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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Wohngebäude

Zahlt die Gebäudeversicherung die Suche nach einem Leck?

Kurz gesagt

Ja, die Gebäudeversicherung bezahlt die Suche nach einem Leck, wenn dahinter ein versicherter Leitungswasserschaden steckt, etwa ein Rohrbruch in der Wand. Eine Leckortung kostet meist 200 bis 600 Euro. Findet der Fachbetrieb nur eine undichte Fuge oder Grundwasser, zahlen Sie die Suche oft selbst. Zahlt Ihr Tarif die Suchkosten nur bis zu einer Grenze, steht sie in den Bedingungen.

Zahlt die Gebäudeversicherung die Suche nach einem Leck?

Was es kostet

Veröffentlichte Preise für eine Leckortung in Deutschland, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Feuchtemessung oder Endoskopieetwa 200 bis 400 Euro
Thermografie mit Wärmebildkameraetwa 200 bis 500 Euro
Akustische Ortungetwa 250 bis 500 Euro
Tracergas-Ortungetwa 300 bis 800 Euro
Anfahrt und Erstprüfungetwa 100 bis 250 Euro
Schwierige Fällebis etwa 2.000 Euro

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus veröffentlichten Handwerkerpreisen.

Zuschläge für Notdienst nachts und am Wochenende kommen hinzu.

Die Kosten für das Öffnen der Wand und den Rohrtausch im Beispiel sind Richtwerte aus der

Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Feuchter Fleck an der Badwand, Einfamilienhaus Baujahr 1982

Am Putz neben der Dusche zeigt sich ein dunkler Rand, der langsam größer wird. Die Eigentümerin meldet den Schaden und lässt das Leck suchen.

Anfahrt und Erstprüfungetwa 100 bis 250 Euro
Thermografie und Feuchtemessungetwa 200 bis 500 Euro
Fall A: Warmwasserrohr in der Wand undicht, Wand öffnen und Rohrstück ersetzenetwa 800 bis 1.200 Euro
Fall B: nur die Silikonfuge der Dusche ist undichtFuge erneuern, etwa 100 bis 200 Euro

Im Fall A zahlt die Versicherung Ortung, Öffnen und Reparatur, zusammen etwa 1.100 bis 1.950 Euro, abzüglich einer vereinbarten Selbstbeteiligung. Im Fall B liegt kein Leitungswasserschaden vor, dann zahlen Sie meist Ortung und Fuge selbst.

Wann die Suche nach dem Leck bezahlt wird

Die Leckortung gehört zu den Kosten, mit denen ein Schaden festgestellt wird. Nach § 85 VVG erstattet der Versicherer Kosten für die Ermittlung und Feststellung des Schadens, den er zu ersetzen hat, soweit sie nach den Umständen geboten waren. Das Gesetz knüpft die Erstattung also an einen Schaden, für den der Vertrag einsteht.

In der Wohngebäudeversicherung ist das meist Leitungswasser: Wasser, das ungewollt aus einem Trinkwasser-, Abwasser- oder Heizungsrohr im Haus austritt. Stellt sich bei der Suche ein solcher Rohrschaden heraus, werden in der Regel auch das Öffnen der Wand, das Ersetzen des Rohrstücks und das Verschließen bezahlt.

Ergebnis der SucheZahlt die Gebäudeversicherung die Leckortung?
Rohrbruch in der Wand oder im Bodenja, samt Öffnen und Verschließen
Undichte Heizungsleitungja, die Heizung zählt zu Leitungswasser
Undichte Silikon- oder Fliesenfugemeist nein, das gilt nicht als Leitungswasserschaden
Grundwasser oder aufsteigende Feuchte im Kellernein, auch nicht mit dem Leitungswasserschutz
Defektes Abwasserrohr unter dem Gartennur wenn Ableitungsrohre auf dem Grundstück mitversichert sind
Ortung findet keine Ursachehängt vom Tarif ab, vorher schriftlich klären

Wenn keine versicherte Ursache gefunden wird

Die Ortung ist auch dann eine Leistung des Fachbetriebs, wenn sie kein Leck findet oder nur eine undichte Fuge zeigt. Die Rechnung kommt trotzdem. Viele Versicherer lehnen die Kosten dann ab, weil kein versicherter Schaden vorliegt.

Bessere Tarife nennen Such- und Freilegungskosten ausdrücklich in den Bedingungen, manche mit einer eigenen Höchstsumme. Lesen Sie nach, ob die Kosten nur bei einem Rohrbruch oder auch bei einem bloßen Verdacht übernommen werden.

Welches Verfahren was kostet

Der Fachbetrieb wählt das Verfahren nach Lage des Lecks. Feuchtemessung und Wärmebild finden nasse Stellen in Wand und Estrich, die akustische Ortung hört austretendes Wasser in Druckleitungen, Tracergas findet auch sehr kleine Lecks. Dazu kommen Anfahrt und kleinere Öffnungen.

Eine gezielte Ortung ist fast immer billiger als großflächiges Aufstemmen auf Verdacht. Deshalb erwarten Versicherer, dass zuerst gesucht und dann geöffnet wird.

Gutachter und eigene Sachverständige

Einen Sachverständigen, den Sie zusätzlich selbst beauftragen, etwa um die Schadenhöhe zu prüfen, erstattet der Versicherer nach § 85 Abs. 2 VVG nur, wenn Sie vertraglich dazu verpflichtet waren oder er Sie dazu aufgefordert hat. Fragen Sie also vorher.

Kann der Versicherer seine Leistung kürzen, etwa wegen grober Fahrlässigkeit, darf er nach § 85 Abs. 3 VVG auch den Ersatz der Ermittlungskosten entsprechend kürzen.

Schritt für Schritt

  1. Wasser abdrehen, wenn Sie ein Rohr als Ursache vermuten, und den Schaden mit Fotos festhalten.
  2. Den Schaden bei der Gebäudeversicherung melden, als Mieter beim Vermieter.
  3. Fragen, ob der Versicherer einen eigenen Fachbetrieb schickt oder Sie selbst beauftragen sollen.
  4. Die Leckortung beauftragen und sich das Verfahren und das Ergebnis schriftlich geben lassen.
  5. Messprotokoll, Fotos und Rechnung gemeinsam einreichen.

Checkliste

  • Such- und Freilegungskosten in den Bedingungen ausdrücklich genannt
  • Keine zu niedrige Höchstsumme für Suchkosten
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück mitversichert, wenn Sie einen Garten haben
  • Grobe Fahrlässigkeit voll mitversichert
  • Schaden vor der Beauftragung gemeldet

Häufige Fehler

  • Wände großflächig aufstemmen lassen, bevor das Leck geortet ist
  • Die Ortung beauftragen, ohne den Schaden vorher zu melden
  • Eine undichte Duschfuge für einen Rohrbruch halten
  • Einen eigenen Gutachter beauftragen und erwarten, dass der Versicherer ihn ohne Absprache bezahlt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die Gebäudeversicherung die Leckortung auch ohne Rohrbruch?

Meist nur, wenn ein versicherter Schaden vorliegt.

Ob Ihr Tarif die Suche schon bei einem begründeten Verdacht bezahlt, steht in den Bedingungen.

Was kostet eine Leckortung?

Meist 200 bis 600 Euro, je nach Verfahren und Aufwand.

In schwierigen Fällen kann es bis etwa 2.000 Euro kosten.

Wer zahlt die Leckortung in der Mietwohnung?

Für ein Leck in den Leitungen des Hauses ist die Gebäudeversicherung des Vermieters zuständig.

Melden Sie den Schaden sofort dem Vermieter, beauftragen Sie die Ortung nicht selbst.

Muss ich die Rechnung vorstrecken?

Das kommt vor, wenn Sie den Fachbetrieb selbst beauftragen.

Klären Sie mit dem Versicherer, ob er direkt mit dem Betrieb abrechnet.

Zahlt die Versicherung, wenn das Leck im Abwasserrohr unter dem Haus liegt?

Ja, wenn Ableitungsrohre unter dem Gebäude und auf dem Grundstück mitversichert sind.

In einfachen Tarifen fehlen sie oft.

Darf ich bei einem Notfall sofort jemanden rufen?

Ja.

Dass Sie das Wasser abstellen und weiteren Schaden verhindern, erwartet der Versicherer ohnehin.

Melden Sie den Schaden danach so schnell wie möglich.

Quellen

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