Alles zur Versicherung: Private Krankenversicherung
Wer darf in die private Krankenversicherung wechseln?
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Kurz gesagt
Was passiert in der PKV, wenn mein Gehalt unter die Versicherungspflichtgrenze fällt? Als Angestellter werden Sie dann gesetzlich pflichtversichert, 2026 liegt die Grenze bei 77.400 Euro im Jahr. Die PKV dürfen Sie binnen drei Monaten rückwirkend kündigen. Befreien lassen können Sie sich nur in Sonderfällen, etwa wenn allein die Grenze steigt. Ab 55 bleiben Sie meist versicherungsfrei.
Grenzen für die Versicherungspflicht von Angestellten.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Versicherungspflichtgrenze 2026 | 77.400 Euro im Jahr, 6.450 Euro im Monat |
| Grenze für langjährig Privatversicherte 2026 | 69.750 Euro im Jahr |
| Grenze 2027 für Neueinsteiger, Entwurf | 84.150 Euro im Jahr |
| Bestandsgrenze 2027 für heute Privatversicherte, Entwurf | 80.550 Euro im Jahr |
Stand Oktober 2026.
Werte 2027 laut Entwurf der Rechengrößenverordnung, der Bundesrat muss im November zustimmen.
Rechtslage laut SGB V, VVG und PKV-Verband.
Rechenbeispiel
Ihr Gehalt sinkt mit dem neuen Vertrag von 85.000 auf 70.000 Euro im Jahr. Sie ist seit acht Jahren privat versichert.
| Neues Gehalt unter 77.400 Euro | pflichtversichert ab Beginn des neuen Jobs |
| Befreiung | nicht möglich, Grund ist die Gehaltssenkung |
| PKV kündigen | binnen drei Monaten rückwirkend |
| Option | Zusatzversicherung oder Anwartschaft beim bisherigen Versicherer |
Sie wechselt in die gesetzliche Kasse und kündigt die PKV rückwirkend. Mit einer Anwartschaft hält sie sich den Rückweg offen.
Versicherungsfrei sind Angestellte nur, solange ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Grenze übersteigt. Dazu zählen Monatsgehalt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen und regelmäßige variable Teile. Fällt dieser Betrag unter die Grenze, werden Sie in der gesetzlichen Kasse pflichtversichert.
Senkt etwa ein neuer Arbeitsvertrag Ihr Gehalt dauerhaft, beginnt die Pflicht in der Regel mit der Änderung. Über Pflicht oder Freiheit entscheidet die gesetzliche Krankenkasse, auch wenn Sie bisher privat versichert waren.
Wer versicherungspflichtig wird, kann sich nur in bestimmten Fällen befreien lassen und privat bleiben. Der Antrag muss binnen drei Monaten nach Beginn der Pflicht bei einer Krankenkasse liegen und ist unwiderruflich.
| Grund für die Pflicht | Befreiung möglich? |
|---|---|
| Grenze steigt, Gehalt bleibt gleich | ja |
| Teilzeit auf höchstens die Hälfte nach fünf Jahren Versicherungsfreiheit | ja |
| Teilzeit in der Elternzeit | ja, für die Dauer der Elternzeit |
| Gehaltskürzung oder neuer Job mit weniger Gehalt | nein |
Wer nach dem 55. Geburtstag versicherungspflichtig würde, bleibt versicherungsfrei, wenn er in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war. Zusätzlich muss er in mindestens der Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig gewesen sein.
Für lange Privatversicherte bedeutet das: Sinkt das Gehalt nach 55 unter die Grenze, bleiben Sie in der PKV. Die Kasse steht Ihnen dann nicht mehr offen.
Werden Sie pflichtversichert, dürfen Sie die PKV binnen drei Monaten rückwirkend zum Beginn der Pflicht kündigen. Den Eintritt der Pflicht müssen Sie dem Versicherer binnen zwei Monaten nachweisen, nachdem er Sie in Textform dazu aufgefordert hat.
Kündigen Sie später, endet der Vertrag erst zum Ende des Monats, in dem Sie den Nachweis erbringen. Bis dahin zahlen Sie doppelt.
Viele Versicherer bieten an, vom Vollversicherungstarif in eine Zusatzversicherung zu wechseln. Ohne bessere Leistungen gibt es dabei keine neue Risikoprüfung, und Ihre Alterungsrückstellungen werden angerechnet.
Rechnen Sie damit, später wieder privat versichert zu sein, ist eine Anwartschaft sinnvoll. Sie kehren dann ohne Gesundheitsprüfung in Ihren alten Tarif zurück.
Laut Entwurf steigt die Versicherungspflichtgrenze 2027 außerordentlich auf 84.150 Euro. Für Angestellte, die schon privat versichert sind und Ende 2026 über der heutigen Grenze verdienen, gilt eine Bestandsgrenze von voraussichtlich 80.550 Euro.
Keinen Bestandsschutz haben laut PKV-Verband Privatversicherte in Teilzeit, Selbstständige und Beamte. Werden sie 2027 Angestellte mit einem Gehalt unter 84.150 Euro, werden sie pflichtversichert, ohne sich befreien lassen zu können.
Fragen und Antworten
Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählen in der Regel.
Variable Teile zählen,
wenn sie regelmäßig zu erwarten sind; bei Einmalzahlungen ist das umstritten.
Nein.
Mit der Befreiung bleiben Sie privat versichert, solange Sie angestellt sind.
Ja, wenn Ihr Gehalt wieder über der Grenze liegt.
Die Pflicht endet dann zum Ende des Kalenderjahres,
wenn Sie auch die Grenze des Folgejahres überschreiten.
Die Grenze betrifft Angestellte.
Wer aus der Selbstständigkeit in eine Anstellung unter der Grenze wechselt, wird pflichtversichert.
Die regelmäßigen Entgelte aus allen Anstellungen werden zusammengerechnet.
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