Etap 22 im Versicherungs-Check: was im Vertrag über dieses Segelboot steht
Der erste Teil unserer Reihe zur Etap 22 ist kein Segeltest. Er zeigt, welche Angaben im Vertrag über dieses Segelboot stehen müssen und welche Ziffern dazu zählen.
11. Oktober 20267 min LesezeitNAMMERT Assekuradeur GmbH
Bootstests erscheinen oft als Serie: ein Boot, mehrere Artikel, jedes Mal ein anderer Blick. Diese Reihe übernimmt die Form, aber nicht den Inhalt. Wir sind mit der Etap 22 keinen Meter gesegelt, und deshalb steht hier nichts über Segeleigenschaften, Verarbeitung, Bauweise oder Qualität des Modells. Der Versicherungs-Check fragt etwas anderes: was im Vertrag stehen muss, wenn Sie dieses Boot versichern, und welche Ziffern der Bedingungen im Schadenfall zählen. Grundlage sind allein unsere Bedingungswerke in den Fassungen Basis, Basis Plus und Premium.
Die Etap 22 ist ein Segelboot, genauer ein kleiner Kajütsegler, nach unseren Stammdaten 6,6 Meter lang, und das Modell ist bei uns versichert. Boote dieser Größe werden oft getrailert und sind oft schon einige Jahre alt. Deshalb hat die Reihe vier Teile: dieser erste über den Vertrag, der zweite über den Wert eines älteren Segelboots, der dritte über typische Schäden der Bootsart und was je Tarif dazu in den Bedingungen steht, der vierte über Trailer, Kranen, Winterlager und Ausland.
Zuerst die Bezeichnung. In manchen Papieren taucht das Modell als 22 I auf, in anderen als Etap 22. Das ist kein Mangel, solange klar ist, welches Boot gemeint ist. Der Versicherungsschein bezeichnet ein bestimmtes Wassersport-Fahrzeug, und nach B-3.1.1 müssen die Angaben stimmen, nach denen vor Vertragsschluss in Textform gefragt wurde. Vergleichen Sie deshalb Bootsart, Modellname, Länge und Rumpfnummer im Versicherungsschein mit Kaufvertrag und Bootspapieren. Die Rumpfnummer lesen Sie am Boot selbst ab und fotografieren sie. Wird das Boot gestohlen, verlangt B-3.2.1 die Anzeige bei der Polizei, und dort ist diese Nummer das, woran ein Boot wiedererkannt wird.
Ein kleiner Kajütsegler hat oft einen Außenborder am Heck, und genau der wird gern übersehen. A-1.3 c nennt den Außenbordmotor in allen drei Kasko-Fassungen nur, soweit er beantragt und mit eigener Versicherungssumme im Versicherungsschein dokumentiert ist. In Basis Plus und Premium kommt eine Sicherungspflicht dazu: Ist er weder mit Sicherungsbolzen oder einer vergleichbaren Diebstahlsicherung gesichert noch in einem verschlossenen Gebäude abgestellt, gibt es für Schäden am Außenbordmotor keinen Ersatz (A-6.7 in Basis Plus, A-6.5 in Premium). Getrennt vom Boot verwahrt ist er dort nach A-1.4 nur in verschlossenen Räumen oder Gebäuden versichert. Betriebsschäden an der Maschine selbst schließt A-6.2 e aus, in Basis A-5.2 e.
Dann die Frage, wer segeln darf. Die Haftpflicht verlangt in A-5 einen berechtigten Führer, also jemanden, der das Boot mit Ihrem Wissen und Wollen gebraucht und die erforderliche behördliche Erlaubnis hat. Die Kasko leistet nach A-6.2 b, in Basis nach A-5.2 b, keinen Ersatz, wenn eine nicht qualifizierte Person ohne den für Boot oder Fahrtgebiet amtlich vorgeschriebenen Führerschein steuert. Ob auf Ihrem Revier einer vorgeschrieben ist, regelt das Revier und nicht der Vertrag. Wer Ihr Boot führt, hat nach einem Schaden Ihre Pflichten sinngemäß mit (B-3.2.8, in Premium B-3.2.7). Gegen Entgelt überlassen gilt nach B-4.1 als Gefahrerhöhung, es sei denn, es wurde vereinbart. In der Wassersport-Unfallversicherung ist in Basis nur der Eigner versichert, in Basis Plus zusätzlich die Familie ersten Grades, erst in Premium alle berechtigten Insassen.
Das Fahrtgebiet steht im Versicherungsschein, und der Schutz besteht nach A-2.1.1 auf allen Gewässern innerhalb dieses Gebiets. Zur Wahl stehen EU-Binnengewässer, das sind nach dem Wortlaut alle Binnengewässer innerhalb der geografischen Grenzen Europas, dann zusätzlich Nordsee und Ostsee, dann das Mittelmeer, dann die europäische Atlantikküste und schließlich weltweit. Für ein Boot, das im einen Jahr auf dem Heimatsee und im nächsten an der Adria liegt, zählt das weiteste Ziel. In Basis braucht ein Überschreiten nach A-2.2 eine vorherige ausdrückliche Vereinbarung, in allen drei Fassungen ist es nach B-4.1 nur in Absprache vor Risikobeginn zulässig, und Premium erlaubt nach A-2.1.1 eine kurzfristige Erweiterung von höchstens sechs Wochen im Versicherungsjahr.
Bei der Tarifwahl zählt, welche Ereignisse in A-3.1 aufgezählt sind. Basis nennt Naturgewalten wie Sturm ab Windstärke 8, Brand und Explosion sowie den Diebstahl des gesamten Fahrzeugs und rechnet nach A-7.1 mit dem Zeitwert. Basis Plus und Premium nennen zusätzlich den Unfall des Fahrzeugs, darunter An-Grund-Geraten, Kollision, Mastbruch und Segelriss, dazu den Diebstahl verbundener Teile und mut- oder böswillige Beschädigung durch Fremde, und sie vereinbaren die Versicherungssumme als feste Taxe. Für Vereinsregatten ist die Linie klar: Basis leistet bei Regatten und den Übungsfahrten dazu keinen Ersatz (A-5.3 c), Basis Plus versichert Vereinsregatten (A-6.3 c), Premium Regatten jeder Art (A-6.3 a). Was das für die Haftpflicht auf der Bahn heißt, steht im dritten Teil dieser Reihe.
Zum Abhaken
Häufige Fragen
In meinen Papieren steht 22 I statt Etap 22. Ist das ein Problem?
Nein, solange eindeutig ist, welches Boot gemeint ist. Entscheidend ist, dass Bootsart, Bezeichnung, Länge und Rumpfnummer im Versicherungsschein zu Ihren Papieren passen. Schicken Sie uns bei Abweichungen eine Kopie der Papiere.
Ist der Außenborder automatisch mitversichert?
Nein. A-1.3 c nennt den Außenbordmotor in allen drei Kasko-Fassungen nur, soweit er beantragt und mit Versicherungssumme dokumentiert ist. In Basis Plus und Premium muss er zudem mit Sicherungsbolzen oder vergleichbar gesichert oder in einem verschlossenen Gebäude abgestellt sein.
Darf ein Freund mein Segelboot segeln?
Ja, wenn er es mit Ihrem Wissen und Wollen führt und die für Boot und Revier vorgeschriebene Erlaubnis hat (Haftpflicht A-5, Kasko A-6.2 b). Ihre Pflichten nach einem Schaden gelten für ihn sinngemäß. Eine Überlassung gegen Entgelt muss vereinbart sein.
Ist eine Vereinsregatta in jedem Tarif versichert?
In der Kasko nicht. Basis leistet bei Regatten keinen Ersatz (A-5.3 c), Basis Plus versichert Vereinsregatten (A-6.3 c), Premium Regatten jeder Art (A-6.3 a). Für die Haftpflicht gilt eine eigene Regel, die im dritten Teil dieser Reihe steht.
Dazu passt