Magazin / Magazin: Boot und Saison
Sea-Doo RXT-XRS 300 im Versicherungs-Check: typische Jetski-Schäden je Tarif
Welche Schäden beim Jetski typisch sind und was die Bedingungen je Tarif dazu sagen, ist Thema des dritten Teils. Es geht um die Bootsart, nicht um dieses Modell im Besonderen.
16. Oktober 20268 min LesezeitNAMMERT Assekuradeur GmbH
Nach Vertrag und Wert geht es im dritten Teil dieser Reihe zum Versicherungs-Check um typische Jetski-Schäden und darum, was jeder Tarif dazu sagt. Wichtig vorweg: Die Schadenbilder, um die es hier geht, sind typisch für die Bootsart Jetski, nicht für den Sea-Doo RXT-XRS 300 im Besonderen. Wir sind das Modell nicht gefahren und sagen nicht, dass es zu bestimmten Schäden neigt. Wir zeigen, wie unsere Bedingungen die Fälle einordnen, die bei Jetskis immer wieder vorkommen, und wo Basis, Basis-Plus und Premium auseinandergehen. Der vierte Teil ergänzt danach, was unterwegs auf Trailer und Slip gilt.
Der häufigste Fall ist die Berührung mit etwas Festem: der Steg beim Anlegen, ein Stein im flachen Wasser, ein anderes Boot. Das sind Unfallereignisse, und die deckt die Kasko erst ab Basis-Plus, dort nennt A-3.1.1 ausdrücklich das An-Grund-Geraten und die Kollision mit festen und schwimmenden Gegenständen. Die Basis hat keine Unfalldeckung. Nach einer gemeldeten Grundberührung zahlt Basis-Plus Inspektionskosten bis zu einer festen Grenze (A-3.2). Für den Rumpf kommt die Jetski-Klausel hinzu: Schäden, die den bestimmungsgemäßen Gebrauch nicht einschränken, sind ausgeschlossen (A-9.2.2 in Basis, A-10.4.3 in Basis-Plus, A-10.3.3 im Premium). Ein Riss im Bug, der das Fahren beeinträchtigt, ist etwas anderes als ein Kratzer im Gelcoat.
Ein zweites Schadenbild gehört nur zum Jetski: der Antrieb, der mit dem Wasser auch Leinen, Kies oder Seegras ansaugt. Dann entscheidet, ob ein Ereignis von außen vorliegt oder ein Betriebsschaden. Abnutzung im gewöhnlichen Gebrauch ist am betroffenen Teil selbst nicht versichert, unmittelbare Folgeschäden an anderen versicherten Teilen aber schon (A-6.2 d). Ausgeschlossen bleiben Betriebsschäden an maschinellen Einrichtungen, mangelhafte Wartung und Korrosion (A-6.2 e, f und h). Motorschäden durch Wasserschlag schließt die Jetski-Klausel aus, außer sie folgen direkt aus einer Kollision mit einem festen Gegenstand (A-9.2.1, A-10.4.2, A-10.3.2). Wer etwas im Ansaugschacht findet, hebt es auf und fotografiert es.
Diebstahl und Vandalismus trennen die Tarife deutlich. Die Basis deckt nur den Diebstahl des ganzen Geräts; Einbruchdiebstahl, Teilediebstahl und mutwillige Beschädigung gehören zur Vollkasko ab Basis-Plus (A-3.1.4). In Basis und Basis-Plus muss der Jetski nachts von 22 bis 8 Uhr und bei dauerhafter Abwesenheit gegen unbefugte Nutzung gesichert sein, im Premium bei dauerhafter Abwesenheit. Steht er an Land unsachgemäß auf einem offenen Platz, gibt es in Basis-Plus beim Diebstahl keinen Ersatz (A-6.5), beim Vandalismus hebt A-10.4.1 das auf. Im Premium sind beide dort versichert, die Selbstbeteiligung verdoppelt sich beim Diebstahl aber, wenn das Gerät nicht verschlossen oder umfriedet untergebracht war (A-10.1.3).
Wer andere mitnimmt, sollte die Unfallversicherung kennen. In der Basis ist nur der Eigner versichert, in Basis-Plus zusätzlich seine Familienangehörigen ersten Grades, alle berechtigten Insassen erst im Premium (jeweils A-1.1). Der Schutz gilt weltweit, aber nur beim Gebrauch des versicherten Fahrzeugs. Den Helmbonus gibt es nur im Jetski-Tarif: Trägt der Fahrer nachweislich einen handelsüblichen Helm, erhöht sich die Invaliditätsleistung für eine Kopfverletzung um 25 Prozent, begrenzt auf einen Höchstbetrag je Tarif (A-2.3). Verliert jemand unterwegs Brille, Telefon oder Tasche ins Wasser, ersetzt die Kasko das nicht, das Überbordfallen loser Gegenstände ist ausgeschlossen (A-6.2 c).
Bleibt die Haftpflicht, die beim Jetski viel zählt, weil Schwimmer und andere Boote oft nah sind. Sie ersetzt Personen- und Sachschäden Dritter, für die der Fahrer gesetzlich haftet (A-1.1). Ab Basis-Plus ist das Ziehen von Wasserskiläufern, Wakeboardern und Tubes mitversichert (A-1.5). Bei groben Fehlern hilft die Regel zur groben Fahrlässigkeit: Ab Basis-Plus kürzt die Kasko bis zu einer Schadenhöhe von 25 Prozent der Versicherungssumme nicht, im Premium bis 50 Prozent, nicht aber bei Diebstahl, Drogen oder Alkohol (A-7). Jeden Schaden vor der Reparatur melden: +49 3375 566 75 05. Trailer, Slip, Winterlager und Rennen behandelt der vierte Teil.
Versicherungs-CheckTeil 3 von 4
Sea-Doo RXT-XRS 300 im Versicherungs-Check
Alle Teile im Überblick
- Sea-Doo RXT-XRS 300 im Versicherungs-Check (Vertrag)
- Sea-Doo RXT-XRS 300 im Versicherungs-Check (Wert)
- Sea-Doo RXT-XRS 300 im Versicherungs-Check (Schäden)
- Sea-Doo RXT-XRS 300 im Versicherungs-Check (Unterwegs)
- Nimm es mit, sei um sechs zurück
- Der Ruck, den jeder kennt
Zum Abhaken
Häufige Fragen
Zahlt die Kasko, wenn ich beim Anlegen gegen den Steg fahre?
Ab Basis-Plus ja, eine Kollision ist dort ein versicherter Unfall. Beim Jetski sind Rumpfschäden aber ausgeschlossen, wenn sie den bestimmungsgemäßen Gebrauch nicht einschränken. In der Basis gibt es keine Unfalldeckung.
Ist ein verschlissenes Teil am Antrieb versichert?
Das verschlissene Teil selbst nicht, Abnutzung im gewöhnlichen Gebrauch ist ausgeschlossen. Unmittelbare Folgeschäden an anderen versicherten Teilen sind dagegen mitversichert. Mangelhafte Wartung und Korrosion sind ausgeschlossen.
Wer ist bei einem Unfall mit Mitfahrer versichert?
Das hängt vom Tarif ab: in Basis nur der Eigner, in Basis-Plus zusätzlich die Familienangehörigen ersten Grades, im Premium alle berechtigten Insassen. Für Ansprüche des verletzten Mitfahrers gegen den Fahrer ist die Haftpflicht da.
Dazu passt