Startseite / Themen / Nutzung
Antifouling Verbot: Ist Kupfer am Boot noch erlaubt, und was gibt es stattdessen?
Kurze Antwort
Ein allgemeines Antifouling Verbot für Kupfer gibt es in Deutschland nicht. Antifouling ist ein Biozid und braucht eine Zulassung; zinnhaltige Anstriche sind seit Jahren verboten. Regional können strengere Regeln gelten, und es gibt Alternativen ohne Biozid.
Wer nach einem Antifouling Verbot sucht, meint meist Kupfer. Die Lage in Deutschland und der EU ist klarer, als viele Gerüchte am Steg vermuten lassen: Antifouling ist ein Biozidprodukt und darf nur verkauft und verwendet werden, wenn es dafür zugelassen ist. In Deutschland ist dafür die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zuständig. Kupferverbindungen sind als Wirkstoff genehmigt, ein zugelassenes Kupfer-Antifouling ist also nicht pauschal verboten.
Verboten sind dagegen zinnorganische Anstriche wie TBT. Sie wurden wegen ihrer Schäden an Muscheln und Schnecken zuerst eingeschränkt und dann weltweit durch ein Übereinkommen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation untersagt, in der EU durch eine eigene Verordnung. Wer ein altes Boot kauft, kann unter vielen Schichten noch solche Reste haben. Beim Abschleifen gilt deshalb besondere Vorsicht, und der Staub gehört nicht ins Hafenbecken.
Warum Antifouling überhaupt? Bewuchs aus Algen, Seepocken und Muscheln bremst das Boot, erhöht den Verbrauch, verstopft Kühlwassereinlässe und Logge und kann bei langer Liegezeit die Oberfläche angreifen. Wie stark der Bewuchs ist, hängt vom Revier ab: Im Salzwasser und in warmem Wasser wächst mehr als auf vielen Binnenseen. Auf manchen Seen genügt ein biozidfreier Anstrich mit regelmäßiger Reinigung, für eine Yacht im Mittelmeer sieht das anders aus.
Regionale Regeln gehen vor. Einzelne Gewässer, Häfen und andere Länder schränken biozide Anstriche stärker ein oder schreiben eine Reinigung des Rumpfes vor. Fragen Sie deshalb vor dem Anstrich beim Hafen, beim Verein oder bei der zuständigen Behörde nach, was in Ihrem Revier erlaubt ist. Das Umweltbundesamt informiert über biozidfreie Alternativen. Beim Antifouling für die Yacht im Ausland lohnt dieselbe Frage am Liegeplatz vor Ort.
Was gibt es stattdessen? Alternativen ohne Biozid sind harte Beschichtungen, die mehrmals in der Saison gereinigt werden, Silikonbeschichtungen, an denen Bewuchs schlecht haftet, Bewuchsschutzfolien, Ultraschallgeräte am Rumpf, Bürstenanlagen in manchen Häfen und der Trockenliegeplatz. Für welche Lösung Sie sich auch entscheiden: Schleifen Sie nur mit Absaugung, auf einem Waschplatz mit Abscheider, und entsorgen Sie Reste und Staub als Sondermüll, denn beides belastet das Wasser.
Zum Merken
Kupfer
erlaubt, wenn das Produkt zugelassen ist
TBT
zinnorganisch und seit Jahren verboten
Erst Revier und Hafenordnung prüfen, dann den Anstrich wählen.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Ist Kupfer Antifouling in Deutschland verboten?
Nein, nicht allgemein. Kupferhaltige Antifoulings dürfen verwendet werden, wenn das Produkt als Biozid zugelassen ist. Einzelne Gewässer, Häfen oder andere Länder können strengere Regeln haben.
Warum Antifouling am Boot?
Bewuchs bremst das Boot, erhöht den Verbrauch, verstopft Kühlwassereinlässe und Logge und kann die Oberfläche angreifen. Wie viel Schutz nötig ist, hängt vom Revier ab.
Welche Alternativen gibt es zum bioziden Antifouling?
Harte Beschichtungen mit regelmäßiger Reinigung, Silikonbeschichtungen, Bewuchsschutzfolien, Ultraschall, Bürstenanlagen in Häfen und der Trockenliegeplatz. Was passt, hängt von Revier, Liegezeit und Bootstyp ab.
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, 03375 / 29 12 77
Passender Schutz
Weitere Themen
Nutzung, 22 Themen
In 5 Minuten versichert.
Beitrag online berechnen, Police am selben Tag, oder rufen Sie uns an: 03375 / 29 12 77.
War das hilfreich?