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Mit dem Motorboot vor Anker übernachten: braucht es eine Ankerwache?
Kurze Antwort
Wer mit dem Motorboot vor Anker übernachtet, braucht nicht jede Nacht eine Ankerwache, aber Sorgfalt: Ankerlicht, genug Kette, einen Ankeralarm und einen Blick aufs Wetter. Ist Starkwind angesagt, gehört jemand wach an Deck.
Mit dem Motorboot vor Anker übernachten gehört für viele zum Schönsten am Bootfahren: eine stille Bucht, kein Hafengeld, morgens ins Wasser. Ob es dafür eine Ankerwache braucht, also jemanden, der nachts wach bleibt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine Vorschrift, die für jede Nacht vor Anker eine durchgehende Wache verlangt, gibt es für Sportboote in aller Regel nicht. Verlangt wird aber Sorgfalt, und wie viel davon nötig ist, hängt von Wetter, Ankergrund und Ankerplatz ab. Rutscht der Anker, treibt das Boot auf Felsen, Strand oder Nachbarboote.
Auf See gelten die Kollisionsverhütungsregeln: Ein ankerndes Fahrzeug zeigt nachts ein weißes Rundumlicht und am Tag einen schwarzen Ankerball; sehr kleine Boote außerhalb von Fahrwassern und Ankerplätzen sind davon teils befreit. Auf Binnengewässern gelten eigene Vorschriften. Dazu kommt das Handwerk: Grund mit gutem Halt, genug Kette, als Faustregel ein Vielfaches der Wassertiefe, und genug Raum zum Schwojen. Ein Ankeralarm, der über GPS meldet, wenn das Boot den Kreis verlässt, ersetzt keine Wache, weckt Sie aber rechtzeitig. Ist Starkwind oder ein Winddreher angesagt, gehört jemand wach an Deck.
Lesen Sie vor dem Ankern den Wetterbericht für die ganze Nacht und fragen Sie sich, wohin der Wind dreht und ob die Bucht dann noch Schutz bietet. Fahren Sie den Anker mit dem Motor rückwärts ein, setzen Sie das Ankerlicht und stellen Sie den Ankeralarm. Treibt das Boot und beschädigt ein anderes, haften Sie dafür; für den eigenen Schaden prüft der Versicherer, ob sorgfältig geankert wurde. Wer bei angesagtem Sturm in einer offenen Bucht ohne Wache schläft, muss in Deutschland bei grober Fahrlässigkeit mit einer Kürzung rechnen.
Zum Merken
Ruhige Nacht
Ankerlicht, genug Kette und Ankeralarm reichen meist
Starkwind angesagt
jemand wach an Deck oder Bucht wechseln
Vor Anker entscheidet nicht die Vorschrift über die Wache, sondern der Wetterbericht für die Nacht.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Muss nachts jemand Ankerwache halten?
Nicht in jeder Nacht. Eine durchgehende Wache verlangt für Sportboote in aller Regel keine Vorschrift, wohl aber Sorgfalt. Ist Starkwind oder ein Winddreher angesagt oder liegt die Bucht offen, gehört jemand wach an Deck.
Brauche ich vor Anker ein Ankerlicht?
Auf See ja: Ein ankerndes Fahrzeug zeigt nachts ein weißes Rundumlicht und am Tag einen Ankerball. Sehr kleine Boote außerhalb von Fahrwassern und Ankerplätzen sind teils befreit, auf Binnengewässern gelten eigene Vorschriften.
Wer zahlt, wenn mein Boot vor Anker treibt und ein anderes beschädigt?
Für den Schaden am anderen Boot haften Sie, dafür ist die Haftpflicht da. Für den Schaden am eigenen Boot prüft der Versicherer, ob sorgfältig geankert wurde; war es grob fahrlässig, kann er die Leistung kürzen.
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