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Leck und Wassereinbruch
Kurze Antwort
Sinkt ein Boot durch ein Sturm, Grundberührung, Kollision, geplatzter Schlauch, greift die Vollkasko ab Basis-Plus. Sinkt es durch ein Leck, das sich allmählich an einer undichten Stelle gebildet hat, ist das Verschleiß und nicht versichert.
Viele Boote sinken nicht auf See, sondern am Liegeplatz, und oft ist niemand an Bord. Das ist für die Versicherung der schwierigste Fall: Es gibt keinen Zeugen, keinen Hergang und oft kein erkennbares Sturm, nur ein Boot auf Grund und die Frage, warum es voll Wasser gelaufen ist.
Versichert ist der Wassereinbruch in der Vollkasko ab Basis-Plus, wenn ein Sturm dahintersteht: Grundberührung, Kollision, Stranden, ein Stück Treibgut, das den Rumpf aufreißt. Nicht versichert ist die allmähliche Undichtigkeit, ein Seeventil, das über Jahre tropft, eine poröse Stopfbuchse, eine Schelle, die langsam nachgibt. Die Grenze verläuft nicht zwischen viel und wenig Wasser, sondern zwischen plötzlich und allmählich.
Deshalb liegen die kritischen Stellen dort, wo beides ineinander übergeht: Seeventile und ihre Schläuche, die Stopfbuchse der Welle, Log- und Echolotgeber, der Cockpitablauf, die Toilettenzuleitung. Ein Schlauch, der zehn Jahre alt und innen verhärtet ist, platzt irgendwann plötzlich, der Bruch ist ein Sturm, die Alterung war Verschleiß, und im Gutachten wird genau darum gestritten.
Was praktisch hilft und nichts kostet: Schläuche unter der Wasserlinie doppelt geschellt, Seeventile jährlich bewegt und dokumentiert, ein Pfropfensatz am Ventil festgebunden statt in der Backskiste, Bilge trocken halten, damit man neues Wasser überhaupt bemerkt. Und beim Verlassen des Bootes die Seeventile schließen, das ist die einzige Maßnahme, die den Liegeplatzfall zuverlässig verhindert.
Ein offen gelassenes Seeventil ist übrigens der Fall, an dem sich Policen unterscheiden. Ab Basis-Plus führt das bei uns nicht zum Totalausfall: Grobe Fahrlässigkeit ist ab Basis-Plus bis 25 Prozent, im Premium bis 50 Prozent der Versicherungssumme mitversichert. Ohne diesen Einschluss wird nach der Schwere des Verschuldens gekürzt, im Extremfall bis auf null. In unserem Schadenregister steht dazu ein echter Fall: ein gesunkenes Segelboot mit offenen Seeventilen, um 70 Prozent gekürzt, nicht abgelehnt.
Zur Größenordnung der Folgekosten: Zum Schaden am Boot kommen Bergung und, bei Totalschaden, die Entsorgung. Beides ist bei uns auf behördliche Anordnung zusätzlich zur Entschädigung gedeckt, Auf behördliche Anordnung zusätzlich zur Entschädigung: Basis bis zur Versicherungssumme, Basis-Plus bis 1 Mio. €, Premium bis 2,5 Mio. €. Ohne Anordnung zählt Bergelohn als Schadenminderung für einen gedeckten Schaden. Das Sinken nach einem Unfall ist erst ab Basis-Plus versichert. Ohne Kasko trägt der Eigentümer diese Kosten selbst, auch dann, wenn das Boot selbst nichts mehr wert ist.
Ein Leck im Boot finden: süß oder salzig, oben oder unten
Wer Wasser in der Bilge entdeckt, will zuerst wissen, woher es kommt. Der einfachste Test ist der Geschmack: Salziges Wasser im Salzwasserrevier kommt von außen, süßes stammt aus dem Frischwassertank, einer Leitung, dem Kühlkreislauf oder von Regen, der über Deck, Luken oder Fenster eindringt. Im Süßwasserrevier hilft der Test nicht, dann zählt die Suche. Wischen Sie die Bilge trocken und legen Sie Küchenpapier unter Schläuche und Durchlässe, die nasse Stelle zeigt die Richtung.
Ein Leck im Boot sitzt häufig an denselben Stellen: an Seeventilen und Schlauchanschlüssen, an der Stopfbuchse der Welle, am Ruderkoker, an Log- und Echolotgebern, am Kühlwassersystem des Motors und am Auspuff. Gehen Sie diese Stellen der Reihe nach durch, bevor Sie an einen Riss im Rumpf denken. Tritt Wasser nur bei Fahrt oder Krängung ein, liegt die Undichtigkeit oft höher, an einem Durchlass knapp über der Wasserlinie oder an einem Fenster.
Leck abdichten an Bord: Pfropfen, Knetmasse, Leckpolster
Ein Leck abdichten an Bord heißt zuerst, den Wasserstrom zu verringern, nicht ihn perfekt zu stoppen. Ein abgerissener Schlauch oder ein gebrochenes Seeventil wird mit einem konischen Holzpfropfen verschlossen, der mit der Hand oder einem leichten Schlag in die Öffnung gedrückt wird. Für Risse und unregelmäßige Löcher eignen sich unter Wasser aushärtende Knetmasse, Kissen oder Schaumstoff, die mit einem Bodenbrett oder Paddel gegen den Rumpf gepresst und abgestützt werden.
Wenn das Leck von innen nicht erreichbar ist, kann ein Segel oder eine Plane von außen unter den Rumpf gezogen werden: Der Wasserdruck presst das Tuch an die Öffnung und verringert den Zustrom so weit, dass die Pumpen mithalten. Selbstverschweißendes Band und Schlauchschellen in mehreren Größen helfen bei undichten Leitungen. Üben Sie mit der Crew, wo das Material liegt und wie man es ansetzt, im Ernstfall ist dafür keine Zeit.
Leckabdichtung am Schiff: das Leckabwehrset an Bord
In der Berufsschifffahrt gehört die Leckabdichtung am Schiff zur Ausbildung, und an Bord liegt ein fester Satz Leckabwehrmaterial. Für eine Yacht reicht ein kleiner Satz, der an einem bekannten, trockenen Platz liegt: Holzpfropfen in mehreren Größen, idealerweise je einer an jedem Seeventil festgebunden, Unterwasserknete, Leckkissen oder Schaumstoff, Keile, eine kurze Stütze, Schlauchschellen, selbstverschweißendes Band, Handschuhe und eine Lampe.
Genauso wichtig wie das Material ist der Ablauf. Eine Person sucht und dichtet, eine pumpt, eine setzt den Notruf ab, wenn das Wasser schneller steigt, als die Pumpen fördern. Legen Sie vor dem Törn fest, wer was tut, und prüfen Sie vor jeder Saison, ob Pfropfen noch passen und Knetmasse nicht abgelaufen ist. Ein Plan an der Innenseite der Backskiste hilft, das Material im Dunkeln zu finden.
Seeventile: Material, Zustand und Wartung
Seeventile sind die Absperrhähne an den Borddurchlässen unter der Wasserlinie, und an ihnen hängt die Dichtigkeit des ganzen Bootes. Verbaut werden Kugelhähne aus Bronze, aus entzinkungsbeständigem Messing oder aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Einfaches Messing ist im Salzwasser ungeeignet: Es verliert durch Entzinkung seine Festigkeit, sieht von außen noch intakt aus und kann bei einer Belastung plötzlich abbrechen.
Prüfen Sie Seeventile bei jedem Landgang: Lassen sie sich leicht bewegen, sind sie fest mit dem Rumpf verbunden, zeigt das Metall rötliche oder poröse Stellen? Durchlass, Ventil und Schlauchtülle sollten aus zueinander passendem Material sein, sonst greift Kontaktkorrosion an. Tauschen Sie verdächtige Ventile an Land aus, und schreiben Sie auf, welche Ventile auf See offen sein müssen und welche beim Verlassen des Bootes geschlossen werden.
Lenzpumpe: elektrisch, von Hand und mit Alarm
Jedes Boot mit Wasser in der Bilge braucht eine Lenzpumpe, die von selbst arbeitet, und eine, die man von Hand bedient. Die elektrische Bilgepumpe mit Schwimmerschalter springt an, wenn der Wasserstand steigt, ein Hochwasseralarm meldet, wenn sie nicht nachkommt. Die Handlenzpumpe sollte vom Cockpit aus bei geschlossenem Niedergang zu bedienen sein, damit sie auch bei Seegang und ohne Strom arbeitet.
Die Förderleistung auf dem Karton gilt ohne Förderhöhe und ohne Schlauchlänge, an Bord ist sie spürbar geringer. Führen Sie den Auslassschlauch mit einem Bogen über der Wasserlinie, damit kein Wasser zurückläuft, halten Sie den Ansaugkorb sauber und prüfen Sie Schwimmerschalter und Alarm vor jeder Saison. Ein Zähler für die Laufzeit der Pumpe zeigt früh, wenn das Boot mehr Wasser zieht als sonst.
Zum Merken
Ein Sturm
lässt das Boot sinken und ist versichert
Ein Schlauch
der über Jahre mürbe wird, ist es nicht
Der Unterschied heißt plötzlich. Alles Allmähliche ist Verschleiß, und Verschleiß trägt kein Vertrag.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Ist ein Wassereinbruch versichert?
Ab Basis-Plus ja, wenn ein Sturm die Ursache war, Grundberührung, Kollision, ein geplatzter Schlauch. Allmähliche Undichtigkeit ist Verschleiß und nicht gedeckt.
Mein Boot ist am Liegeplatz gesunken, zahlt die Versicherung?
Es kommt auf die Ursache an, nicht auf den Ort. Lässt sich ein Sturm feststellen, ist der Schaden ab Basis-Plus gedeckt. Bleibt nur eine über Jahre undichte Stelle, ist es Verschleiß.
Was gilt bei einem offen gelassenen Seeventil?
Das ist grobe Fahrlässigkeit. Ohne Einschluss wird nach der Schwere des Verschuldens gekürzt, im Extremfall bis auf null. Ab Basis-Plus bis 25 Prozent, im Premium bis 50 Prozent der Versicherungssumme sind mitversichert.
Wer zahlt die Bergung des gesunkenen Bootes?
Wir, wenn eine Behörde die Bergung anordnet, zusätzlich zur Entschädigung: Auf behördliche Anordnung zusätzlich zur Entschädigung: Basis bis zur Versicherungssumme, Basis-Plus bis 1 Mio. €, Premium bis 2,5 Mio. €. Ohne Anordnung zählt Bergelohn als Schadenminderung für einen gedeckten Schaden. Das gilt auch für Wrackbeseitigung und Entsorgung. Ohne Anordnung ersetzen wir Bergelohn nur als Schadenminderung für einen gedeckten Schaden.
Wie groß sollte die Lenzpumpe an Bord sein?
So groß, dass sie mehr fördert, als durch einen abgerissenen Schlauch am größten Seeventil hereinläuft. Die Angabe des Herstellers gilt ohne Förderhöhe, rechnen Sie an Bord mit deutlich weniger und ergänzen Sie eine Handpumpe.
Darf ich ein Seeventil aus Messing einbauen?
Einfaches Messing ist im Salzwasser ungeeignet, weil es durch Entzinkung mürbe wird. Unter der Wasserlinie gehören Bronze, entzinkungsbeständiges Messing oder geeigneter Kunststoff verbaut, passend zum Material des Borddurchlasses.
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, 03375 / 29 12 77
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Oben unsere Antwort, hier die Ziffer im Wortlaut. Gehen beide auseinander, gilt das Bedingungswerk.
Dieselbe Sache trägt je Tarif nicht immer dieselbe Ziffer.
Alle Werke im Wortlaut: Verzeichnis der Klauseln.
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