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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Elementarschaden

Wie hoch ist die Selbstbeteiligung bei der Elementarversicherung?

Kurz gesagt

Wie hoch die Selbstbeteiligung ist, regelt der Tarif. Ein verbreitetes Modell bei der Elementarversicherung: 10 Prozent des Schadens, mindestens 500 und höchstens 5.000 Euro. In den Gefährdungsklassen 1 bis 3 gibt es auch Tarife ohne Pflicht zur Selbstbeteiligung. In Klasse 4 verlangen Versicherer oft feste 10.000 Euro oder zahlen erst ab einer Mindestschadenhöhe.

Wie hoch ist die Selbstbeteiligung bei der Elementarversicherung?

Was es kostet

Veröffentlichte Tarifangaben von Versicherern und Rechenbeispiele zur Selbstbeteiligung.

BeispielRichtwert
Elementar als eigene Police für Ein- und Zweifamilienhäuser, Tarifangabe Stand Juli 2025pauschal 175 Euro im Jahr, Selbstbeteiligung 10 Prozent, 500 bis 5.000 Euro
Wohngebäude Klasse 4, Pflicht-Selbstbeteiligungfest 10.000 Euro je Schaden durch Überschwemmung oder Rückstau
Schaden 3.000 Euro bei 10 Prozent, 500 bis 5.000 EuroIhr Anteil 500 Euro, Auszahlung 2.500 Euro
Schaden 80.000 Euro bei 10 Prozent, 500 bis 5.000 EuroIhr Anteil 5.000 Euro, Auszahlung 75.000 Euro

Stand Oktober 2026, aus veröffentlichten Tarifunterlagen zweier Versicherer (Stand Juli 2025 und

Tarif KT2023).

Andere Tarife regeln es anders.

Wie stark eine Selbstbeteiligung den Beitrag senkt, ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis;

das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Starkregen flutet den Keller, Einfamilienhaus in Klasse 2, Schaden 24.000 Euro

Vertrag mit 10 Prozent Selbstbeteiligung, mindestens 500 und höchstens 5.000 Euro, gilt für Überschwemmung und Rückstau.

Schaden an Estrich, Heizung und Wänden24.000 Euro
10 Prozent Selbstbeteiligung2.400 Euro
Grenzen 500 bis 5.000 Euro eingehaltenja
Auszahlung der Elementarversicherung21.600 Euro

Die Familie trägt 2.400 Euro selbst. Mit einer festen Selbstbeteiligung von 1.000 Euro wären es 1.400 Euro weniger gewesen, bei meist etwas höherem Beitrag. Rechenbeispiel.

Drei Modelle, die Sie kennen sollten

Die prozentuale Selbstbeteiligung wächst mit dem Schaden, ist aber nach unten und oben begrenzt. Bei 10 Prozent mit 500 und 5.000 Euro tragen Sie bei einem Kellerschaden von 3.000 Euro 500 Euro, bei 30.000 Euro dann 3.000 Euro.

Die feste Selbstbeteiligung ist ein gleicher Betrag je Schaden. Die Mindestschadenhöhe funktioniert anders: Unterhalb der Grenze zahlt die Elementarversicherung gar nichts, darüber den vollen Schaden. Ein Versicherer setzt sie in Klasse 4 bei 25 Prozent der Versicherungssumme 1914 an.

ModellSo rechnet esIhr Anteil bei 20.000 Euro Schaden
10 Prozent, 500 bis 5.000 EuroProzent des Schadens mit Ober- und Untergrenze2.000 Euro
Fest 1.000 Eurogleicher Betrag je Schaden1.000 Euro
Fest 10.000 Euro, Klasse 4gleicher Betrag je Schaden10.000 Euro
Mindestschadenhöheunter der Grenze nichts, darüber allesje nach Grenze 0 oder 20.000 Euro
Ohne Selbstbeteiligungvoller Ersatz0 Euro

Wie die Gefährdungsklasse den Eigenanteil bestimmt

Versicherer ordnen jede Adresse einer Hochwasser-Gefährdungsklasse von 1 bis 4 zu. In Klasse 1 bis 3 ist die Selbstbeteiligung beim Elementarschutz oft frei wählbar, manche Tarife verzichten auf eine Pflicht.

In Klasse 4, wo statistisch mindestens alle zehn Jahre Hochwasser droht, wird die Selbstbeteiligung zur Bedingung für die Annahme. Ein von uns geprüfter Tarif verlangt dort feste 10.000 Euro ohne Beitragsnachlass oder alternativ eine Mindestschadenhöhe.

Für welche Gefahren die Selbstbeteiligung gilt

Häufig gilt der Eigenanteil der Elementarversicherung nur für Überschwemmung und Rückstau, weil dort die meisten Schäden entstehen. Für Erdrutsch, Erdsenkung, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch fällt dann keine Selbstbeteiligung an.

Andere Tarife setzen beim Erdbeben eine eigene Grenze, etwa feste 5.000 Euro. Lesen Sie deshalb nicht nur die Zahl, sondern auch, für welche Elementargefahren sie gilt.

Zusammen mit der Selbstbeteiligung des Grundvertrags

Viele Hausbesitzer haben in der Wohngebäudeversicherung schon eine allgemeine Selbstbeteiligung. Ob die Elementar-Selbstbeteiligung zusätzlich gilt oder sie ersetzt, steht im Vertrag. Fragen Sie das vor dem Abschluss, sonst kann ein Starkregenschaden doppelt kosten.

In der Hausratversicherung ist es ähnlich: Neben der allgemeinen Wahl, zum Beispiel ohne, 150 oder 300 Euro, kann für den Elementarbaustein je nach Hochwassergefährdung ein eigener Selbstbehalt festgelegt werden.

Ohne Selbstbeteiligung: wann es sich lohnt

Eine Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung lohnt sich, wenn Sie in Klasse 1 wohnen, der Aufpreis gering ist und Ihnen ein Schaden von 500 bis 5.000 Euro wehtun würde. Dann zahlen Sie wenig mehr und tragen im Schadenfall nichts.

In Klasse 3 und 4 bekommen Sie den Schutz ohne Eigenanteil selten. Dort ist eine höhere Selbstbeteiligung oft der Weg, überhaupt angenommen zu werden. Rücklagen in Höhe der Selbstbeteiligung sollten Sie dann haben.

Was die geplante Pflichtversicherung ändert

Die Bundesregierung hat eine flächendeckende Elementarschadenversicherung angekündigt. Im März 2026 forderte eine Fraktion im Bundestag die Regierung noch auf, endlich einen Gesetzentwurf vorzulegen. Eine Regel zur Höhe einer Selbstbeteiligung gibt es dafür bisher nicht.

Planen Sie deshalb mit den heutigen Tarifen. Wer jetzt einen Vertrag mit passender Selbstbeteiligung abschließt, ist unabhängig vom Ausgang der Debatte geschützt.

Schritt für Schritt

  1. Gefährdungsklasse Ihrer Adresse erfragen.
  2. Im Angebot nachlesen: Prozent, Mindest- und Höchstbetrag oder fester Betrag.
  3. Prüfen, für welche Elementargefahren die Selbstbeteiligung gilt.
  4. Klären, ob sie zusätzlich zur Selbstbeteiligung des Grundvertrags gilt.
  5. Beitrag mit und ohne Selbstbeteiligung vergleichen und Rücklage danach bilden.

Checkliste

  • Höchstbetrag der Selbstbeteiligung bekannt
  • Mindestschadenhöhe ausgeschlossen oder bewusst gewählt
  • Geltung für Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben geklärt
  • Verhältnis zur Selbstbeteiligung im Grundvertrag geklärt
  • Rücklage in Höhe des Höchstbetrags vorhanden

Häufige Fehler

  • Nur den Prozentsatz lesen und den Höchstbetrag übersehen
  • Mindestschadenhöhe mit Selbstbeteiligung verwechseln
  • Annehmen, die Selbstbeteiligung gelte für alle Elementargefahren gleich
  • Doppelte Selbstbeteiligung aus Grundvertrag und Elementar nicht bemerken

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gibt es eine Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung?

Ja, vor allem in den Gefährdungsklassen 1 bis 3 bieten manche Tarife das an.

In Klasse 4 ist eine Selbstbeteiligung meist Bedingung.

Wie viel spart eine Selbstbeteiligung beim Elementarschutz?

Das hängt vom Tarif und der Lage ab.

In ruhigen Lagen ist der Elementarbaustein ohnehin günstig, dort ist die Ersparnis klein.

In hohen Klassen macht sie den Schutz oft erst möglich.

Was ist eine Mindestschadenhöhe?

Eine Grenze, unter der die Versicherung nichts zahlt.

Liegt der Schaden darüber, wird er voll ersetzt.

Das ist nicht dasselbe wie eine Selbstbeteiligung.

Gilt die Selbstbeteiligung auch beim Hausrat?

Für den Elementarbaustein in der Hausratversicherung kann ein eigener Selbstbehalt gelten,

je nach Hochwassergefährdung Ihrer Adresse.

Kommt mit der Pflichtversicherung eine feste Selbstbeteiligung?

Dazu gibt es bisher keine Regel.

Die Pflicht ist angekündigt, im März 2026 lag noch kein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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