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Festmacherleine in einer Schleusenkammer über einen Schwimmpoller gelegt und an Bord zurückgeführt

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Schleusen mit dem Sportboot

Eine Schleuse hebt oder senkt Ihr Boot in wenigen Minuten um mehrere Meter. Das läuft ruhig, solange die Leinen frei laufen, und wird gefährlich, sobald eine Leine fest belegt ist und das Wasser weiter steigt oder fällt. Schleusen mit dem Sportboot ist kein schweres Manöver, aber eines mit klaren Regeln.

Das untere Tor ist zu, Wasser strömt ein und hebt das Boot. Die Leine läuft um den Poller zurück an Bord und wird beim Steigen dichtgeholt, Fender schützen die Bordwand.

Signale abwarten

Rot heißt Einfahrt verboten, Grün heißt Einfahrt frei. Fahren Sie erst ein, wenn das Signal es erlaubt oder das Schleusenpersonal Sie hereinholt, und warten Sie bis dahin an der Liegestelle statt vor dem Tor zu kreisen.

Die Berufsschifffahrt zuerst

Güterschiffe und Fahrgastschiffe haben an Schleusen in der Regel Vorrang. Sportboote fahren meist danach ein und nehmen den Platz, der übrig bleibt, oft hinter dem großen Schiff.

Über den Poller und zurück an Bord

Die Leine geht von der Klampe um den Poller oder Schwimmpoller und wieder zurück an Bord. So kann ein Crewmitglied sie fieren oder dichtholen und im Notfall sofort loswerfen.

Nie fest belegen

Eine fest belegte Leine hält das Boot, während das Wasser fällt, bis es in der Leine hängt oder die Klampe ausreißt. Beim Steigen presst sie die Bordwand gegen die Wand. Leinen bleiben in der Schleuse deshalb in der Hand der Crew.

Vor der Schleuse: Wartestelle, Vorrang und Funk

Vor größeren Schleusen gibt es Liegestellen, an denen Sportboote warten. Machen Sie dort fest, statt vor dem Tor zu kreisen, und bereiten Sie in Ruhe alles vor. Auf vielen Binnenwasserstraßen in Deutschland regelt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung das Verhalten an Schleusen, für einige Flüsse gelten eigene Polizeiverordnungen. Dazu kommen örtliche Hinweise und die Anweisungen des Schleusenpersonals, denen Sie immer folgen.

Die Berufsschifffahrt hat in der Regel Vorrang. Ein Güterschiff, das nach Ihnen ankommt, kann trotzdem vor Ihnen geschleust werden. Sportboote werden oft gesammelt und gemeinsam geschleust, mal zusammen mit einem Berufsschiff, mal in eigenen Schleusungen zu bestimmten Zeiten. Etwas Geduld gehört zum Schleusen dazu.

Viele Schleusen sind über UKW-Binnenfunk erreichbar, der Kanal steht meist an der Schleuse oder in den Revierunterlagen. Funken Sie nur, wenn Anlage und Funkzeugnis dafür passen und Sie das Boot dabei sicher führen können. Sonst warten Sie auf das Signal oder melden sich an einer Sprechstelle, wo es eine gibt.

Lichtsignale an der Schleuse richtig lesen

An den meisten Schleusen zeigen Lichtsignale, ob Sie einfahren dürfen. Ein rotes Licht bedeutet: Einfahrt verboten. Ein grünes Licht bedeutet: Einfahrt erlaubt. Zwei rote Lichter zeigen in Deutschland üblicherweise an, dass die Schleuse außer Betrieb ist oder für längere Zeit nicht geschleust wird.

Leuchten Rot und Grün gleichzeitig, heißt das: noch nicht einfahren, aber bereithalten, die Tore werden zum Öffnen vorbereitet. Auch Grün allein ist keine Aufforderung, vor allen anderen loszufahren. Schleusen Berufsschiffe mit, fahren Sie nach ihnen ein, es sei denn, das Personal sagt etwas anderes.

Für die Ausfahrt gilt dieselbe Ruhe. Warten Sie, bis das Tor ganz offen ist und, wo vorhanden, das Signal frei zeigt. Wer zu früh ablegt, gerät in die Strömung des letzten Wasserausgleichs oder in den Schraubenstrom des Berufsschiffs vor ihm.

Das Schleusenmanöver: Leine über den Poller, Motor aus

Fahren Sie langsam ein und legen Sie sich dorthin, wo das Personal Sie haben will, oder an den nächsten freien Platz an der Wand. Die Leinen sind schon vor der Einfahrt vorbereitet, je eine vorn und achtern, die Fender hängen tief auf der Wandseite. Ein Bootshaken in Reichweite hilft, die Leine um einen Poller zu legen.

Die Leine geht von der Klampe an Bord um den Poller oder Schwimmpoller und wieder zurück an Bord. Ein Crewmitglied hält das Ende in der Hand, höchstens mit einem Törn um die Klampe, und fiert oder holt dicht, während sich das Wasser bewegt. So bleibt das Boot nah an der Wand, ist aber nie fest mit ihr verbunden.

Ist das Boot gesichert, stellen Sie den Motor ab, sofern nichts anderes angeordnet ist. In der geschlossenen Kammer sammeln sich Abgase, und ein drehender Propeller verwirbelt das Wasser für alle. Halten Sie den Motor aber startklar, damit Sie nach der Freigabe sofort manövrieren können.

  1. An der Liegestelle vor der Schleuse festmachen und die Signale beobachten
  2. Fender tief auf beiden Seiten anbringen, Leinen vorn und achtern klarlegen
  3. Erst bei Grün oder auf Anweisung einfahren, nach der Berufsschifffahrt
  4. Leinen um Poller oder Schwimmpoller legen und zurück an Bord führen
  5. Motor aus oder nach Anweisung, Leinen fieren oder dichtholen
  6. Erst ausfahren, wenn das Tor offen ist und das Signal frei zeigt
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Bergschleusung und Talschleusung: wo die Gefahren liegen

In der Bergschleusung steigt das Wasser. Es strömt oft kräftig ein und drückt das Boot nach vorn, nach hinten oder zur Seite. Holen Sie die Leinen stetig dicht und halten Sie Abstand zum oberen Tor, wo es häufig am stärksten wirbelt. Liegen die Poller in Nischen übereinander, stecken Sie die Leine beim Steigen rechtzeitig auf die nächsthöhere um.

In der Talschleusung fällt das Wasser. Jetzt muss die Leine nachgegeben werden, sonst hängt das Boot in ihr. Achten Sie achtern auf den Drempel, die Mauerstufe unter dem oberen Tor. Wer zu weit hinten liegt, kann mit Ruder oder Heck darauf aufsetzen, sobald das Wasser sinkt. Markierungen an der Wand zeigen oft, bis wohin man vorrücken soll.

In beiden Richtungen gilt: Hände und Füße bleiben an Bord. Niemand drückt das Boot mit dem Fuß von der Wand ab oder greift zwischen Rumpf und Mauer. Ein Messer griffbereit an Deck ist eine alte Seemannsregel, damit eine verklemmte Leine im Ernstfall sofort gekappt werden kann.

Sportbootschleusen und Schleusen mit Selbstbedienung

An kleineren Wasserstraßen gibt es eigene Sportbootschleusen, die oft ohne Personal arbeiten. Bedient werden sie über Zugstangen, Knöpfe oder Schalter, deren Ablauf auf einer Tafel an der Schleuse erklärt ist. Lesen Sie die Anleitung ganz, bevor Sie das erste Mal etwas betätigen.

Bei Selbstbedienung gilt dasselbe wie in der großen Schleuse: Leinen nicht fest belegen, Abstand zu den Toren halten und erst ausfahren, wenn das Tor vollständig offen ist. Warten weitere Boote, nehmen Sie sie mit, statt die Kammer allein zu nutzen. Gemeinsam schleusen spart Wasser und Wartezeit.

Die Betriebszeiten sind oft begrenzt und auf manchen Revieren an die Saison gebunden. Prüfen Sie vor der Fahrt, wann die Schleusen auf Ihrer Strecke bedient werden, sonst endet die Tagesetappe ungeplant vor einem geschlossenen Tor.

Häufige Fragen

Darf ich in der Schleuse die Leine an der Klampe festmachen?

Nein. Die Leine wird um den Poller geführt und an Bord in der Hand gehalten, damit sie gefiert oder dichtgeholt werden kann. Eine fest belegte Leine kann das Boot beim Fallen des Wassers aufhängen oder beim Steigen gegen die Wand pressen.

Was bedeuten Rot und Grün gleichzeitig an der Schleuse?

Noch nicht einfahren. Das Signal kündigt an, dass die Tore gleich geöffnet werden. Erst bei Grün allein oder auf Zeichen des Schleusenpersonals fahren Sie ein.

Muss der Motor in der Schleuse aus sein?

In vielen Schleusen ist das vorgeschrieben oder wird angeordnet, sobald das Boot gesichert ist. Maßgeblich sind die Regeln vor Ort und die Anweisungen des Personals. Startklar sollte der Motor trotzdem bleiben.

Wie viele Fender brauche ich zum Schleusen?

Als Faustregel mindestens drei pro Seite, tief gehängt, weil Schleusenwände rau sind und Sie nicht immer auf derselben Seite liegen. Ein Fenderbrett schützt an Pollernischen und Leitern, an denen runde Fender abrollen.

Wer hat an der Schleuse Vorrang?

In der Regel die Berufsschifffahrt und Behördenfahrzeuge im Einsatz. Sportboote werden danach oder gesammelt geschleust. Die Reihenfolge legt das Schleusenpersonal fest.

Brauche ich zum Schleusen ein Funkzeugnis?

Für das Schleusen selbst nicht. Wer aber auf deutschen Binnenwasserstraßen über UKW funken will, braucht ein passendes Funkbetriebszeugnis und eine für den Binnenfunk zugelassene Anlage. Ohne Funk geht es über Signale, Sprechstellen oder Handzeichen.

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Was das mit der Versicherung zu tun hat

In der Schleuse passieren selten große Unfälle, aber oft kleine Schäden: Scheuerspuren an der Bordwand, zerdrückte Fender, eine verbogene Relingsstütze an einer Steigleiter. Vieles davon lässt sich vermeiden, wenn genug Fender tief hängen und ein Fenderbrett davor liegt. Sehen Sie sich nach jeder Schleuse kurz Rumpf und Leinen an; was Sie sofort bemerken, lässt sich später klar zuordnen.

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