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Vor dem Darß wachsen die ersten Plattformen des Windparks Gennaker

Das Kranschiff Pioneering Spirit ist nach Angaben der YACHT an der Baustelle des Windparks Gennaker vor dem Darß angekommen. Es setzt dort die beiden Umspannplattformen, die das Land Mecklenburg-Vorpommern im April genehmigt hat.

Recht NAMMERT Assekuradeur GmbH

Blick aus dem Cockpit einer Segelyacht über die graue Ostsee: vorn ein Steuerrad aus Edelstahl und eine Winsch mit aufgeschossener Leine auf Teak, am Horizont eine Offshore-Plattform auf Stahlgittergründung und daneben ein großes Kranschiff.

Rund 15 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst beginnt der sichtbare Teil eines großen Bauvorhabens in der deutschen Ostsee. Das Kranschiff Pioneering Spirit, 382 Meter lang und 124 Meter breit, ist nach einem Bericht der YACHT vom 1. Oktober 2026 dort eingetroffen. Am 30. September hatte es die Brücke über den Großen Belt unterquert, nachdem es so viel Ballastwasser aufgenommen hatte, dass es tief genug lag. Seine Aufgabe sind die beiden Umspannplattformen OSS Darß und OSS Zingst samt ihren Gründungen.

Die rechtliche Grundlage ist ein Planfeststellungsbeschluss vom 17. April 2026 (Az. V-667-00000-2025/003) des Ministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Vorhabenträgerin ist der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz. Nach der amtlichen Bekanntmachung stehen beide Plattformen im östlichen und im westlichen Randbereich der Sicherheitszone des bereits genehmigten Windparks Gennaker. Der Beschluss enthält ausdrücklich Nebenbestimmungen zur Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs.

Neu ist damit nicht die Planung, sondern die Baustelle auf dem Wasser. Wo bisher freie See zwischen Darßer Ort und der Kadetrinne lag, arbeiten jetzt ein Schiff von der Größe mehrerer Fußballfelder und seine Begleitfahrzeuge. Wie weit Baustelle und Plattformen zu umfahren sind, legt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in den Bekanntmachungen für Seefahrer fest; eine endgültige Fassung lag laut YACHT zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht vor.

Praktisch heißt das für alle, die im Herbst noch von Rostock, Warnemünde oder aus den Boddenhäfen nach Osten oder Norden auslaufen: vor dem Törn die aktuellen Bekanntmachungen für Seefahrer und die Kartenberichtigungen für das Seegebiet nördlich des Darß prüfen und Plotter und Seekarte nachführen. Auf älteren Karten fehlen die neuen Bauwerke, auf See sind sie später bei Nacht und schlechter Sicht nur an ihrer Befeuerung zu erkennen.

Was das für Eigner heißt

Für den Versicherungsschutz gilt hier dasselbe wie bei jedem gesperrten Gebiet: Wer wissentlich in eine bekanntgemachte Sicherheitszone einfährt, verletzt eine Obliegenheit, und das kann im Schadenfall die Leistung kürzen. Betroffen sind vor allem Segelyachten und Motoryachten auf der Strecke zwischen Warnemünde, Darßer Ort und Rügen, dazu Charteryachten aus den Häfen der Mecklenburger Küste und Trailerboote, die von den Boddenhäfen aus hinausfahren. Aus unserem Bestand kennen wir Kollisionen mit festen Bauwerken vor allem bei Nacht und mit veralteten Karten. Wer die Bekanntmachungen vor dem Ablegen liest und die Kartenberichtigung eingespielt hat, kann das im Schadenfall auch belegen.

Dieser Abschnitt ist unsere Sicht als Assekuradeur, nicht Teil der Meldung. Was Ihr eigener Vertrag leistet, steht in Ihren Bedingungen; im Zweifel rufen Sie an.

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