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Miktionssynkope an Bord: Ohnmacht beim Wasserlassen über die Reling
Kurze Antwort
Eine Miktionssynkope ist eine kurze Ohnmacht beim oder direkt nach dem Wasserlassen. An Land ist meist der Sturz das Risiko, an Bord der Fall über die Reling. Die Vorbeugung ist einfach: Toilette statt Reling, sitzen statt stehen, nachts nur angeleint.
Die Miktionssynkope ist eine kurze Bewusstlosigkeit, die beim Wasserlassen oder kurz danach eintritt. Der Kreislauf reagiert dabei über einen Reflex: Puls und Blutdruck fallen für einen Moment ab, das Gehirn bekommt zu wenig Blut, und der Betroffene wird ohnmächtig. Meist kommt er nach wenigen Sekunden wieder zu sich. Die Ohnmacht selbst ist in aller Regel harmlos. Gefährlich ist, wo man dabei steht, und an Bord steht man oft an der Reling.
Begünstigt wird die Miktionssynkope durch Umstände, die auf einem Törn zusammenkommen: Aufstehen aus dem Schlaf zur Nachtwache, eine volle Blase, Alkohol am Abend, Müdigkeit, Wärme unter Deck, zu wenig Trinken und Flüssigkeitsverlust durch Seekrankheit. Männer sind häufiger betroffen, weil sie im Stehen urinieren. Die Miktionssynkope bei Frauen ist seltener, kommt aber ebenfalls vor, etwa nach langem Liegen oder bei niedrigem Blutdruck.
An Bord wird aus einer kurzen Ohnmacht schnell ein Notfall. Wer nachts allein im Heck an der Reling steht, um sich zu erleichtern, kippt bei Bewusstlosigkeit über die niedrigen Drähte. Ohne Rettungsweste und Lifebelt, im Dunkeln und ohne dass jemand es bemerkt, ist ein solcher Mann über Bord besonders schwer zu finden. Segler kennen die Warnung vor dem Pinkeln über die Reling seit Generationen, und sie hat einen ernsten Grund.
Die Vorbeugung kostet wenig, und so lässt sich der Sturz vermeiden. Benutzen Sie die Bordtoilette, auch als Mann im Sitzen. Wer an Deck bleiben muss, tut es nur angeleint, mit Rettungsweste, möglichst sitzend oder kniend und nie, ohne der Wache Bescheid zu sagen. Stehen Sie nach dem Schlafen langsam auf, setzen Sie sich erst einen Moment auf die Koje und trinken Sie über den Tag genug. Alkohol vor der Nachtwache bleibt besser weg. Nehmen Sie diese Regeln in die Sicherheitseinweisung der Crew auf.
Wer einmal ohnmächtig geworden ist, sollte das ärztlich abklären lassen, auch wenn es beim Wasserlassen passiert ist. Hinter einer Ohnmacht können andere Ursachen stecken, etwa Herzrhythmusstörungen oder Medikamente, die den Blutdruck senken. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, und vor einem langen Törn ist die Frage beim Hausarzt gut aufgehoben. Diese Seite gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Zum Merken
Sekunden
dauert die Ohnmacht meist
Eine Reling
trennt nachts das Deck vom Wasser
Nachts gilt an Bord: Toilette statt Reling, angeleint statt allein.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Was ist eine Miktionssynkope?
Eine kurze Ohnmacht beim oder direkt nach dem Wasserlassen. Puls und Blutdruck fallen reflexartig ab, der Betroffene wird für Sekunden bewusstlos und kommt meist schnell wieder zu sich.
Gibt es die Miktionssynkope bei Frauen?
Ja, aber seltener als bei Männern, die häufiger im Stehen urinieren. Auch Frauen kann es nach dem Aufstehen aus dem Schlaf, bei Flüssigkeitsmangel oder niedrigem Blutdruck treffen.
Kann eine Miktionssynkope zum Tod führen?
Die Ohnmacht selbst ist meist harmlos. Gefährlich sind die Folgen: ein Sturz mit Kopfverletzung oder an Bord der Fall über die Reling ins Wasser, nachts und unbemerkt.
Was hilft gegen Kreislaufprobleme nach Urinieren in der Nacht?
Langsam aufstehen, erst kurz sitzen, im Sitzen urinieren, genug trinken und abends wenig Alkohol. Wer ohnmächtig wurde, lässt die Ursache ärztlich abklären; die Behandlung richtet sich danach.
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