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Grüne Steuerbordtonne in grauer See

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Betonnung: Rot, Grün und die vier Kardinalen

Die Betonnung ist ein Satz Regeln, den man einmal versteht und danach nie wieder nachschlägt. Der Aufwand lohnt sich, weil er nachts über einer unbekannten Hafeneinfahrt genau dann zahlt, wenn zum Nachschlagen keine Zeit ist.

Links läuft ein Boot von See in den Hafen, rote Tonnen an Backbord, grüne an Steuerbord. Rechts umrundet ein Boot eine Untiefe und passiert jede Kardinaltonne auf ihrer Seite.

IALA A, die Grundregel

In Europa, Afrika, Australien und dem größten Teil Asiens gilt Region A: beim Einlaufen liegt Rot an Backbord und Grün an Steuerbord. In Nord- und Südamerika sowie Japan und Korea gilt Region B, dort ist es umgekehrt.

Laterale Tonnen

Rot ist stumpf, grün ist spitz. Das können Sie auch dann noch unterscheiden, wenn die Farbe im Gegenlicht nicht mehr zu erkennen ist. Nachts hilft die Kennung, also der Rhythmus des Feuers, nicht die Farbe allein.

Kardinaltonnen

Die vier Kardinalen zeigen an, auf welcher Seite der Gefahr sicheres Wasser liegt, benannt nach der Himmelsrichtung: die Nordtonne passiert man nördlich. Merkhilfe sind die Toppzeichen, zwei Kegel: beide Spitzen oben ist Nord, beide unten Süd, Spitzen auseinander Ost, zusammen West.

Einzelgefahr und Mittefahrwasser

Schwarz mit rotem Band und zwei schwarzen Bällen: Einzelgefahr, ringsum sicher zu umfahren. Rot und weiß senkrecht gestreift mit rotem Ball: sicheres Wasser, oft die Ansteuerungstonne vor einer Einfahrt.

Tonnen-Trainer: Wo fahren Sie vorbei?

Eine Tonne schaukelt vor Ihnen im Wasser, das Feuer blinkt im echten Takt. Sagen Sie, wo Sie sie passieren. Beim Einlaufen gilt die Betonnungsrichtung von See her.

Betonnungssystem A: Betonnungsrichtung und Fahrwasser lesen

Das Betonnungssystem A gilt in ganz Europa und damit in allen Revieren rund um Deutschland, Österreich und Spanien. Die Grundidee: Wer aus See kommend in einen Hafen, eine Flussmündung oder ein Fahrwasser einläuft, hat die roten Tonnen an Backbord und die grünen an Steuerbord. Diese Richtung heißt Betonnungsrichtung.

Schwieriger wird es entlang einer Küste oder zwischen zwei Häfen, wo nicht klar ist, was See und was Hafen ist. Dort legen die Behörden die Betonnungsrichtung fest, und die Seekarte zeigt sie mit einem eigenen Pfeilsymbol. Ein Blick auf diesen Pfeil vor dem Ablegen erspart Rätselraten auf dem Wasser.

Im Fahrwasser sind die Tonnen oft nummeriert, die roten meist mit geraden, die grünen mit ungeraden Zahlen, gezählt in Betonnungsrichtung. Wer die Nummern mit der Karte vergleicht, weiß jederzeit, wo er im Fahrwasser steht.

Lateralzeichen: Form, Farbe, Toppzeichen und Feuer

Lateralzeichen begrenzen das Fahrwasser seitlich. Backbordzeichen sind rot, tragen als Toppzeichen einen roten Zylinder und zeigen nachts ein rotes Feuer. Steuerbordzeichen sind grün, tragen einen grünen Kegel mit der Spitze nach oben und zeigen ein grünes Feuer. Die Feuer dürfen jeden Rhythmus haben, außer dem für Abzweigungen reservierten.

An Gabelungen stehen abgewandelte Lateralzeichen. Eine rote Tonne mit einem breiten grünen Band bedeutet: Das bevorzugte Fahrwasser liegt an Steuerbord, die Tonne wird wie eine Backbordtonne behandelt. Grün mit rotem Band ist das Gegenstück. Beide zeigen nachts Gruppenblitze nach dem Muster zwei plus eins in der Farbe der Grundfarbe.

Neben Tonnen gibt es Spieren, Stangen und feste Baken mit denselben Farben. In flachen Revieren und auf Binnenseen stehen oft nur Pricken oder Stangen. Auf Binnenwasserstraßen gelten eigene Regeln, die mit dem Betonnungssystem A nicht in allen Punkten übereinstimmen. Prüfen Sie deshalb vor dem Törn, welche Vorschrift im Revier gilt.

Kardinaltonnen: Farben, Toppzeichen und Kennungen

Kardinaltonnen sind schwarz und gelb, und die Lage des Schwarz folgt den Toppzeichen: Die Spitzen der beiden Kegel zeigen zum schwarzen Teil. Nord ist oben schwarz und unten gelb, Süd oben gelb und unten schwarz. Ost ist schwarz mit einem gelben Band in der Mitte, West gelb mit einem schwarzen Band.

Nachts zeigen Kardinalzeichen ein weißes Funkelfeuer oder schnelles Funkelfeuer. Die Zahl der Blitze ordnen Sie am leichtesten mit dem Zifferblatt einer Uhr zu: Ost liegt bei drei Uhr, Süd bei sechs, West bei neun, und Nord bei zwölf blinkt ununterbrochen.

Die Kardinalzeichen eignen sich auch, um sich nach einem Wetterwechsel oder im Dunkeln neu zu orientieren. Wer weiß, in welcher Himmelsrichtung von der Gefahr er steht, kann den Kurs ohne Rechnen anpassen. Achten Sie dabei auf den Strom, der Sie seitlich gegen die Gefahr versetzen kann.

  1. Nord: Toppzeichen beide Spitzen nach oben, Feuer ununterbrochen funkelnd (Q) oder schnell funkelnd (VQ).
  2. Ost: Spitzen auseinander, Gruppen von drei Blitzen.
  3. Süd: beide Spitzen nach unten, Gruppen von sechs Blitzen und danach ein langer Blitz.
  4. West: Spitzen zueinander, Gruppen von neun Blitzen.
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Gefahrenstelle, Tonne für Einzelgefahr und Sonderzeichen

Die Tonne für eine Einzelgefahrenstelle steht direkt über einem kleinen Hindernis, etwa einem Felsen oder einem Wrack mit sicherem Wasser ringsum. Nachts zeigt sie ein weißes Feuer mit Gruppen von zwei Blitzen. Halten Sie trotzdem Abstand: Wie weit die Gefahr unter Wasser reicht, zeigt nur die Karte.

Die Fahrwassermitte, auch Ansteuerungs- oder Mittefahrwasserzeichen genannt, ist rot und weiß senkrecht gestreift und zeigt nachts ein weißes Feuer, zum Beispiel gleichtaktig, unterbrochen, als langen Blitz oder als Morsezeichen A. Sie kann an beiden Seiten passiert werden.

Sonderzeichen sind gelb und tragen ein gelbes liegendes Kreuz als Toppzeichen, nachts ein gelbes Feuer. Sie markieren keine Navigationsgefahr im engeren Sinn, sondern besondere Gebiete wie Badezonen, Sperrgebiete, Fischzuchten, Messgeräte oder Kabeltrassen. Was genau gemeint ist, steht in der Seekarte oder im Hafenhandbuch.

Tonnen und Seezeichen bei Nacht und das Wrackzeichen

Für neue, noch nicht in den Karten verzeichnete Wracks gibt es ein eigenes Notwrackzeichen. Es ist blau und gelb senkrecht gestreift, trägt ein aufrechtes gelbes Kreuz als Toppzeichen und zeigt nachts abwechselnd ein blaues und ein gelbes Feuer. Dieses Zeichen bleibt liegen, bis das Wrack bekannt gemacht und dauerhaft betonnt ist.

Nachts verlieren Tonnen ihre Form. Was bleibt, sind Farbe und Rhythmus des Feuers. Die Kennung jedes Feuers steht in der Karte und im Leuchtfeuerverzeichnis. Zählen Sie die Blitze laut mit und stoppen Sie die Wiederkehr mit der Uhr, bevor Sie ein Feuer einer Tonne zuordnen.

Viele kleinere Tonnen sind unbefeuert und nachts nur mit dem Suchscheinwerfer oder dem Radar zu finden. Planen Sie die Einfahrt in ein unbekanntes Revier deshalb möglichst bei Tageslicht, und notieren Sie die Kennungen der wichtigsten Feuer vorher auf einem Zettel am Steuerstand.

Häufige Fragen

Welche Seite ist bei der Betonnung rot?

Im Betonnungssystem A, das in Europa gilt, liegen die roten Tonnen beim Einlaufen aus See an Backbord, also links. Beim Auslaufen ist es umgekehrt.

Wie merke ich mir die Kardinaltonnen?

Die Kegelspitzen zeigen zum Schwarz der Tonne. Für die Feuer hilft das Zifferblatt: drei Blitze für Ost, sechs plus ein langer für Süd, neun für West, Nord blinkt ohne Pause.

An welcher Seite passiere ich eine Westtonne?

Westlich von ihr. Jede Kardinaltonne wird auf der Seite passiert, nach der sie benannt ist.

Was bedeutet eine gelbe Tonne mit Kreuz?

Es ist ein Sonderzeichen. Es markiert etwa ein Badegebiet, ein Sperrgebiet oder eine Fischzucht. Die Seekarte sagt, was gemeint ist und ob Sie das Gebiet befahren dürfen.

Was ist eine Tonne mit blauen und gelben Streifen?

Das ist ein Notwrackzeichen für ein neues Wrack, das noch nicht in den Karten steht. Behandeln Sie es mit großem Abstand.

Gilt die Seebetonnung auch auf Flüssen und Seen?

Nicht immer. Binnenwasserstraßen haben eigene Vorschriften mit teils anderen Zeichen. Klären Sie vor der Fahrt, welche Regeln im Revier gelten.

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