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Ein Ruderstand mit aufgeschlagener Seekarte und einem Kartenausschnitt mit Landesgrenze

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Ein Bootsschein für ganz Europa, vielleicht

Das Europäische Parlament hat die EU-Kommission aufgefordert, die gegenseitige Anerkennung von Sportbootführerscheinen zu regeln. Betroffen wären rund 48 Millionen Bootsfahrer in Europa, für die dann vielleicht ein Bootsschein überall gälte.

Recht NAMMERT Assekuradeur GmbH

Wer mit dem Auto durch Europa fährt, denkt über seinen Führerschein nicht nach. Wer sein Boot über eine Grenze bewegt oder im Ausland chartert, sehr wohl: Welcher Schein wo gilt, ist von Land zu Land verschieden geregelt, und was in einem Revier reicht, kann im Nachbarrevier zu wenig sein.

Das Europäische Parlament hat Ende April 2026 eine Entschließung zur künftigen EU-Tourismusstrategie angenommen. Darin steht ein Satz, der für Bootsfahrer mehr wert ist als das ganze übrige Papier: Die Kommission soll die vorliegende Studie zur gegenseitigen Anerkennung von Sportbootführerscheinen aufgreifen und eine Regelung vorschlagen. Ausdrücklich genannt wird die Zahl, um die es geht: rund 48 Millionen Bootsfahrerinnen und Bootsfahrer in Europa.

Zwei weitere Punkte der Entschließung sind erwähnenswert. Das Parlament will, dass die Förderung nachhaltiger Kraftstoffe in der Schifffahrt auch die vorhandene Flotte von Freizeitbooten einschließt, also nicht nur Neubauten. Und es zählt seemännische Traditionen wie das Segeln ausdrücklich zum immateriellen Kulturerbe Europas.

Eine Entschließung des Parlaments ist kein Gesetz. Sie ist eine Aufforderung an die Kommission, und die kann folgen oder nicht. Der nächste Schritt ist die EU-Tourismusstrategie, die für Juni 2026 angekündigt war.

Bisher gilt je Land ein eigener Bootsschein, künftig vielleicht einer für ganz Europa.

Was das für Eigner heißt

Für die Versicherung ist der Führerschein selten das Problem, aber wenn er eines ist, dann ein großes. Wer ohne die vorgeschriebene Fahrerlaubnis fährt, riskiert im Schadenfall seinen Versicherungsschutz, und zwar unabhängig davon, ob er fahren kann. Bis Brüssel etwas regelt, gilt deshalb weiter: vor der Reise nachsehen, was im Zielrevier verlangt wird.

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