspolice selbst günstig ist.

Wann sich eine fondsgebundene Rentenversicherung lohnt und wann nicht

Sinnvoll sein kann sie, wenn Sie 25 Jahre und länger sparen, die Effektivkosten deutlich unter 1 Prozent liegen, kostengünstige Indexfonds wählbar sind und Sie im Alter eine Rente wollen, die bis zum Lebensende läuft.

Eher nicht, wenn Sie das Geld in weniger als 12 Jahren brauchen könnten, Ihr Einkommen schwankt oder die Kosten bei 2 Prozent und mehr liegen. Dann ist ein Fondssparplan im Depot mit 0,05 bis 0,50 Prozent laufenden Kosten flexibler und meist ertragreicher.

Wenn Sie schon eine Fondspolice haben

Kündigen Sie nicht aus dem Bauch heraus. Die Abschlusskosten sind bei einem laufenden Vertrag zum großen Teil schon bezahlt, ein Neustart kostet sie erneut. Prüfen Sie zuerst Fondswechsel innerhalb der Police, Beitragsfreistellung oder geringere Beiträge.

Wurden Sie bei Abschluss nicht ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht belehrt, kann eine Rückabwicklung auch Jahre später möglich sein. Das lohnt sich vor allem bei Verträgen mit hohen Verlusten und gehört in eine rechtliche Prüfung.

Schritt für Schritt

  1. Basisinformationsblatt anfordern und die Effektivkosten ablesen.
  2. Prüfen, welche Fonds wählbar sind und ob günstige Indexfonds dabei sind.
  3. Rentenfaktor und die Klausel zu seiner Senkung lesen.
  4. Ehrlich einschätzen, ob Sie 12 Jahre und länger durchhalten.
  5. Mit einem Fondssparplan im Depot vergleichen, gleiche Sparrate, gleiche Laufzeit.
  6. Erst dann abschließen, und die 30 Tage Widerrufsfrist zum Nachrechnen nutzen.

Checkliste

  • Effektivkosten bekannt und möglichst unter 1 Prozent
  • Günstige Indexfonds im Angebot
  • Rentenfaktor schriftlich und seine Bedingungen gelesen
  • Beiträge senken oder pausieren ohne hohe Gebühren möglich
  • Laufzeit mindestens 12 Jahre realistisch
  • Fondssparplan als Alternative durchgerechnet

Häufige Fehler

  • Nur auf die Fondsauswahl schauen und die Effektivkosten übersehen
  • Eine Fondspolice abschließen, obwohl das Geld in wenigen Jahren gebraucht wird
  • Einen laufenden Vertrag kündigen, ohne Beitragsfreistellung und Fondswechsel zu prüfen
  • Den Steuervorteil für wichtiger halten als die Kosten

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was sind Effektivkosten?

Die Zahl, um wie viele Prozentpunkte im Jahr alle Kosten zusammen Ihre Rendite mindern.

Sie muss im Basisinformationsblatt stehen.

Gibt es bei der Fondspolice eine Garantie?

Meist nicht.

Steigen die Fonds nicht, kann am Ende weniger herauskommen, als Sie eingezahlt haben.

Produkte mit Garantie legen dafür einen Teil sicherer und renditeärmer an.

Ist ein ETF-Sparplan immer besser?

Für den reinen Vermögensaufbau meist ja, weil er günstiger und jederzeit verfügbar ist.

Die Police hat Vorteile, wenn Sie eine lebenslange Rente wollen und lange durchhalten.

Kann ich die Fonds in der Police wechseln?

In der Regel ja, oft kostenlos ein paar Mal im Jahr.

Wie oft und welche Fonds, regeln die Bedingungen Ihres Vertrags.

Wie lange kann ich nach Abschluss widerrufen?

30 Tage.

Die Frist beginnt erst,

wenn Sie Versicherungsschein, Bedingungen,

Basisinformationsblatt und eine korrekte Belehrung erhalten haben.

Lohnt sich eine Nettopolice?

Sie trennt die Beratung vom Vertrag, Sie zahlen ein Honorar statt Abschlusskosten im Beitrag.

Ob sie günstiger ist, zeigt der Vergleich der Effektivkosten plus Honorar.

Quellen

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